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Amon Amarth, Carcass, Hell im Konzert (Oberhausen, November 2013)

Ambivalenter Tourauftakt in Oberhausen

Carcass

Nach 20 Jahren kommen sie endlich auf Tour, und dann das. Viele bekommen nur die Hälfte mit, einige sogar gar nichts, denn Carcass müssen nun schon um viertel vor Acht ran, doch die Umbaupause zieht sich noch gute fünf Minuten länger, was am Ende aber bedeutet, dass sie auch eher aufhören müssen. Früher anfangen, pünktlich aufhören, dazu eh nur gute vierzig Minuten, da braucht man sich nicht wundern, dass sich viele Fans vollkommen vereimert fühlen, auch wenn im Vorfeld schon längst bekannt war, dass die britischen Metzelkönige eh nicht mehr Spielzeit haben werden. Und wenn dann noch klar ist, dass mit „Noncompliance TO ASTM F899-12 Standard“ (schon von Anfang an auf der Setlist gestrichen), „Ruptured In Purulence“ und „Heartwork“ gleich drei Songs nicht gespielt werden, dann könnte das hier glatt zum „bloody gore riot“-Aufruf werden.

Ansonsten kann man bis auf das recht statische Stageacting nicht viel meckern, denn was Carcass anzubieten haben, ist wahrlich nicht von schlechten Metzgern. Natürlich dürften sie den Luxus haben, aus einer Unzahl an Songs zu wählen, natürlich dürften sie manchen Fan ob ihrer Auswahl vor den Kopf stoßen und natürlich wollen sie ihr phänomenal geiles Neualbum „Surgical Steel“ vorstellen – die Mischung passt zumindest, die Fans feiern ordentlich ab, und Fuchs Jeff weiß natürlich nur allzu genau, was er denn als Köder in der Turbinenhalle auszulegen hat. „Jetzt gibt es was von 1993“, so der Fronter; „The Mortal Coil“ steht an und die Fans gehen steil, die Powerfäuste wuppen nur so nach oben. Was einmal funktioniert, kann man dann auch gleich nochmals abliefern: „Gehen wir zurück ins Jahr 1988“ – klar, Debützeiten sind hier mehr als willkommen, das Doppelpack „Genital Grinder/ Exhume To Consume“ wird nur allzu gerne abgefeiert.

Unlöblich aber dann das Ende, denn Carcass müssen auf die Minute genau abbrechen, Jeff, der schon vorher mit einer möglicherweise sarkastischen Aussage über „Deutschlands Lieblingslabel“ verblüffte, ist offensichtlich angepisst, als Bill Steer ihm anzeigt, dass sie nun abbrechen müssen – die erste Show wohl überhaupt, die seit „Heartwork“ auch ohne diesen Track endet. Zum Glück starten die Fans nun kein eigenes Gore-Meeting mit Veranstalter- oder wahlweise Security-Gedärm. Die nächste Tour dann bitte als Headliner in kleineren Clubs – wird sicher voll und kuschelig.

Setlist:

Buried Dreams
Incarnated Solvent Abuse
Unfit For Human Consumption
This Mortal Coil
Cadaver Pounch Conveyor System
Genital Grinder/ Exhume To Consume
Corporal Jigsore Quandary
Captive Bolt Pistol

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