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Avatarium, The Vintage Caravan, Honeymoon Disease im Konzert (Hamburg, November 2015)

Drei sympathische und überzeugende Bands sorgen für einen kurzweiligen Abend

The Vintage Caravan

Das isländische Trio hingegen war wie erwähnt schon öfters in Hamburg zu Gast – zuletzt im Vorprogramm von Europe und auch der Verfasser sah die Jungs allein im letzten Jahr zweimal und beide Male konnten sie restlos überzeugen. Es ist nahezu phänomenal, mit welch einer Spielfreude und Musikalität die Drei ausgestattet sind. Kaum älter als 20 bis 23 Jahre stecken sie allein in handwerklicher Hinsicht so manche der alten Hasen locker in die Tasche. Und dann diese Energie: Von der ersten Sekunde des Openers „Craving“ an, wird über die Bühne gewirbelt, gebangt, gehüpft und gesprungen, dass es eine wahre Freude ist und man als Zuschauer automatisch mitgerissen wird, ob man mit dem Material nun vertraut ist oder nicht.

Dabei grinsen sich die Musiker immer wieder an, bieten Jam-artige Duelle zwischen Gitarre und Bass und anhand der Souveränität, mit der Frontmann Óskar nicht nur die Doppelbelastung Gitarre und Gesang problemlos meistert, sondern außerdem ultra-smooth von Lead- in Rhythmusgitarrenmodus umwechselt, merkt man einfach, dass diese Band für die Bühne geboren ist, ganz klar fühlen sie sich nirgends wohler. Das zeigt auch die humorvoll-lockere Interaktion mit dem Publikum, die sich Óskar mittlerweile angeeignet hat. Beispiel gefällig? Er macht auf den Merchstand aufmerksam und erklärt, dort würde Tourmanager Enzo T-Shirts, CDs und Platten verkaufen, und er sei ja ein gutaussehender Mann, den sie „the italian stallion“ nennen und er sei auch „immer noch verfügbar“. Und dafür, dass sie das über ihn sagen, hätte er ihnen „so viel Geld“ bezahlt.

Und als er die Fans fragt, ob sie Spaß hätten, was erwartungsgemäß mit einem lautstarken „Yeah!“ beantwortet wird, fragt einer aus dem Publikum auf Deutsch zurück: „Und du?“, was der Frontmann aber nicht verstanden hat, weswegen er seinerseits kontert: „Wie bitte? Wenn du was zu sagen hast, komm auf die Bühne und sag es mir ins Gesicht.“ Das führt dazu, dass Bassist Alexander keine Sekunde später „Say My Name“ von Destiny’s Child anstimmt, weswegen die Bandvorstellung groteske Züge annimmt: „On bass we have Beyoncé, on drums is playing Bruce Willis and I am some guy from the Kelly Family“, so Óskar selbstironisch; die Nachfrage, ob es Angelo sei, bestätigt er mit einem „Yes“.

The Vintage Caravan, inzwischen wie der heutige Headliner ebenfalls bei Nuclear Blast untergekommen, bieten wieder mal eine mehr als souveräne Show bei bestem Sound, wobei der Unterhaltungswert dank der humorvollen Ansagen im Vergleich zu den letzten Konzerten sogar noch gestiegen ist. Und auch musikalisch bietet man mit dem neuen Album „Arrival“ inzwischen noch mehr Abwechslung: So findet zwischen den Arsch tretenden Nummern zwischen Prog- und Psychedelic- und bluesigem Heavy Rock in Form von „Innerverse“ sogar eine (Halb-)Ballade Platz, die frei von Kitsch und Pathos daherkommt und eine willkommene Verschnaufpause bietet. Das Publikum will die Band letztlich gar nicht ziehen lassen und lässt ein betrübtes „Ooohhh“ verlauten, als der letzte Song „Expand Your Mind“ angekündigt wird. „You guys are sweet“, zeigt sich Óskar gerührt, hat aber natürlich recht, wenn er mutmaßt, dass sich die Leute doch bestimmt auf Avatarium freuen.  

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