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Audrey Horne, Dead City Ruins & Magick Touch im Konzert (Hamburg, Januar 2018)

Drei sympathische Bands sorgen für einen stimmungsvollen Sonntagabend

Humorvoller und starker Opener: Magick Touch (Foto: Christian Misje).

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Der erste Monat des neuen Jahres ist schon fast wieder vorbei – es ist der 28. Januar, ein Sonntag und richtig mieses Wetter. Im typischen Hamburger Nieselregen geht es Richtung Hafenklang und so kennzeichnend diese Witterung auch für die Hansestadt ist, man kann gut darauf verzichten. Trotzdem lässt man sich davon natürlich nicht die Laune verderben, immerhin steht ein Auftritt von Audrey Horne auf dem Plan, die schließlich bestens dafür bekannt sind, Stimmung zu machen. Die Norweger scheinen Hamburg in ihr Herz geschlossen zu haben, denn praktisch bei jeder Tour wird Deutschlands zweitgrößte Stadt mitgenommen. Diesmal anlässlich der Veröffentlichung des neuesten Albums „Blackout“ (12. Januar) also wieder und auch eine der beiden Vorbands, Dead City Ruins, war bereits bei der letzten Tour der Bergener am Start. Zunächst jedoch steht noch der Support von

Magick Touch

auf dem Programm. Wie der Hauptact stammt auch diese Truppe aus Bergen und agiert in der Schnittmenge zwischen Hard Rock und klassischem Heavy Metal. Das Powertrio wurde 2015 gegründet und hat danach nicht lange Federlesen betrieben: zwei Full-Length-Alben sind bereits erschienen, das neueste „Blades, Chains, Whips & Fire“ jüngst Anfang dieses Jahres am 4. Januar. Inhaltlich haben die Herren sich Okkultismus und das Übernatürliche auf die Fahnen geschrieben – dies impliziert schon der Bandname, bei dem allerdings ebenso eine leicht sexuelle Anspielung mitschwingt.

Letzteres darf man schon deswegen annehmen, weil die Drei sich nicht allzu ernst nehmen und mit einigen unterhaltsamen Ansagen und überhaupt ihrer Art, sich auf der Bühne zu bewegen und Grimassen zu schneiden, beweisen, dass sie Humor haben. Da wird von Bassist Christer Ottesen und Gitarrist HK Rein schon mal das synchrone Instrumentenschwingen ausgepackt, was andere Okkultbands, die sich häufig ja doch sehr bierernst nehmen, wahrscheinlich geradezu als Sakrileg oder mindestens albernes Herumgepose bezeichnen würden.

Musikalisch handelt es sich hier jedenfalls nicht um einfach nur eine weitere Classic-Rock-Band mit okkulten Texten, das hat alles Format und bringt live sehr viel Spaß, zumal die Jungs einen recht knackigen Sound verpasst bekommen haben, der den Leuten von Anfang an einheizen soll. Nun ja, allzu voll ist es beim pünktlichen Start um 20 Uhr noch nicht, gerade mal ein paar Dutzend Nasen haben sich versammelt, während der Rest lieber draußen raucht oder am Kickertisch bei der Bar herumhängt, doch davon lässt sich die Band nicht beeindrucken, bedankt sich trotzdem artig und spricht von einem „tollen Publikum“.

Der Fokus liegt eindeutig auf der aktuellen Platte – im Prinzip besteht sogar fast das ganze Set lediglich aus dem Zweitwerk. Dennoch versteht man es, abwechslungsreich herüberzukommen: Mal werden ordentlich Arschtritte verpasst wie beim speedigen „Under The Gun“, mal wird im Midtempo gerockt wie bei „The Great Escape“, mal geht es schleppend zu wie im epischen Albumtiteltrack. Neben souveränem spielerischen Vermögen singen außerdem alle drei Bandmitglieder und gerade die Harmoniegesänge zwischen HK Rein und Christer Ottsen sitzen tadellos.

Als Magick Touch dann auch noch Applaus für die anderen beiden Formationen fordern und diese als „Dead City Urins“ und „Audrey Horny“ bezeichnen und Ottesen selbstironisch laut darüber sinniert, wofür ein Bassist eigentlich gut sei (Antwort: „Um den Gitarristen vorzustellen“), haben sie die Zuschauer spätestens auf ihrer Seite. Sympathische Truppe und eine mehr als solide Show!

Setlist:

Midnite Sadusa
Under The Gun
Believe In Magick
Siren Song
Blades, Chains, Whips & Fire
The Great Escape
Trouble & Luck

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