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Audrey Horne, '77, Pet The Preacher im Konzert (Hamburg, November 2014)

Party pur im Headcrash!

Verkifften Stoner Rock vom Feinsten bieten Pet The Preacher (Foto: Frederik Trampe)

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Die Jungs von Audrey Horne halten ganz offensichtlich überhaupt nichts davon, auf der faulen Haut zu liegen – zwei Alben innerhalb von anderthalb Jahren sprechen für sich und auch an der Livefront sind die Norweger äußerst aktiv. Im Frühjahr 2014 waren sie schon zusammen mit Grand Magus auf Co-Headlinertour durch Europa und machten dabei auch einen Abstecher nach Hamburg. Jetzt im Herbst sind sie wieder da, nun allerdings als alleiniger Mainact, weswegen man diesmal auch nicht etwa in der Markthalle zockt, sondern im wesentlich kleineren Headcrash auf dem Hamburger Berg. Jeder, der die Band schon mal auf der Bühne gesehen hat, weiß, was für eine Party bei den Kerlen herrscht – heute allerdings übertreffen sie sich selbst. Doch dazu später, zunächst steht noch der Support zweier ebenfalls ausgezeichneter Combos an: die AC/DC-Jünger '77 sowie Audrey Hornes Labelkollegen Pet The Preacher aus Dänemark, die den Auftakt übernehmen.

Pet The Preacher

Um sich diesen ebenso verrückten wie auf gewisse Weise genialen Bandnamen auszudenken, muss man möglicherweise auf irgendwelchen illegalen Substanzen sein. Dieses Klischeebild lässt sich jedenfalls auch bestens auf die Musik des Trios aus Kopenhagen anwenden: Wunderbar verkiffter Stoner Rock mit Sludge-, Grunge- und Blues-Einflüssen wird hier zum Besten gegeben und würde im Headcrash nicht wie in fast allen Clubs Rauchverbot herrschen, würden hier garantiert kräftig Marihuanaschwaden durch den Saal schweben. Bekannte Combos wie Alice In Chains, Down und natürlich Black Sabbath kommen einem automatisch in den Sinn.

Genau wie Audrey Horne haben Pet The Preacher 2014 ein neues Album (ihre insgesamt zweite Full-Length nach dem 2012er Debüt „The Banjo“) herausgebracht, das sowohl mit kürzeren, eingängigeren Stücken wie „Let Your Dragon Fly“ (wieder ein recht vielsagender Titel) oder „Kamikaze Knight“ aufwartete, als auch mit längeren Nummern à la „What Now“, welche mittels ultraschwerer Riffs zu Zeitlupenbanging mit geschlossenen Augen auffordert, und von dem logischerweise auch der Großteil der Setlist stammt. Da die Mucke der drei Dänen sich doch erheblich von der der beiden anderen Kapellen unterscheidet, herrscht natürlich noch nicht gerade ausgelassene Stimmung. Ein paar Leute bangen zaghaft, ansonsten wird sich doch vor allem an die Bierflaschen geklammert (by the way: 2,90 € für ein 0,33 l-Bier aus der Flasche sind eine Unverschämtheit, noch dazu, wenn es sich um diese unsägliche Becks-Plörre handelt) und einfach mal neugierig beobachtet, was da vorne eigentlich abgeht.

Sänger und Gitarrist Christian Hede Madsen meint denn auch nicht frei von Selbstironie, als er einen Song ankündigt, dass von den Anwesenden ja sowieso noch niemand von Pet The Preacher etwas gehört habe, geschweige denn, sie schon einmal live gesehen habe, doch muss ganz klar festgehalten werden, dass die Kopenhagener sich mit fortlaufender Spieldauer immer lauterer Reaktionen erfreuen dürfen. Sicherlich sind die meisten Leute heute eher auf Party gepolt, aber anscheinend gibt es nichtsdestotrotz immer noch genügend Menschen, die musikalisch flexibel sind und sich auch mal auf was anderes einlassen können. Außerdem besitzen die drei Männer Charisma und der Frontmann hat genau die richtige Stimme für diese Art von Musik: irgendwo zwischen knarzigem Reibeisen und rauer Melodie.

Der Applaus ist nach kurzweiligen 35 Minuten auf jeden Fall nicht schlecht für die erste Band des Tages und für den Autor, der zu jenen Ahnungslosen gehörte, die zuvor noch nicht eine Note von der Truppe gehört haben, steht fest, dass das hier zweifellos ausgiebiger abgecheckt werden muss. Keine Frage: Stoner Rock vom Allerfeinsten, noch dazu vorgetragen bei erstaunlich gutem Sound für diesen Laden und die Tatsache, dass solche Musik mit ihrem schnoddrigen Gitarrensound live leider oft zu einem unkenntlichen Brei verfälscht wird.

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