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Amorphis, Starkill, Hamferd im Konzert (Hamburg, Dezember 2013)

Drei gute bis sehr gute Bands sorgen für einen kurzweiligen Abend

Können mit ihren Livequalitäten wieder vollends überzeugen: Amorphis

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Amorphis

Noch ein wenig voller wird es, als gegen 21:30 Uhr endlich der Headliner die Bretter erklimmt. Ein paar kleine Lücken tun sich hier und da noch auf, doch dürfte der Laden kurz vor ausverkauft stehen. Logisch, dass die Stimmung nun dem Siedepunkt entgegenstrebt; jedes die Bühne betretende Bandmitglied bekommt seinen Anteil an Jubel. Und natürlich nennt Tomi Joutsen entgegen allen Gerüchten immer noch eine prächtige Dreadlock-Matte sein Eigen, wobei er sich heute wenigstens mit Propellerkreisen eher zurückhält – sechs Leute auf der nicht unbedingt riesengroßen Markthallen-Bühne schränken eben schon ein wenig die Bewegungsfreiheit ein.

Mit zwei „Circle“-Songs wird das Set eröffnet – verständlicherweise steht die aktuelle Platte mit insgesamt fünf Songs klar im Fokus, warum man nun allerdings die vergleichsweise eher durchschnittlichen Tracks „Narrowpath“ und „The Wanderer“ auswählen musste, bleibt fraglich; „Mission“ oder das geile „Into The Abyss“ beispielsweise hätten zumindest für meine Begriffe eher die Berechtigung, live ausgetestet zu werden.

Sei’s drum, den Zuschauern ist es wurscht, denn sie feiern ohnehin alles ab. Gleichwohl in die „Amüsant“- wie auch „Nervig“-Kategorie fällt eine Fraktion in der Nähe des Mischpults, die bei sämtlichen „Skyforger“-Songs gnadenlos Party macht und lauthals die Texte mitsingt, beim Rest jedoch durch nicht enden wollendes Gequatsche auffällt. Ist es eigentlich so schwer (auch bei einem Metalkonzert) einfach mal die Klappe zu halten und die Musik zu genießen?

Immerhin zeigt dies, dass „Skyforger“ offenbar eine besonders große Langzeitwirkung besitzt – nun gut, „Sampo“ und „Silver Bride“ sind sowieso längst Live-Klassiker, die auf keinem Konzert der Finnen mehr fehlen dürfen, mit „Sky Is Mine“ wird ein weiteres Stück des 2009er Werkes später in der Zugaben-Sektion dargeboten. Ansonsten halten sich die Überraschungen im Set in Grenzen; Amorphis können bei ihrer umfangreichen Diskographie aus dem Vollen schöpfen, doch wie gehabt wird größtenteils Material aus der Joutsen-Phase gespielt plus „Into Hiding“ und „Black Winter Day“ sowie „My Kantele“ und „Against Widows“ von der „Elegy“- bzw. „Tales From The Thousand Lakes“-Platte, die allerdings auch eher zu den Livestandards gehören.

Mit dem rohen, schwarz- und todesmetallisch geprägten „Vulgar Necrolatry“ hat man eine Überraschung aus der ganz frühen Phase (als Gitarrist Tomi Koivusaari noch zusätzlich der Sänger war) dann allerdings doch parat; wie Joutsen verkündet, würde man nun wirklich ganz zu den Basics zurückgehen, das Stück sei „brutal“ und „riecht nach Scheiße“. Nette Formulierung, aber vielleicht denken zumindest Anhänger jüngeren Datums genau dies, als ihnen plötzlich Blastbeats statt schöner, geschmeidiger Melodien um die Ohren geballert werden.

Anschließend wird in Form von „The Smoke“ der vielleicht größte Hit der Skandinavier ausgepackt, was gleichbedeutend damit ist, dass sich die Show bereits dem Ende zuneigt. Nach „Hopeless Days“ verlassen Amorphis die Bühne, werden aber umgehend zurückgebrüllt und präsentieren noch drei Zugaben, von denen die letzte – „House Of Sleep“ – ebenfalls einen unverzichtbaren Livestandard darstellt, der auch die Zuschauer noch einmal in Sachen Mitsingen kräftig fordert. Als nach gut anderthalb Stunden Feierabend ist, kann man überall in zufriedene Gesichter blicken – enttäuschende Liveauftritte kann man woanders suchen, bei den Finnen gibt es so etwas offenbar nicht. PS: Demnächst erscheint auf The-Pit.de ein Interview mit Drummer Jan Rechberger, den wir vor der Show sprechen durften.

Setlist:

Shades Of Grey
Narrow Path
Sampo
Silver Bride
The Wanderer
Against Widows
My Kantele
Into Hiding
Nightbird’s Song
Vulgar Necrolatry
The Smoke
You I Need
Hopeless Days

Sky Is Mine
Black Winter Day
House Of Sleep

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