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Betontod & Max Raptor im Konzert (Dresden, März 2016)

Starker Tour-Auftakt mit kleinen Wermutstropfen

Betontod

Wurde sich bei Max Raptor noch in Zurückhaltung geübt, wird diese selbst in der Umbaupause schon über Bord geworfen und die ersten Gesänge gezündet. Damit kann man sich schon bestens vorstellen, was beim eigentlichen Konzert abgeht und tatsächlich ist es die blanke Euphorie, die Betontod beim Start mit „Revolution“ entgegenschlägt. Das nachfolgende „Mein Letzter Tag“ passt gut zur Stimmung, denn es wird von Beginn an gefeiert, als gäbe es kein Morgen mehr.

„Bambule & Randale“ ist schließlich der Startschuss zum gemeinschaftlichen Pogen, die ersten Biere gehen über Bord, zum Ärgern bleibt aber keineswegs Zeit, immerhin steht mit „Schwarzers Blut“ ein Klassiker bereit, bei dem das bestens aufgewärmte Publikum gleich nochmal die Sau rauslassen kann. Gut die Hälfte des Saals wird anständig aufgemischt und der Rest flieht schnell gen Wandbereich, um hier nicht unter Räder zu geraten. Etwas Beruhigung bringt das anschließende „Herz an Herz“, welches zwar live deutlich druckvoller daherkommt, aber trotzdem Platz zum Verschnaufen bietet. Und wenn man schon in die Romantikabteilung abschweift, lädt Gitarrist Frank gleich noch zum Küssen ein. Wer also Bock darauf hat, darf sich bei Bassisten Ado in die Schlange stellen, mit „Küss mich“ gibt es gleich noch den passenden Song obendrauf. Angenommen wird das Angebot zu dem Zeitpunkt zwar nicht, dafür zu „Kinder des Zorns“ wieder anständig mitgegrölt und Vollgas gegeben, bevor mit „Verdammt schwer“ ein Akustik-Song auf dem Programm steht. Kleinere Texthänger von Frontmann Meister werden von den Fans ausgeglichen und da Textsicherheit sowieso überbewertet wird, setzt man zu „Ihr könnt mich“ lieber auf gemeinsames Springen.

Auch hiernach setzen die Rheinberger weiter auf ihre Mischung aus neuen und altbekannten Liedern, die perfekt funktioniert. Stimmungstechnisch haut hier jeder Titel voll rein und die Feierlaune belohnt man schließlich mit dem mehrfach angestimmten „Glück auf“, was die Kehlen bis aufs Letzte strapaziert. Ganz zum Bersten werden die Stimmbänder glücklicherweise noch nicht gebracht, so bleibt immerhin noch genug Reserve für das abschließende „Viva Punk!“. Da sich die Band aber hier nicht verabschiedet, sondern einfach nur die Bühne verlässt und Meister kurz darauf zur Piano-Version von „Im Himmel“ erscheint, nimmt kaum jemand im Saal dieses Ende wahr. Stattdessen entzündet man nun Feuerzeuge, um kurz darauf zu „Hömmasammawommanomma“ wieder in bester Party-Laune zu schwelgen. Meister spendiert daraufhin für die Anwesenden noch etwas Bier und erkundigt sich, ob noch genug Luft da sei. Selbst wenn diese langsam geschnitten werden kann, zeigen sich beim Publikum keinerlei Ermüdungserscheinungen und gemeinsam zelebriert man „Auf eine gute Zeit“, die alle Anwesenden bis hierher selbstredend hatten. Jetzt folgt ein kurzes „Tschüss“ und schon sind Betontod verschwunden.

Im Rund macht sich in diesen Moment etwas Ratlosigkeit breit, Zugabe-Rufe setzen ein, „Glück auf“-Chöre werden angestimmt, aber all dies hilft nicht, man kann nur noch den Abbauten folgen. Neunzig Minuten Spielzeit, inklusive einer Dreingabe, die kaum jemand als solche wahrnahm, schlagen nun doch in etwas Unmut um, den man trotz eines starken Konzerts etwas nachvollziehen kann. Nachträglich gab es eine Entschuldigung, wegen des abrupten Endes aufgrund von Krankheit, eine Kommunikation vor Ort wäre sicher hilfreicher gewesen und hätte den leicht bitteren Beigeschmack nicht zugelassen. Lässt man dies außer Acht, kann man nur von einem überaus gelungenen Tour-Auftakt sprechen.

Setlist:

Revolution
Mein Letzter Tag
Flügel aus Stahl
Bambule & Randale
Schwarzes Blut
Herz an Herz
Küss mich
Kinder des Zorns
Verdammt schwer
Ihr könnt mich
Alles
Traum von Freiheit
Ich nehme dich mit
Keine Popsongs
Freunde
Glück auf
Viva Punk!

Im Himmel
Hömmasammawommanomma
Ich bereue nichts
Auf eine gute Zeit

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