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Anthrax im Konzert (Köln, Juli 2016)

„Für all die fünf Mosh-Könige“

Schießt haufenweise geniale Riffs aus den Ärmeln: Scott Ian.

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… kommt das Publikum an dem besagten Abend zusammen, denn Anthrax haben erstaunlicherweise keinen Einheizer mit im Gepäck. Die Halle ist eine Woche nach Megadeth nur bis maximal zur Hälfte gefüllt und das auch nur so, dass der Bereich um das Hauptmischpult herum in der Hallenmitte abgedeckt ist. Der Band gelingt es dennoch immer wieder, dem Genre neue Nuancen abzuringen und dabei mit mittlerweile mehr als 15 Millionen verkauften Tonträgern stetig erfolgreich zu sein. Mit ihrem neuen Album, das Ende Februar erschien und von Null auf Platz neun der US-Billboard Charts schoss, kommen die Fünf für zwei Headliner-Shows nach Deutschland und zeigen, dass sie immer noch sehr relevant in der Szene sind.

Die viertgrößte Band der Big Four fängt energiegeladen mit „You Gotta Believe“ vom letzten Album an und die Menge singt jede einzelne Zeile des Songs mit. Das ist auch nötig, denn der Gesang von der Bühne lässt sich anfänglich vermissen. Wenn man die Band länger kennt, weiß man, dass bei dieser Gelegenheit nur mit Songs der Belladonna-Alben zu rechnen ist. Diese gehören zweifelsohne zu den Klassikern der gesamten Bandgeschichte. John Bush war beileibe nicht schlecht, aber die klassische Besetzung ist nun mal ohne Belladonna nicht vorhanden.

Leider muss man trotzdem auf solche Granaten wie „Armed And Dangerous“, „Keep In The Family“ oder „Be All, End All“ verzichten. Dennoch wirkt das gesamte Set rund, denn „I Am The Man“ aus der Rap- oder „March Of The S.O.D.“ aus der Hardcore-Phase sind vertreten und runden das Gesamtpaket somit ab. Es ist kaum zu glauben, dass die Jungs mittlerweile fast auf den Tag genau 35 Jahre diese Maschinerie betreiben und so frisch wirken. Belladonna gibt hundert Prozent, bewegt sich ordentlich und ist auf jedem Fleck der Bühne zu finden.

Scott Ian ist hingegen auf der rechten Seite etwas versteifter als sonst von ihm üblich. Könnte der Grund sein, dass die Halle so spärlich gefüllt ist? Nichtdestotrotz schießt er haufenweise geniale Riffs aus den Ärmeln. Das Publikum ist erstaunlich textsicher an dem Abend. Da fliegen die Haare und die Hände in die Luft, außerdem bildet sich vorne in der Mitte auch ein Moshpit, denn die Amis wissen ihr Publikum von Anfang an zu begeistern. Belladonna läuft rauf und runter und animiert die Menge immer wieder zum Mitsingen. Der Sound ist während des gesamten Auftritts genau richtig und differenziert.

In der zweiten Hälfte ihres Programms kommen auf die linke beziehungsweise rechte Seite der Bühne Dio- und Dimebag-Fahnen, um vor den zwei Größen der Szene mit „In The End“ zu huldigen. Als letzter Song ertönt bald der Partymacher „Antisocial“ und läutet das offizielle Ende des Sets ein. Danach werden nur noch „Breathing Lightning“ und der übergroße Klassiker „Indians“, allerdings ohne Indianerperücke, gespielt.

Anthrax legen eine spielerisch starke Performance ab und haben sicherlich die Ehre, zu den vier Größten der Szene zu gehören. Negativ anzumerken ist lediglich mit einer Stunde und 15 Minuten die Kürze der Show und dass die Ordner ca. zwanzig Minuten nach Schluss die Anwesenden zum Ausgang begleiten.

Setlist:

Intro
You Gotta Believe
Monster At The End
Caught In A Mosh
Madhouse
Got The Time
Fight ’Em ’Til You Can’t
Evil Twin
Medusa
March Of The S.O.D.
In The End
Antisocial
--------------------------
Breathing Lightning
Indians

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