Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Anti-Flag, Red City Radio, Trophy Eyes, The Homeless Gospel Choir (Amsterdam, Oktober 2015)

Alles was das Herz begehrt

THGC hat mindestens genau so viel Spaß wie seine Fans

Zum Thema

Nicht eine, nicht zwei, nein ganze drei Vorbands haben sich die Punker von Anti-Flag auf ihre Tour eingeladen. Unterschiedlicher Stil, aber gleiches Motto, so lautet die Devise für diesen Abend. Den Anfang machen:

The Homeless Gospel Choir

Besagter „Chor“ stellt sich dem Namen zum Trotz als Ein-Mann-Singer-Songwriter-Projekt heraus. Allerdings natürlich nicht einfach irgendwelche Songs. THGC spielt Protestsongs, wie er nicht müde wird, vor jeder neuen Nummer zu betonen. Alles was er dazu braucht, sind ein Mikro und eine Gitarre – simpel aber effektiv. Der Saal ist angenehmerweise schon recht gut gefüllt, was im Hinblick darauf, dass es bis zum Anti-Flag-Auftritt noch fast 3 Stunden hin sind, nicht wirklich selbstverständlich ist.

Wie sich schnell herausstellt, ist das allerdings kein reiner Zufall. Tatsächlich hat der obdachlose Gospelchor sich in Amsterdam schon eine kleine, aber treue Fanbasis erarbeitet, die ihn dann auch euphorisch begrüßt. Nach einem artigen Dankeschön geht es dann auch sofort los. Das Gitarrenspiel dürfte ausgefeilter sein, eigentlich geht es aber sowieso nur um die Message. Und die lautet in etwa „protestiert und kritisiert – hier läuft leider eine ganze Menge falsch“. Die Themen reichen dabei von Luxusproblemen über eine fiese High-School-Lehrerin und Musikgeschmack bis hin zur großen Frage: Gibt es einen Gott?

THGC singt aber nicht nur stur seine Songs, der gute Mann erzählt auch ein bisschen was. Darüber, wie Punkrock sein Leben gerettet hat nämlich. Wie er seine Drogensucht überwunden, seine Selbstmordgedanken hinter sich gelassen und in der Musik einen neuen Sinn gefunden hat. Hierfür erntet er dann auch ordentlich Applaus und begeisterte Zurufe vom generell sehr euphorischen Publikum.

Dann geht es weiter im Programm. Allerdings nicht besonders lange – eine besonders euphorische Zuschauerin klatscht dermaßen laut (und vor allem falsch) mit, dass sich THGC dazu veranlasst sieht, seinen Song zu unterbrechen und ein paar vielleicht nicht ganz so freundliche Worte an die Dame zu richten: „Es freut mich riesig, dass du die Show so genießt, aber kannst du bitte mit dem Klatschen aufhören? Ich bin wirklich kein besonders guter Gitarrist und wenn es etwas gibt, mit dem ich gar nicht klarkomme, dann ist es dein gegen-den-Takt-Geklatsche - Danke“. 

Was der Frau nicht so ganz schmeckt, kommt beim restlichen Publikum umso besser an und so singen die Fans beim folgenden, leider schon vorletzten Song aus vollem Hals mit. Die letzte Nummer knüpft daran an und lässt ein sehr zufriedenes Publikum zurück. Das war definitiv ein starker Beginn eines langen Abends und eine für einen so frühen Opener fast schon ungewöhnlich begeisterte Rückmeldung vom Publikum.

Setlist:

Luxury Problems
With God On Our Side
Musical Preference
Untitled
Some People

Seite
comments powered by Disqus

Von Erinnerungen, Rückblicken und Genuss

Wolken mit Gesichtern oder Jesus auf einem Pfannkuchen

Hinzu kommen Borknagar, Wolfheart und Hinayana

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna