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Audrey Horne, Dead City Ruins & Magick Touch im Konzert (Hamburg, Januar 2018)

Drei sympathische Bands sorgen für einen stimmungsvollen Sonntagabend

Brillierte an der Gitarre, war aber nicht immer laut genug zu hören: Tommy Cain von Dead City Ruins.

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Dead City Ruins

Erfreulich zügig geht die Umbaupause vonstatten – man hat sich kaum mit einem neuen Bier an der Bar versorgt, da geht es auch schon weiter. Inzwischen hat sich der Laden deutlich gefüllt und es ist wieder mal sehr interessant, wie unterschiedlich sich das Publikum zusammenstellt. Vom gestandenen Metaller mit Kutte über ein paar Mädels aus der Schwarzen Szene bis zum „normalen“ Durchschnittstypen ist alles zu finden – besonders auffällig ist ein Paar, das im Partnerlook mit jeweils einer „herrlich“ 80er mäßigen geschmacklosen weißen Jacke mit Van Halen-Schriftzug aufkreuzt und Lacher erntet.

Bei den Australiern sind es ganz klar Sänger Jake Wiffen und Leadgitarrist Tommy Cain, die im Vordergrund stehen. Wer den Bericht von 2015 gelesen hat, als das Quintett aus Melbourne wie erwähnt schon einmal Audrey Horne supportete, wird sich möglicherweise erinnern, dass gerade der Frontmann durchaus ein Freund exaltierter Posen ist. Das muss man nicht toll finden, für andere gehört es zum Rock’n’Roll dazu – klar aber ist, Wiffen nimmt sich dabei nicht wirklich ernst; wie auch, wenn man schon eine Jacke mit hässlichen, langen, weißen Fransen an den Ärmeln trägt, zeugt allein das bereits von Selbstironie.

Im Gegenteil, auch diese Band kommt sehr sympathisch herüber und versteht es bestens, Stimmung zu machen. Zwar ist der Sound leider nicht so gut wie beim Eröffnungsact (die Leadgitarre ist häufig im Vergleich zum Rest zu leise), aber kraftvoll kommt das definitiv herüber und fährt ordentlich in die Glieder. Die hohen Power-Metal-Screams des Sängers muten angesichts der eher Hard Rock/Rock’n’Roll-lastigen Musik immer noch etwas gewöhnungsbedürftig an, aber drauf hat er es in der Beziehung zweifellos.

Und er hat seinen Spaß: In der Mitte des Konzerts erklärt er, nun komme sein Lieblingssong des Sets, denn er müsse praktisch gar nichts machen, da nun das Publikum an der Reihe sei. Immer mehr pusht der Fronter die Anwesenden, so laut wie es geht „Yeah!!!“ zu brüllen, so dass man es „in den Eiern kribbeln fühlt“. Er lässt es sich auch nicht nehmen, ins Publikum zu springen und dort mit einzeln ausgewählten Leuten zusammen ins Mikro zu schreien, beschwört (sicher etwas klischeehaft) den Zusammenhalt der Szene, und dass er sich gegen Ende des Gigs seines Oberteils entledigt, überrascht wohl niemanden, schließlich gehört auch dies ganz klar ins Handbuch des Poser-Effeffs. Keine Frage, auch Dead City Ruins heizen mächtig ein, sodass die Crowd nun bestens gerüstet ist für den Mainact.

Setlist (keine Gewähr):

Til’ Death
Broken Bones
Blue Bastard
Dirty Water
Apple Tree
Riff Riff
Destroyer
We Are One  
Happenzella
Where You Gonna Run

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