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Avantasia im Konzert (Lichtenfels, Dezember 2010)

Und Magie gibt es doch

Tobias Sammet und Avantasia begeistern das Publikum

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In den Vorankündigungen wurde stellenweise von einer legendären Tour gesprochen, und das obwohl die Tour noch gar nicht stattgefunden hatte. Bei beinahe jeder Band wäre es angebracht, dezent die Nase zu rümpfen, doch wir reden hier nicht von irgendeiner Gruppe, sondern von Avantasia. Der Initiator dieses Projekts, Tobias Sammet, der auch gleichzeitig Frontmann bei Edguy ist, beweist immer wieder jede Menge Feingefühl beim Songwriting und nicht zuletzt bei der Auswahl der teilnehmenden Musiker. Für diese Tour konnten im Line Up tatsächlich durch die Bank erfahrene und gute Musiker gewonnen werden. In der aktuellen Besetzung befinden sich Kai Hansen (Gamma Ray), Bob Catley (Magnum), Jorn Lande (Masterplan), Amanda Sommerville, Olli Hartmann und Michael Kiske (Helloween). Bereits im Vorfeld hat Tobias Sammet eine dreieinhalb Stunden Show angekündigt. Heute soll diese nun in Lichtenfels stattfinden. Die Rahmenbedingungen erweisen sich als nicht so gut, es schneit immer wieder und die Temperaturen befinden sich im Minusbereich. Trotzdem öffnet die Stadthalle erst mit erheblicher Verspätung. Vor der Halle warten zu diesem Zeitpunkt schon geschätzte 500 Fans und frieren teilweise erbärmlich. Als der Einlass allerdings beginnt läuft alles ziemlich reibungslos.

Mit deutlicher Verspätung betreten Avantasia die Bühne. Genau dieses ist aber sofort irrelevant, denn die Band startet ihr Set mit „Twisted Mind“ vom Album „Scarecrow“. Als würde man einen Schalter umlegen ändert sich die Stimmung in der Halle von leicht angespannt in gelöst und freudig erwartend. Und so sollte sich der Abend auch weiter entwickeln. Die Stimmung steigt kontinuierlich, Avantasia zeigen sich in bester Spiellaune, und das Publikum feiert seine Helden. Staraufgebot hin, Staraufgebot her, es zählt am Ende immer die Gesamtleistung. Aber genau da lassen Avantasia nicht den Hauch eines Zweifels daran, dass sie die Messlatte ganz hoch ansetzen werden. Der erste Gastsänger des Abends ist Jorn Lande (Masterplan), der Tobias Sammet bis „Serpents In Paradise“ unterstützt. Bob Catley von Magnum löst nun den Norweger am Micro ab und zelebriert mit Avantasia die nächsten Songs. Extrem auffällig ist die gelöste Stimmung auf der Bühne. Alle Beteiligten scheinen sich durchaus bewusst zu sein, dass sie hier etwas ganz Besonderes machen. Eine weitere, nicht unumstrittene Metalkoryphäe betritt mit Michael Kiske die Bühne. Der frühere Helloween-Frontmann überzeugt von der ersten Sekunde an und auch Tobias Sammet scheint stolz zu sein, unter all den anderen auch mit Herrn Kiske die Bühne teilen zu dürfen. Ab „Death Is Just A Feeling“ steht Kai Hansen am Mikro. Der sympathische Vocalist arbeitet sich mit Präzision durch die Songs und versprüht jede Menge Charme. Auch hier macht sich die Begeisterung für das Projekt deutlich bemerkbar. Und diese Begeisterung färbt direkt auf die Zuhörer ab. Es ist bewundernswert wie Tobias Sammet die Menge unter Kontrolle hat, und vor allem wie bereitwillig die Zuschauer auf den charismatischen Frontmann eingehen. „Lost In Space“ singt der Edguy-Frontmann dann im Alleingang, allerdings holt er sich das Publikum zu Hilfe. Und das erreicht beim Mitsingen eine beachtliche Lautstärke. Eine wahrlich beachtliche Leistung liefert Amanda Sommerville ab, die Frau steht zwar fast ausnahmslos (bei „Farewell“ steht sie jedoch vorne) im hinteren Bühnenbereich, doch mit ihrer Stimme ist sie immer ganz vorne. Außerdem strahlt sie eine richtige Begeisterung aus, und das scheint die anderen Beteiligten anzustecken. Die direkte Andeutung, dass auch dieser Abend nicht unendlich lange dauern wird, kommt mit „The Wicked Symphony“. Jetzt steht das ganze Ensemble gemeinsam auf der Bühne. Dass die aufgeheizte Stimmung jetzt überkocht, war völlig klar und mit Sicherheit auch beabsichtigt. Nach tosendem Applaus verlassen die Musiker die Bühne, doch natürlich ist jedem bewusst, dass das absolute Ende noch nicht erreicht ist. Vier Titel werden nach beinahe schon aggressiven Zugaberufen noch dargeboten. Tobias Sammet stellt natürlich auch noch einmal alle Beteiligten vor und zum krönenden Abschluss spielen alle gemeinsam noch den Doppeltitel „Sign of the Cross / The Seven Angels"

Avantasia haben ihre Androhung wahr gemacht und tatsächlich ihr dreieinhalb-Stunden-Set vom Stapel gelassen. Alleine dieser Tatsache sollte schon Respekt gebühren. Doch damit ist noch lange nicht alles gesagt. Die All-Star-Combo hat es geschafft, eine ganze Menge Menschen zu verzaubern, die nun völlig erschöpft, aber glücklich, die Heimreise antreten. Das sollte das Ziel eines jeden Gigs sein.

Setlist:

1.Twisted Mind
2. The Scarecrow
3. Promised Land
4. Serpents in Paradise
5. The Story Ain't Over
7. Reach Out for the Light
8. Death Is Just a Feeling
9. Lost in Space
10. In Quest For
11. Runaway Train
12. Dying for an Angel
13. Stargazers
14. Farewell
15. The Wicked Symphony
16.The Toy Master
17. Shelter From the Rain
18. Avantasia
19. Sign of the Cross / The Seven Angels

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