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Annihilator, The Generals im Konzert (Essen, Oktober 2013)

Schredderkunst im ausverkauften Essener Turock

Grimassenkönig Jeff Waters

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Annihilator

Und was bitteschön ist das für ein Abriss, den Annihilator heute abliefern? Wer gedacht hatte, dass sie eine laue Nummer schieben werden, nachdem sie schon den Chrash mit dem Tourbus hatten, wer gedacht hatte, hier nur eine mies-maue Show abzubekommen, nur weil sich Obergitarrenschredderer Jeff noch auf Tour vor wenigen Tagen wegen einem Nierenstein hatte behandeln lassen müssen, ja wer das gedacht hat, der hat sich gewaltig in den Finger geschnitten.

Wie schon eingangs erwähnt, ist es kaum zwei Jahre her, da hatten Annihilator nur 160 Nasen nach Köln locken könne, heute vor ausverkauftem Turock bockrockt es sich natürlich ein wenig entspannter, die Show mutiert zur Therapiestunde und wie könnten die Kanadier besser anfangen als mit „Alison Hell“ vom Debüt? Eben. Der Auftakt zur Old-School-Show ist getan, ein Kracher jagt den anderen, die Fans, so dicht gedrängt, dass man kaum wieder die einmal erhobenen Arme nach unten bekommt, können kaum glauben, was sie da alles auf die Lauscher bekommen.

Darauf mussten sie heute ja auch lange warten, denn der verspätete Einlass lag allein daran, dass alle in der Technik eingebundenen einen entscheidenden Fehler nicht abstellen konnten: Sobald die Lightshow einsetzte, brummte es einfach nur aus den Boxen. Ergo: Keine Lightshow auf der Bühne, nur mittels der hinten im Club angebrachten Strahler kann die Turock-Lichtdesignerin noch für ein wenig mehr Abwechslung sorgen – das hatten wir im Turock so noch nie und wird wahrscheinlich auch eine einmalige Sache bleiben.

„Essen, are you ready?“ will Jeff dann vor „Refresh The Demon“ wissen – bis hierher gab es eigentlich keine nennenswerte Pause, sondern nur Thrash Metal pur, einfach ein fettes Old-School-Programm auf die Glocke, ganz im Sinne der Fans, die sich natürlich nicht nehmen lassen, alle Songs lautstark mitzusingen. Ein wenig überraschend aber ist, dass so gar kein wirklicher Moshpit entsteht, erst gegen Ende der Show bei „Deadlock“ ist ein deutliches Verschiebeplus im Fanblock zu entdecken. Bei den beiden Zugaben „Ultra-Motion“ und noch einen Tacken intensiver bei „King Of The Kill“ wird dann gemosht und so eine große Lücke auf dem Tanzparkett gerissen.

Weitere Überraschung eines nicht überraschungsarmen Abends: Lediglich bei „No Zone“ ist ein Stagediver vor Ort – elegant, wie sich Rezet-Frontmann Ricky über die Köpfe von Sebastian, Frontmann bei Eradicator, und Jan-Peter (Drummer bei Eradicator) hinwegrollt. Ansonsten liegen die Überraschungen eher im musikalischen Bereich. Da wäre die laut Jeff für Headbanger gemachte Hymne „Second To None“ oder das kommentierte Medley „“Phoenix Rising“/ „Sounds Good To Me“/ „Snake In The Grass“, bevor Annihilator erst gegen Ende des regulären Sets Richtung neues Album „Feast“ einbiegen. Ganz großes Kino ist dann aber die ungeplante Zugabe „Phantasmagoria“ – „Für euch ein Dankeschön“, meint Jeff, denn die damals auf Demotapes veröffentlichten Songs führten nicht nur zum Deal, sondern sorgten auch dafür, dass Annihilator überhaupt nach Deutschland kommen konnten. Was sie nach vierzehn nicht immer geilen Studioalben zu leisten vermögen, davon konnte man sich heute in Essen überzeugen. Das Rock Hard Festival kann kommen, wenn sie sich auch noch mit Sacred Reich die Bühne teilen.

Setlist:

  • Alison Hell
  • W.T.Y.D. (Welcome To Your Death)
  • Knight Jumps Queen
  • Reduced To Ash
  • Set The World On Fire
  • Refresh The Demon
  • Never, Neverland
  • No Zone
  • The Fun Palace
  • Fiasco
  • Bliss
  • Second To None
  • I Am In Command
  • Medley (Phoenix Rising/ Sounds Good To Me/ Snake In the Grass)
  • Drum Solo
  • No Way Out
  • Smear Campaign
  • Time Bomb
  • Ambush
  • Deadlock
  • ---------------------
  • Ultra-Motion
  • King Of The Kill
  • Phantasmagoria
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