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Audrey Horne, Dead City Ruins & Magick Touch im Konzert (Hamburg, Januar 2018)

Drei sympathische Bands sorgen für einen stimmungsvollen Sonntagabend

Charismatisch und gut gelaunt führte Toschie durch die Show.

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Audrey Horne

Wieder dauert die Pause kaum länger als eine Viertelstunde und nachdem die erste rund 35 und die zweite Band gut 45 Minuten spielten, ist es 21:45 Uhr, als Audrey Horne zu den Klängen des Muppet Show Themes die Bühne betreten. Dass sie einen Faible für die lustigen Puppen haben, weiß jeder, der ihr Video zu „Holy Roller“ gesehen hat.

Mit dem Doppelpack „This Is War“/„Audrevolution“ wird wie auf dem Album erwartungsgemäß eröffnet und die Zuschauer sind sofort dabei. Obgleich es sich hier um neues Material handelt, wird der Refrain des Openers textsicher mitgeschmettert und „Audrevolution“ ist eh derart simpel, dass einmal hören reicht, um es mitsingen zu können. Die Band ist wie eigentlich live immer bestens aufgelegt, der Sound ist glücklicherweise ebenfalls besser als bei Dead City Ruins zuvor, sodass man die zahlreichen Doppelsoli, Licks und Läufe genießen kann, die das geniale Gitarrenduo Thomas Tofthagen/Ice Dale kräftig posend zum Besten gibt.

Besonders das fantastische Ende von „Blackout“ mit seinen Gitarrenfanfaren weiß zu begeistern – in jedem Fall bettet sich das neue Material problemlos zwischen die Klassiker und da die Norweger live eh noch mal mehr Edge haben als auf Platte, können selbst schwächere Nummern wie „Midnight Man“ auf der Bühne einigermaßen abräumen.

Ohnehin ist die Stimmung mittlerweile absolut bombig, kuschlig ist es im Club geworden und Frontmann Toschie muss gar nicht viel tun, um die Meute bei Laune zu halten. Immer wieder fragt er, ob man eine gute Zeit haben würde und man gut drauf sei – was er vor „This Ends Here“ dann augenzwinkernd kommentiert mit „That’s too fucking bad, ’cause this ends here“. Tut es zum Glück natürlich nicht, denn dass die Band einen ganzen Sack voll Hits dabei hat, weiß jeder. Schön, dass auch mal wieder eine laut Toschie lange nicht mehr gespielte Nummer wie das melancholische „The King Is Dead“ ausgepackt wird.

Es wäre sowieso ganz nett, mal wieder einige ältere Stücke, gerade diese melancholischen, getragenen Tracks der Marke „Sail Away“ oder „Firehose“, gespielt würden – klar wollen Audrey Horne in erster Linie Party machen, doch mal wieder was vom ersten oder zweiten Album hätte eigentlich auch was, auch wenn man damals noch eine etwas andere musikalische Ausrichtung hatte. So aber ist die Setlist eben doch im Vergleich zu den vorigen Touren wenig verändert, bis auf die neuen Songs versteht sich.

Trotzdem: Die Band macht einfach immer Spaß und wer will schon etwas dagegen sagen, dass exzellente Kompositionen der Marke „Youngblood“ oder „Pretty Little Sunshine“ ihren Stammplatz in der Setlist haben? Immerhin (wenn man setlist.fm glauben darf) kommt das Hamburger Publikum in den Genuss eines zusätzlichen Songs, denn wurden in den Städten zuvor entweder „Volcano Girl“ oder „Youngblood“ gezockt, kriegt man hier gleich beide Tracks auf die Lauschlappen – wohl als kleinen Bonus, weil hier heute das letzte Konzert der Tour stattfindet.

Nach einer Stunde bereits wird der „letzte“ Song angekündigt, selbstverständlich nicht, ohne dass Toschie die Band vorstellt (Bassist und Backingsänger Espen Lien, der inzwischen einen epischen Bart trägt und deutlich an Gewicht zugelegt hat, präsentiert er als „Popeye“, Gitarrist Thomas Tofthagen als Izzy Stradlin’) und wie die Bands zuvor auf den Merchstand aufmerksam macht, an dem man den Leuten „ihr ganzes Geld stehlen“ und dort mit ihnen plauschen und Bier trinken würde.

Drei zusätzliche Songs kommen noch zum Zuge, bei denen die Zuschauer noch mal gefordert werden, insbesondere bei „Waiting For The Night“, dessen Chorus immer und immer wieder intoniert wird. „Blaze Of Ashes“ markiert schließlich die letzte Nummer, gleichzeitig der einzige Song aus der Zeit der ersten drei Alben. Sicherlich wären rein zeitlich noch mehr Stücke drin gewesen (und damit mehr älteres Material), andererseits sind 75 Minuten bei der Intensität irgendwo auch okay, gerät man bei Audrey Horne doch gut ins Schwitzen. Unzufrieden dürfte am Ende jedenfalls wohl keiner sein.

Setlist:

This Is War
Audrevolution
Out Of The City
This Ends Here
Volcano Girl
Midnight Man
Blackout
The King Is Dead
Youngblood
Naysayer
Pretty Little Sunshine
Straight Into Your Grave
----------------------------
Redemption Blues
Waiting For The Night
Blaze Of Ashes

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