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Amorphis, Avatarium im Konzert (Essen, Dezember 2014)

Jahresausklang mit metallischen Kängen

Ein Konzert am Sylvesterabend? Ja sicher, viele stellen sich da lieber die klassische Party vor, egal, ob mit Fondueschälchen, „Böller statt Brot“-Knallereien, Sektphiolen oder ganz besinnlich im still trauten Heim – gut 800 Menschen haben es sich aber anders überlegt und stiefeln zur Essener Weststadthalle, um sich das Package Amorphis und Avatarium zu geben – und nicht wenige bewegen anschließend gar noch ihre Hintern gen Café Nord, um sich da denn den Jahresrest zu geben, denn Schluss ist heute gegen 22 Uhr, sodass jeder auch noch seine Wechselfreizeit individuell gestalten kann.

Avatarium

Ruhig, bedächtig, Doom halt, da wird nicht pure Party gefeiert, da wird auch nicht auf der Bühne oder gerade im Publikum wild hin- und hergeschwenkt. Und während sich an den Rändern und im hinteren Bereich die Anwesenden eine Diskussion leisten, ob denn nun Avatarium langweilig sind oder nicht, steht doch eine schon sehr beachtliche Menge an Fans vor der breit angelegten Bühne, wiegt sich nach und nach in den Doomrausch und lässt sich im Zeitlupentempo einfangen.

„Wir sind Avatarium und freuen uns, hier zu sein“, so Frontfrau Jennie-Ann in ihrem gewagten Kostüm, die sichtlich überrascht ist, dass sich so viele an eben diesem Abend so früh eingefunden haben. Und wer sich heute auf die tiefgehenden Songs einlässt, der verzeiht auch gerne, dass mit Anders Iwers (Tiamat, Ceremonial Oath) der Livemusiker und nicht der etatmäßige Bassist Leif Edling auf den Bühnenbrettern steht – geschenkt, denn die Songs funktionieren auch so bestens, immer wieder von der knapp spärlichen, nicht hektischen Ausleuchtung bestens unterstützt. Ab „Tides Of Telepathy“ ist das Publikum dann auch vollends aufgewacht und klatscht fleißig mit, immer wieder brandet auch mehr als ordentlicher Applaus auf. „Dieses Jahr haben wir eine neue EP herausgebracht, davon noch ein Song“, so ihre werbende Ansage vor „Deep Well“ und die Fans stimmen in die Whoohoo-Chöre ein.

„Thank you very much“, so immer wieder die sichtlich bewegte Jennie-Ann, „das Ende kommt viel zu schnell, Danke für die Tour, danke an die Techniker und vor allem danke an Amorphis“ – die SchwedInnen wissen noch, wem sie heute Abend zu danken haben, gewinnen so locker noch ein paar Sympathiepunkte dazu und lassen mit dem anschließend intensiven „Avatarium“ als Rausschmeißer nichts mehr anbrennen.

Setlist:

Moonhorse
Bird Of Prey
All I Want
Tides Of Telepathy
Deep Well
Pandora’s Egg
Avatarium

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“