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Avatarium, The Vintage Caravan, Honeymoon Disease im Konzert (Hamburg, November 2015)

Drei sympathische und überzeugende Bands sorgen für einen kurzweiligen Abend

Avatarium

Der Headliner betritt gegen etwa 22:15 die Bühne und zu diesem Zeitpunkt ist es zwar längst deutlich voller geworden, allerdings ist es immer noch kein Problem, durch die Reihen zu marschieren, wenn man Bier holen oder zur Toilette gehen will. Die Stimmung ist in jedem Fall sehr ordentlich, wenngleich Avatarium einen recht ungewöhnlichen Set-Opener gewählt haben: „Ghostlight“ hätte wohl niemand als erstes Stück erwartet, könnte man es doch als eher progressivere Komposition bezeichnen, da sich geheimnisvoll-psychedelische Sequenzen mit harten Riffattacken abwechseln, anstatt dass man es mit einem straight einheizenden Wachmacher zu tun hätte.

Den gibt es ohne Übergang direkt danach in Form des Eröffnungs- und Titeltracks der aktuellen Scheibe, womit dann sicherlich auch der letzte Zuschauer endgültig infiziert sein dürfte. Das Quintett überzeugt wieder einmal mit Spielspaß und unglaublich sympathischer Ausstrahlung. Jennie-Anns breites Lächeln legt Zeugnis genug davon ab, dass sie sich wirklich über jeden einzelnen Fan, der heute Abend aufgekreuzt ist, freut, und entsprechend motiviert und stark ist ihre Gesangsleistung. Das wirklich schwer zu singende „Bird Of Prey“ gibt sie problemlos wieder – beim Hammer Of Doom-Auftritt beispielsweise hatte sie gerade hier ein paar Schwierigkeiten, wie auf der Bonus-DVD von „The Girl With The Raven Mask“ zu sehen und zu hören ist.

Für meinen Geschmack ist ihr Gesang mitunter etwas zu leise – oder  die Gitarre ein wenig zu laut, wie man’s nimmt. Dennoch zeigt Marcus Jidell einmal mehr, dass er nicht von ungefähr eine Zeitlang bei einer Combo wie Evergrey engagiert wurde; der Mann ist ohne Frage ein Filigrantechniker und unterstreicht sein ausdrucksstarkes Spiel mit allerlei Grimassen, die für die Zuschauer amüsant aussehen, aber unterm Strich schlicht die leidenschaftliche Performance bekräftigen. Auch Anders Iwers, der am Bass den aus gesundheitlichen Gründen immer noch nicht wieder live auftretenden Bandchef Leif Edling ersetzt, zupft seinen Tieftöner mit gewohnter Souveränität, während Carl Westholm neben den Keyboards mit dem Theremin wieder sein kleines spezielles Spielzeug im Gepäck hat, das er beispielsweise bei „Bird Of Prey“ zum Einsatz bringt.

Gleich sechs neue Songs bieten die Schweden an, was nur zeigt, wie stolz sie völlig zurecht auf dieses Meisterwerk sind, und zumeist lassen sie die Musik sprechen. Die Pausen sind eher rar gesät, es gibt eine Begrüßung auf Deutsch, ansonsten nimmt sich Jennie-Ann lediglich vor „Deep Well“ doch ein bisschen mehr Zeit und spricht sinngemäß von einer Erschütterung der Welt und dass sie Liebe und Hoffnung mit ihrer Musik verbreiten wollen – natürlich eine Anspielung auf die grausamen Terroranschläge in Paris vor einer knappen Woche.

So sehr die neuen Stücke auch Anklang finden – der größte Jubel zeigt sich am Ende doch, als die Band „Moonhorse“ ankündigt; der Opener des Debütalbums ist mit Sicherheit der Fan-Fave schlechthin und darf natürlich auf keinem Konzert der Skandinavier fehlen. Man kann kaum glauben, dass dies bereits der letzte Song sein soll, allerdings müssen die Fans sich nicht lange die Kehle wundbrüllen, denn Avatarium kehren schon nach wenigen Zugaberufen zurück auf die Bretter, um noch einen weiteren Track darzubieten, der ebenfalls nicht fehlen darf: Na klar, es handelt sich um „Avatarium“, einen weiteren Fan-Fave, der einen kurzweiligen und sehr schönen Abend wunderbar abrundet. Alle drei Bands konnten überzeugen, gaben sich sehr sympathisch und passten auch stilistisch relativ gut zusammen, sodass wohl jeder Zuschauer zufrieden nach Hause geht. Anmerkung: Ein Interview mit Jennie-Ann Smith und Marcus Jidell, das wir vor der Show führten, wird demnächst auf The-Pit.de zu lesen sein.  

Setlist:

Ghostlight
Girl With The Raven Mask
Bird Of Prey
The January Sea
All I Want
Pearls And Coffins
The Master Thief
Run Killer Run
Deep Well
Moonhorse
--------------------------
Avatarium

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