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Anathema im Konzert (Hamburg, Juni 2010)

Grandioser Auftritt, den man garantiert noch lange in Erinnerung behalten wird

Großartiger und mit Humor gesegneter Frontmann: Vincent Cavanagh

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Lang, lang hat’s gedauert, bis Anathema endlich mit einem neuen Album aus dem Quark gekommen sind – die letzte Scheibe „A Natural Disaster“ wurde bereits vor über sechs Jahren veröffentlicht. Zwar erschien mit „Hindsight“ 2008 eine Platte mit Albumlänge, doch bei diesem Werk handelte es sich mehr um eine Art Compilation, auf der alte Stücke der Band in Neueinspielungen – genauer gesagt: in Akustikversionen – zu finden waren, lediglich das finale „Unchained (Tales Of The Unexpected)“ war ein bis dato noch nicht veröffentlichter Song.

Nun aber hat man mit „We’re Here Because We’re Here“ einen brandneuen Silberling am Start, der zum Glück keine Enttäuschung geworden ist; es soll ja – hin und wieder nicht zu Unrecht – durchaus Leute geben, die bei einer Band, die sich so viel Zeit lässt, eher skeptisch sind und befürchten, diese würde nichts Ordentliches mehr zustande kriegen.
Nicht so bei Anathema, die erneut mit einer starken CD aufwarten können und diese nach so langer Pause natürlich auch kräftig zu promoten gedenken. Man spielt in diesem Jahr auf zahlreichen Festivals – unter anderem auch auf dem Summer Breeze – und plant im Herbst eine Europatournee. Ein paar ausgewählte Club-Konzerte gibt man jedoch schon jetzt, drei davon in Deutschland, von denen das erste an diesem Abend im Knust zu Hamburg steigt.

Offenbar haben sich die Engländer vorgenommen, ein recht ausführliches Set zu spielen, denn es tritt keine Vorband auf – den meisten wird’s recht sein, gerade wenn man bedenkt, dass der Konzertbeginn unverständlicherweise (schließlich befinden wir uns mitten in der Woche) mal wieder erst um 21 Uhr angesetzt ist. Trotz der Fußball-WM ist der Club relativ gut gefüllt, ein Problem ist es dennoch nicht, sich bis in die erste Reihe zu manövrieren.

Da eben wie erwähnt kein Supportact spielt, lässt die Gruppe sich viel Zeit; gegen neun wird noch mal ein kurzer Soundcheck und ein Stimmen der Instrumente vorgenommen und als zuletzt die Setlists auf den Bühnenboden geklebt werden, ist es schon zwanzig nach. Allerdings muss dazu erwähnt werden, dass auf der vom Publikum aus gesehen rechten Seite der Bühne eine Uhr hängt, die etwa fünfundzwanzig Minuten nachgeht – anscheinend richten sich Anathema nach dieser, denn als das Quintett um die drei Cavanagh-Brüder die Bretter entert, ist es zumindest auf diesem Ziffernblatt ziemlich genau neun.

Die Liverpooler starten mit dem Opener ihres neuen Werkes, „Thin Air“, in den Set, was natürlich wenig überraschend ist. Obwohl „We’re Here Because We’re Here“ erst vor etwa zwei Wochen erschienen ist, sind die Leute gut vorbereitet – die Stimmung ist sehr intensiv und schon jetzt ganz hervorragend. Des weiteren kann man bereits jetzt sagen, dass man dafür, dass wir in der ersten Reihe stehen und der Knust bis hinten gefüllt ist, wenn auch keineswegs überquillt, sehr viel Bewegungsfreiheit hat – aber Anathema spielen ja auch das absolute Gegenteil von aggressiver Musik, sodass es heute kein Gedränge und/oder Gepoge gibt und man die Show wunderbar genießen kann.

„Thin Air“ ist wirklich ein guter Einheizer mit seinem simplen, aber eingängigen Riff und dem hypnotischen Drum-Beat, beim folgenden „Deep“ (nach wie vor einfach ein Superhit) wird die Stimmung allerdings noch mal gesteigert, denn dieses Stück kennt nun wirklich jeder Anhänger von Anathema, ist es doch der Eröffnungstrack des großartigen „Judgement“-Albums von 1999, dem mit dem melancholischen Doppelpack „Forgotten Hopes“ und „Destiny Is Dead“ auch im folgenden Tribut gezollt wird.

Überhaupt ist die Setlist einfach nur der Hammer, die Band zockt sich durch ein erstklassiges Best-of-Programm, einer absolut stimmigen Mischung aus alten Tracks und neuem Material, wobei die neue Scheibe logischerweise schon im Fokus steht: Neben „Thin Air“ kommen mit dem zum Heulen schönen „Dreaming Light“ (vor dem Frontmann Vincent Cavanagh vom Publikum wissen will, wer die neue CD gekauft habe, und das recht verlegen anmutende Schweigen, welches erstaunlicherweise auf die Frage folgt, mit den Worten „You fuckers! You downloaded it?“ kommentiert, dabei aber natürlich verschmitzt grinst), dem geradezu schwebenden „Everything“, „Angels Walk Among Us“, das der mittlerweile kurzhaarige Gitarrist und Zweitsänger Danny Cavanagh mit einem Grinsen Ville Valo widmet, „A Simple Mistake (einer der besten Tracks von „We’re Here Because We’re Here“, der sich grandios steigert) und „Universal“ gleich fünf weitere Songs der Platte zum Zuge.

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Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend