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Börsencrash Festival 2009

Metal Meeting Wuppertal


The New Black beim Winternachtstraum Festival 2009

The New Black beim Winternachtstraum Festival 2009

Das kleine beschauliche Städtchen Wuppertal ist wahrlich nicht der Nabel des Metals, die Szene ist übersichtlich, und die Stadt selber glänzt eher mit dem sorgsam gepflegten Wahrzeichen Schwebebahn. Und doch findet nun zum vierten Male dort ein Festival statt, das sich dem melodischen Metal verschrieben hat. So haben in den vergangenen Jahren schon illustre Bands wie Axxis, Orden Ogan, Custard oder auch Majesty die Bühne gerockt. Auch in diesem Jahr ist es dem Veranstalter gelungen, ein starkes Billing auf die Beine zu stelle

Without Wax

Die sehr junge Band aus Wesel stellt den Opener und besteht aus Yannik (voc), Florian (git), Jonas (b) und Tino (dr). Gegründet haben sie sich vor etwa zwei Jahren und konnten schon auf über 60 Konzerten ihren Alternativrock vorstellen. Der Track „No School Today“ ihrer ersten EP „Innocence Fadin'” avancierte sogar zu einem kleinen Radiohit.  Sicherlich werden Without Wax auch neues Material im Rahmen des Börsencrash Festivals vorstellen, denn die Debut-CD ist schon längst unter der Regie von Siggi Bemm (u.a. Kreator, Tiamat) eingespielt und wird im Frühjahr durch Limited Access Records einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

The Mystery

Als zweite Band an diesem Abend wird The Mystery die Bühne entern. Mit deutlich mehr Erfahrung und auch schon vier Releases im Rücken wird es dann auch metallischer rund um Rockröhre Korry. The Mystery  gründeten sich schon 1996 in Heiligenhaus und mussten so manchen Wechsel in den eigenen Reihen verkraften. 2002 erschien dann die erste CD „Where The Wind Blows Freedom“ in Eigenregie (2006 nochmals neu aufgelegt und um drei Bonustracks erweitert), damals noch mit Denise am Mikrofon. Schon ein Jahr später legten The Mystery die nächste CD „Facing The Storm“ nach und boten darauf sehr hochwertigen melodischen Rock mit leichtem Touch aus den Achtzigern. 

The Mystery legten sich nicht auf die faule Haut, schrieben weiterhin neue Songs und veröffentlichten über TTS Media Music die CD „Scars“. In der anschließenden kreativen Pause nahm Sängerin Denise wegen musikalischer Differenzen den Hut, neu ans Mikro wurde die vorher bei Careful Eye tätige Korry gezerrt. Ergebnis dieser neuen Konstellation war dann 2008 die „Soulcatcher“-CD, wofür sich dann auch gleich das Label Limited Access verantwortlich zeichnete. Unlängst steuerten The Mystery den Track „Bad Blood“ für einen Warlock-Tribute-Sampler bei.

Motorjesus

Schon 1992 gründete sich diese Band, damals noch unter dem Namen Shitheadz. Der Heimatstandort Mönchengladbach wurde schnell unsicher gemacht, der erste Tonträger in Form der Demo-CD „0.45 Cal“ 1997 zum Verkauf angeboten. Erst 2001 folgte eine neue Demo-CD namens „Demonride“, „Dirty Pounding Gasoline“ kam dann zwei Jahre später.

Noch unter dem Namen Shitheadz konnte ein Deal bei Locomotive Records ergattert werden, und 2004 stand dann endlich die erste Full-Length-CD „Dirty Pounding Gasoline“ in den Läden. Die Presse war mehr als begeistert, beim Rock Hard Magazin stand man auf den Dynamit-Seiten.

Es folgten Schwierigkeiten mit dem Namen in Übersee, sodass ein neuer Name her musste. Schnell wurde sich dann nach einem Track der ersten CD benannt, und Motorjesus waren geboren. 2006 folgte dann die zweite CD „Deathrider“ beim gleichen Label, und wieder waren alle hellauf begeistert. Die Band konnte aber die Vorschusslorbeeren nicht umsetzen, stand sich ein wenig selbst im Weg, das Personalkarussell wurde angeschmissen. Im Frühjahr 2008 stieß dann eine komplett neue Rhythmustruppe von den ehemaligen Fyredogs zu den Motorjupps, wie sie von den Fans liebevoll genannt werden.

Diese Truppe spielte dann für ein Jahr diverse Shows und schrieb fleißig Songs, ein Studiotermin stand an – aber alles wurde gecancelt. Die Kölner Rhythmus-Fraktion wurde vor die Tür gesetzt (und belebte gleich die Fyredogs wieder) und Ersatz von langjährigen Freunden gestellt. Nach und nach wurden Motorjesus wieder an der Live-Front aktiv und waren immer ein Garant für intensive Shows. Aktuell hilft Gitarrist Sven von den Devils Door bei den Live-Aktivitäten aus, neues Material wurde auch schon aufgenommen und soll in den nächsten Tagen zum Download freigegeben werden. Aber egal, in welcher Konstellation diese Band auf der Bühne steht, die Fans können sich auf intensive Minuten auf und vor der Bühne einstellen.

The New Black

Auch The New Black bedienen die Fans mit melodiösem Heavy Rock, der gut ins Ohr und ins Tanzbein geht. Die Band besteht aus dem ehemaligen Motion Control Foundation Sänger Fludid, dem auch bei Sinner aktiven Gitarristen Leimsen, den beiden ehemaligen Runamok-Mitstreitern Fabs (git) und Chris (dr), verstärkt durch den Bassisten Günt (auch bei Prophesy und Abandoned aktiv). Die ersten Songs wurden eingespielt und 2008 erschien eine erste Demo-CD (eigentlich eine Vorproduktion zur Debut-CD). Die Presse überschlug sich mit Lobhudeleien, und The New Black hatten die Chance, neben kleinen Club-Shows auch vor tausenden Fans im Vorprogramm von Black Label Society und Volbeat zu spielen, noch bevor die erste Full-Lenght-CD „The New Black“ Anfang 2009 via AFM Records in die Läden gewuchtet wurde.

Selten hat eine deutsche Band solch eine deutlichen Sprung nach vorn gemacht – auch beim Börsencrash Festival werden The New Black für Furore sorgen. Vielleicht wird dann auch der eine oder andere neue Song auf den Plan treten, arbeiten die Jungs doch auch schon an dem Nachfolger des Debuts.

Powerwolf

Ungleich bombastischer wird es dann später am Abend, wenn Powerwolf mit ihrem Power Metal die Besucher zu verzücken versuchen. Zweifellos hat die Band nicht nur genügend Potential, sondern auch reichlich Live-Erfahrung, beackerten sie schon solche Festivals wie das Summer Breeze oder auch das Wacken Open Air.

2004 fand diese Band zusammen, aus Rumänien wurde Shouter Attila verpflichtet, und schon das erste Album „Return In Blood“ wurde durch Metal Blade herausgebracht. Fleißig wurden weitere Songs über Mythen und Legenden erarbeitet und vertont, zu hören auf der CD „Lupus Dei“ (2007). Die Band selber bezeichnet dieses Album als Meilenstein, denn die Reviews waren überwältigend, und „Lupus Dei“ wurde nicht selten als Klassiker eingruppiert.

2009 schließlich wurde das neueste Werk abermals über Metal Blade auf die Gemeinde losgelassen (die limitierte Fassung mit einer DVD vom umjubelten Wacken-Gig). Seitdem haben sich Powerwolf ein wenig rar gemacht, einige große Festivals wurden jedoch mitgenommen. So dürfte die Band sehr darauf brennen, den Börsencrash Besuchern ihr Material näher zu bringen und ein bombast-metallisches Feuerwerk auf der Bühne zu entfachen.

Mob Rules

Mit reichlich Bombast geht es dann beim Börsencrash auch auf die letzte Etappe an diesem Abend. Die aus Wilhelmshaven angereiste Truppe Mob Rules hat schon einige Jahre auf dem Buckel, gründete sie sich bereits 1994 und veröffentlichte in schöner Konstanz immer wieder neue Alben. Den Start bildete dabei die in Eigenregie veröffentlichte CD-EP „Savage Land Part I“ im Jahre 1996. Die erste Full-Length-CD „Savage Land“ kam dann 1999 über Limb Music Products heraus. Nur ein Jahr später erschien dann der Nachfolger „Temple Of Two Suns“. Es wurde das Label gewechselt, und 2002 wurde die „Hollowed Be Thy Name“ auf Kundenfang in den Orbit gehievt. Keine zwei Jahre später stand die vierte Full-Length-CD „Among The Gods“ in den Läden. Weil bis zu diesem Zeitpunkt nicht nur unzählige Konzerte und reichlich erstklassiges Liedgut entstand, entschied sich Mob Rules 2005 zur Veröffentlichung der Live-DVD „Signs Of The Time – Live“.

Die Ideen scheinen den Jungs nicht auszugehen, denn wiederum ein Jahr später kam die neue Scheibe „Ethnolution A.D.“ heraus. Bemerkenswert ist bei Mob Rules, dass über die ganzen Jahre hinweg die Besetzung recht konstant blieb, ebenso bliebt man immer dem Label SPV treu. Eine kleine kreative Schaffenspause endet im Oktober 2009, wenn die CD-Single „Astral Hand“ via AFM ans Tageslicht gezerrt wird. Im November dann folgt der neueste Output in Form des Albums „Radical Peace“.

Sicherlich wird auch das eine oder andere neue Stück vorgestellt, allerdings wird der Schwerpunkt wohl auf die melodischen Stücke der Vergangenheit gelegt.

Als Location hat sich das Börsencrash Festival in der Börse Wuppertal verschanzt. Fans des melodischen Power Metals, aber auch des „Arschtritt-Rock’n’Rolls“ sollten sich umgehend eine Karte sichern. Weitere Informationen sind auf der Seite des Festivalbetreibers auszumachen. Die Karte kostet im VVK lediglich 12 Euro, an der Abendkasse werden 16 Euro fällig. Der Einlass beginnt schon um 16:30 Uhr, die erste Band startet um 17 Uhr.

20.09.2009 19:32 | Alter: 3 Jahr(e)
Jörg Müller