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ASP im Konzert (Dresden, März 2017)

Pur, intim und stimmungsvoll

ASP laden zu einer Semi-Akustiktour, die unter dem Motto „Intimus- Rar und Pur“-Tour steht. Nicht nur, dass hier Stücke versprochen werden, die nur selten oder gar nicht gespielt wurden, auch kleinere Häuser sind anvisiert, um so eine intimere Atmosphäre zu schaffen. Überraschend ist somit die Wahl des Alten Schlachthofs in Dresden, der zwar fast so etwas wie ein zweites Wohnzimmer der Frankfurter darstellt, allerdings besticht selbst der kleine Saal mehr durch Größe, denn durch sein stimmungsvolles Ambiente.

Mit „De Profundis“ starten ASP in den Konzertabend und bringen damit ein zurückgenommenes Stück auf die Bühne, welches aber dennoch für erste Begeisterungsstürme sorgt. Die zurückgefahrene Lichtshow und die wohltemperierte Lautstärke sorgen für ein behagliches Flair, welches Frontmann Alexander „Asp“ Spreng zu unterstützen weiß. Dieser präsentiert sich als eloquenter und unterhaltsamer Gastgeber, der tatsächlich die Größe des Saals schwinden lässt und dem Rund einen vertrauten Rahmen gibt.

„Wechselbalg“ gehört zwar nicht unbedingt zu den Raritäten, aber mit „Die vielen Jahre“ taucht schon der erste Song dieser Kategorie auf, um mit „Aufbruchstimmung“ ebenfalls wieder in alte Geschichten einzutauchen, die aber nicht ansatzweise auf taube Ohren treffen, sondern allesamt mit Begeisterung aufgenommen werden. Als dann noch ein Klassiker wie „Me“ auftaucht, gibt es kein Halten mehr, Hände gehen nach oben und ein hundertfacher Chor erklingt. Asp prostet mit einer Tasse Tee zu und berichtet von dem Auftritt in Reutlingen, als er erkältungsbedingt wie Asp- (In) Extremo klang und sicher den größten Respekt der Kollegen eingefahren hätte. Eine dreitägige Bettruhe, die mit unglaublichen Mittelchen angereichert wurde, ließen ihn aber wiederauferstehen, um nun, fast komplett genesen, wieder hier stehen zu können. Keine Frage, dass es für die Auferstehung einen Extra-Applaus gibt, der sich direkt mit dem für den nächsten Titel „Astoria verfallen“ verbindet. Musiker und Publikum feuern sich gegenseitig zu Höchstleistungen an, was schließlich ein leicht sentimentales „ach Dresden“ entlockt.

Eine Menükarte taucht auf, in der die Öffnungszeiten für das „Varieté Obscure“ enthalten sind, vielleicht auch der Inhalt des Liedes, immerhin sei es laut Spreng das Schlimmste, die Texte wieder auswendig zu lernen. Mit „Finger weg! Finger!“ gibt es schließlich eine ordentliche Rock’n’Roll-Kante, bei der nur der Hüftschwung des Meisters fehlt. Und um auch weiterhin kräftig Liedtexte lernen zu können, kündigt Asp für den 27. Oktober auch schon das nächste Album an, mit welchem man es wieder krachen lassen will. Von diesem Werk gibt es das erste Vorabstück zu hören, welches wohl jetzt schon zum Erfolg zu erklären ist, immerhin herrscht bei „20.000 Meilen unter dem Meer“ ebenfalls eine ausgelassene Stimmung.

Damit geht es schon gen Endspurt, immerhin wartet noch die zweite Halbzeit, welche in Form einer Autogrammstunde abgehalten wird. Wer nichts zum Unterschreiben hat, kann sich auch gern noch ein Souvenir zulegen und mit gleichnamigem Titel geht es weiter im Programm, um „Rücken an Rücken“ mit den Zuschauern das vorletzte Lied zu präsentieren. „Fortsetzung folgt“ ist der Abschluss des Auftritts, der mit „Nie mehr“ tatsächlich eine kleine Weiterführung erfährt. Nach reichlich zwei Stunden entlassen ASP ein glückliches Publikum, welches einen stimmungsvollen, perfekt arrangierten Auftritt erleben durfte, nun direkt in die zweite Halbzeit.

Setlist:

De Profundis
Wechselbalg
Die vielen Jahre
Aufbruchstimmung
Hunger
Me
Astoria verfallen
Varieté Obscure
Strom
Schwarzer Schmetterling
Finger weg! Finger!
20.000 Meilen unter dem Meer
Souvenir, Souvenir
Rücken an Rücken
Fortsetzung folgt
Nie mehr

(Setlist ohne Gewähr)

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