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Avantasia im Konzert (Essen, Dezember 2010)

Die Metal-Oper feiert in Essen das Ende der Tour

Für Avantasia kommen großartige Musiker auf der Bühne zusammen

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Die Metal-Oper ist wieder auf Tour. Avantasia ziehen seit Ende November durch die Weltgeschichte, um den Fans ihr Kunstwerk zu präsentieren. Eigentlich war nach der Tour, die 2008 stattfand, keine Wiederholung geplant. Die vielen Musiker für einen derart langen Zeitraum unter einen Hut zu bekommen, ist ein durchaus schwieriges Unterfangen, das zur Freude vieler dennoch ein weiteres Mal geglückt ist. Heute Abend stehen die Musiker auf der großen Bühne der Essener Grugahalle, und lassen sich von den Fans ein letztes Mal feiern, bevor sich ihre Wege wieder trennen. Ein Grund mehr für die Musiker, die Avantasia auf die Bühne zaubern, sich ordentlich feiern zu lassen.

Allen voran steht Tobias Sammet, aus dessen Feder die Texte für Avantasia entsprungen sind, und der das Projekt vor zehn Jahren ins Leben gerufen hat. Gemeinsam mit vielen Größen aus dem Musikbusiness kreiert er eine einzigartige Show, die in der Tat Formen einer Oper annehmen. So sind alle Alben von Avantasia Konzeptalben, die Geschichten erzählen und unterschiedliche Charaktere agieren lässt. Sowohl auf Platte als auch auf der Bühne erfüllt jeder Sänger einen Charakter, so dass eine ganz besondere Dynamik auf der Bühne entsteht. Mit dabei sind keine Geringeren als Jorn Lande Masterplan, Bob Catley Magnum, Sascha Paeth, Michael Kiske (Ex-Helloween), Amanda Somerville, Oliver Hartmann, Robert Hunecke, Michael Rodenberg und Felix Bohnke (Edguy).

Der Weg zur Essener Grugahalle erweist sich angesichts der großen Schneemassen für viele Fans als wahre Herausforderung. Aber niemand scheint sich diese Rarität auf der Bühne entgehen lassen zu wollen, und so füllt sich der große Konzertraum zusehends. Viele nutzen die Gelegenheit und nehmen auf den Rängen Platz, von denen aus die Fans einen wunderbaren Blick auf die Bühne haben. An deren Hinterwand hängt das große Backdrop, auf dem das gewohnte Bild des Avantasia-Skeletts prangt, wie immer sehr förmlich mit schickem Zylinder.

Der Gig beginnt mit „Twisted Mind“ von dem Album „The Scarecrow“, welches 2008 erstmalig über die Ladentheke ging. Die Fans sind Feuer und Flamme, während sich auf der Bühne nach und nach ein wahres Feuerwerk an musikalischen und stimmlichen Meisterleistungen zeigt. Während „Twisted Mind“ noch von Tobi allein gestemmt wird, bekommt er ab „The Scarecrow“ gesangliche Unterstützung von dem Norweger Jorn Lande, dessen Stimme sich hervorragend mit der von Tobi ergänzt. Für drei Songs stehen die beiden im Vordergrund des Geschehens, bevor Bob Catley für „The Story Ain’t Over“ an Jorns Stelle tritt. Die Leistungen aller Musiker bestechen schon nach kurzer Zeit durch Können und Sympathie, die mit freudestrahlenden Gesichtern noch intensiver zum Ausdruck kommt. Besonders fällt dabei auch die gute Beziehung unter den Musikern auf, welche die Situation, gemeinsam auf der Bühne stehen zu können, voll auszukosten scheinen. Die Atmosphäre ist ausgelassen und locker. Das merken auch die Fans und lassen sich zunehmend mehr auf die Aktivierung durch Tobi ein. Textsicher singen sie die Texte mit und beobachten aufmerksam das Treiben auf der Bühne.

Mit „Reach Out For The Light“ ist auch die Gelegenheit für den ehemaligen Helloween-Sänger Michael Kiske gekommen, gemeinsam mit Avantasia zu feiern. Mit ihm betritt eine weitere grandiose Stimme die Bühne, die wunderbar mit den anderen Stimmen harmoniert. Durch eine enorme Präsenz auf der Bühne richten sich die Blicke immer wieder auf ihn. Doch das Feuerwerk an Aktion und Abwechslung auf der Bühne lässt die Blicke nie lange verharren. Stetig bekommen nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen Eindrücke, die förmlich nach Aufmerksamkeit schreien. Aus dieser Sichtweise scheinen sich die Fans auf den Rängen, die alles im Blick haben sollten, für die besten Plätze entschieden zu haben. Die Fans, die sich für einen Platz vor der Bühne gefunden haben, kommen jedoch auch auf ihre Kosten. Die Möglichkeit, Avantasia aktiv zu zelebrieren, ist dort wesentlich größer als auf den Sitzplätzen. Als zum Springen aufgefordert wird, lassen Hunderte auf und nieder hüpfende Körper sogar den Boden in Bewegung bringen.

Auch „Lost In Space“ fehlt nicht in der Setlist. Die Singleauskopplung, die 2007 sogar Platz neun der deutschen Charts erreichen konnte, wird auch genau mit dieser Information stolz von Tobi angekündigt. Während sich Tobias Sammet bei diesem Song noch alleine die Ehre gibt, steht er bei „Runaway Train“ schon wieder mit Bob und Jorn auf den Brettern. Einmal mehr zeigt sich, wie gut sich die Vokalisten aufeinander abgestimmt haben, und welch geniale Stimmen Tobi für Avantasia gewinnen konnte. Über die tollen Stimmen hinweg lassen die Gitarristen keine Chance verpuffen, auch ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

So zelebriert vergeht die Show wie im Fluge. Doch auch für den Speed-Metal-Kracher „Shelter From The Rain“ muss noch Platz sein. Das Stück prescht los und Drummer Felix Bohnke kommt einmal mehr dazu, sein Können hinter dem Schlagzeug unter Beweis zu stellen. Auch „Avantasia“ von der ersten Avantasia-Platte findet noch seinen Platz in dem langen Set, bevor es doch ein klein wenig sentimental auf der Bühne zugeht. Da dies die letzte Show der Tour ist, nimmt sich Tobi augenscheinlich die Zeit, etwas intensiver den involvierten Personen zu danken. Er erwähnt sie nicht nur alle namentlich, sondern kommt auch darauf zu sprechen, dass es durchaus erdenklich ist, dass Avantasia nicht noch ein weiteres Mal auf Tour gehen werden. Zwar finden sich die Musiker noch einmal zusammen, um auf dem Wacken Open Air 2011 einen Gig mit den Highlights von Avantasia zu geben, aber eine weitere Tour ist bisher nicht in das Blickfeld gerückt.

Die Musiker, die Avantasia heute auf die Beine gestellt haben, waren mit so viel Herzblut bei der Sache, dass dies bestimmt nicht die letzte Tour der Metal-Oper war. Vielleicht wird viel Zeit vergehen, aber solch eine einzigartige Sache wie Avantasia wird sicherlich nicht das letzte Mal auf der Bühne präsentiert worden sein.

Setlist:

1. Twisted Mind
2. The Scarecrow
3. Promised Land
4. Serpents In Paradise
5. The Story Ain’t Over
6. Reach Out For The Light
7. The Tower
8. Death Is Just A Feeling
9. Lost In Space
10. In Quest For
11. Runaway Train
12. Dying For An Angel
13. Stargazers
14. Farewell
15. The Wicked Symphony
16. The Toy Master
17. Shelter From The Rain
18. Avantasia
19.  Sign/Los Seven Angeles

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