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Amon Amarth, Carcass, Hell im Konzert (Oberhausen, November 2013)

Ambivalenter Tourauftakt in Oberhausen

Sicherlich kann man davon ausgehen, dass gerade bei einem Tourauftakt einige Details noch nicht wirklich funktionieren, denn das Team ist noch nicht eingespielt, die Vorfreude auf die endlich erste Show paart sich vielleicht auch mit ein wenig Nervosität, doch neben der im Grunde tadellosen Leistung der Bands sind es eher Probleme seitens der Organisation, die schon vor Ort einen Shitstorm verursachen, und würde ein wenig mehr südländisches Blut durch die Adern der Anwesenden pumpen, so wäre es nicht nur bei verbalen Ausschreitungen geblieben.

„Mann, hab ich Hals, 35 Euro für so einen Mist“ – so schon fast der Standardspruch. Was passiert gerade? Entgegen aller Ankündigungen müssen Hell schon um 19 Uhr auf die Bühne, Carcass sind dann schon kurz vor acht dran, dabei ist der Beginn der Konzertes auf 20 Uhr terminiert. Da kann man sich ausmalen, dass die Wut sich Bahnen bricht, denn nicht wenige waren allein wegen Carcass vor Ort. Und wenn sich einmal die Gemüter hochpeitschen, dann werden nicht nur die Shirtpreise von 25 Euro kritisiert, sondern es wird halt auch prima über das Bonsystem geflucht, welches doch eigentlich ganz praktisch ist, wenn man eben übrig gebliebene Bons auch wieder zurückgeben könnte – beim könnte hakt es dann auch schon. Dazu passt dann auch, dass fast das komplette anwesende Thekenpersonal hoffnungslos überfordert, besser noch, ungeeignet ist, denn die Schankausgabe dauert einfach viel zu lang – 20 und mehr Minuten auf eine Gerstenkaltschale zu warten grenzt ja schon an Körperverletzung. Da mag es nur wenig trösten, dass für Turbinenhallen-Verhältnisse der Sound sogar recht gut ist. Unterm Strich darf man sich aber nicht wundern, wenn sich viele TicketkäuferInnen verarscht fühlen und nicht mehr wiederkommen.

Hell

Leidtragende des heutigen Abends neben den Fans der Band sind die traditionell ausgerichteten Deibelspezialisten Hell selbst, die schon auf die Bühne „dürfen“, auch wenn bei angekündigten 3000 Gästen die Halle noch mehr als übersichtlich gefüllt ist – zu Beginn der Show sind vielleicht gut 250 Fans vor Ort, viele stehen draußen noch in der Schlange und begehren Einlass, viele sind ja auch noch gar nicht vor Ort. David Bower & Co. hatten die vorigen Tage wohl auch schon einen ganz guten Riecher, denn auf Facebook hatten sie hinterlassen, dass sie nicht immer genau wüssten, wann sie auf der Bühne stehen würden – die Aufforderung, doch die Angaben der Venues zu prüfen, kann heute zumindest als wirkungslos betrachtet werden, denn dort steht noch immer der Einlass auf 18:30 und der Start auf 20 Uhr.

Für die Briten heißt es jetzt aber in den kommenden 30 Minuten das Beste aus der Situation zu machen, sie starten gleich mit der erst kürzlich veröffentlichten Single „The Age Of Nefarius“, schön auch, dass sie mit „The Disposer Supreme“ gleich noch ein neues Schmankerl der kommenden Platte vorstellen.

Ansonsten gibt es natürlich auch in der kurzen Spielzeit das volle theatralische Programm. David peitscht sich schön bei „Blasphemy And The Master“, doch im Gegensatz zur Show kürzlich anlässlich des Turock Open Air 2013 kommt kein (Kunst)Blut ins schummrige Bühnenlicht hervor. Trotzdem springt der Frontmann in den Sicherungsgraben und drückt einigen Fans in der ersten Reihe den blasphemisch segnenden Stempel auf die Birne. „Open your hearts, open your books on page 666“ – das sagt schon genug über das diabolische Treiben, welches zu schnell vorbei ist. Mittlerweile hat sich die Halle wenigstens gut gefüllt, sodass der richtig ordentliche Applaus nicht im rückwärtigen Raum herumechot.

Setlist:

The Age Of Nefarius
On Earth As It Is In Hell
Blasphemy And The Master
The Disposer Supreme
Plague And Fyre
Save Us From Those Who Would Save Us

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