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Anvil, AC Angry im Konzert (Köln, August 2013)

Old-School-Mittelfinger für den Norden

Unverkennbares Mienenspiel bei Lips

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Anvil

Zwei Gründe gleich vorweg, warum man sich heute Abend durchaus die Äuglein reiben darf: Erstens wäre da die Tatsache, dass sich heute Abend mehr als 300 Fans ins Underground eingefunden haben, scheint doch sonst irgendwie nahezu jeder Metalhead gen norddeutscher Kirmesveranstaltung abgerauscht zu sein, und zweitens die Setlist, die trotz des neuen Albums „Hope In Hell“ mit zahlreichen Klassikern glänzen kann.

Gar nicht überraschend kommt einmal mehr daher, wie spielfreudig das Trio die Songs herunterrotzt, immer wieder mit einem fetten Grinsen im Gesicht, was vor allem bei den ersten Songs damit zusammen hängen mag, dass die Nasen der ersten Reihe noch den Duft der bewusstseinserweiternden Rauchwaren wegschnuppern können.

Einen Tag Pause haben sie sich gegönnt, um die Eindrücke von der Insel zu verarbeiten und ihren ersten Gig dieser Tour im Metalmekka Deutschland abzuhalten – 35 Jahre Anvil ohne gerade die Fans in Dschörmanie wären wohl so nicht möglich gewesen, wie Lips in einer wahren Lobhudelei vor dem Rausschmeißer „Metal On Metal“, den er nicht nur den Anwesenden widmet, stolz von sich gibt – „straight from my heart“ kommt da ohne Anbiederung über Lips' Lippen.

Doch bis zu diesem verbalen Höhepunkt ziehen Anvil auch so alle Showregister, allen voran natürlich Meister Lips höchstpersönlich, der einmal mehr sehr gesprächig ist und so manche Geschichte von sich gibt, oder aber förmlich das Dildosolo in „Mothra“ zelebriert. Lediglich Robb scheint ihm bei „Swing Thing“ mit seinem viel umjubelten Solo die Show zu stehlen, während der nicht mehr ganz so neue Bassist Sal, der laut Lips vollkommen zur Anvil-Familie gehört und schon damals mit seiner Band Cities im Vorprogramm von Anvil zockte, sich eher auf die pumpende Rhythmusarbeit konzentriert und lediglich mit einem „ich kann euch nicht hören“ einmalig etwas mehr in den Fokus rutscht.

„Anvil, Anvil“ – die schon vor dem Auftritt skandierten Sprechchöre verlängern immer wieder die eher knapp gehaltenen Pausen. Doch auch diese haben es in sich. So imitiert Lips den unstet zappelnden Ozzy und fragt sich, wie Black Sabbath ihr Album nur „13“ nennen konnten, habe er doch schon vor Jahren dem ollen Tattergreis erzählt, dass sie ein Album mit mit dem Titel „This Is Thirteen“ veröffentlichten. „Scheiße heiß heute“ leitet „On Fire“ ein, „Deep fucking Purple“ passt wie die Faust aufs Auge für „Through With You“, doch das alles wird dann davon getoppt, dass Lips erklärt, dass hier die wahren Metalheads anwesend sind, so nah beisammen, Auge in Auge, und nicht auf dem Wacken Open Air, wo die Band morgen dran ist. Das kann man dann auch als Fazit unter einer äußerst gelungenen Show stehen lassen, die nach gut 85 Minuten zu Ende geht.

Setlist:

March Of The Crabs
666
School Love
Badass Rock’n’Roll
Winged Assassins
On Fire
This Is Thirteen
Mothra (mit Dildo-Gitarrensolo)
Through With You
Thumb Hang
Swing Thing (inkl. Drumsolo)
Hope In Hell
Eat Your Words
Metal On Metal
---------------------
Running

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