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Alphaville im Konzert (Duisburg, März 2011)

Mit Power zurück, Alphaville hinterlassen eine kochende Grotte

Marian beweist, wie viel Power in ihm steckt

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Das Pulp öffnet heute ausnahmsweise am Montag die Schlosstore. Und wenn es ca. eine Stunde vor Einlass noch nicht voll ist, dann ändert sich das in den 60 Minuten schlagartig. An dem Publikum ist abzulesen, in welcher Zeit die Band, die heute Abend spielen wird, ihre ersten Erfolge hatte: genau, in den 80er Jahren.
Pünktlich um 19 Uhr öffnet sich dann auch die Öffnung zur Grotte. Viele der heute Anwesenden waren noch nie hier und gab es schon vor der Tür Stimmen, angelockt durch den Duft des Schwenkgrills, dass man hierher unbedingt auch an normalen Tagen herkommen muss, so werden diese Stimmen nun lauter. Die Grotte kann sich auch sehen lassen. Mit Staunen und Bierholen wird also die Stunde bis zum Start verbracht und exakt um 20 Uhr geht dann auch das letzte helle Licht aus und es wird rot.

Alphaville

Die Stars der 80er Jahre betreten die Bühne, die durch und durch in rotes Licht getaucht wird. Einzelne Facetten leuchten noch in grün, Marian Gold erobert das Mikrofon und wird dieses heue Abend auch nicht mehr aus der Hand geben. Von der Startformation Alphaville ist tatsächlich nur Marian noch dabei und wie er dabei ist, zeigt er direkt bei „End Of The World“. Er rockt die Bühne, dass es kein Halten gibt. Nun mag der eine oder andere in der Grotte meinen, dass er das auf keinen Fall durchhalten kann. Doch der Ur-Münsteraner wird die Zweifler eines Besseren belehren. Die Setlist umfasst ganze 18 Stücke und das ohne Zugabe und bei keinem dieser Songs hält es Marian lange still am Mikrofon. Seine Ausgelassenheit steckt die Gekommenen an. Sie feiern ihr Idol und nicht wenige fühlen sich in die Zeit des Synthpops der 80er Jahre zurück erinnert. So ist es auch kein Wunder, dass schon früh der Song „Forever Young“ gefordert wird.

Doch das Publikum bekommt zwar eine Menge geliefert, aber nicht direkt diesen Wunsch erfüllt. Zu schade wäre es aber auch. Als Alphaville dann „Carry Your Flag“ anstimmen, ist es auch um die geschehen, die nur als Begleiter auserkoren waren. Die lange Pause Alphavilles kommt einem so vor, als wäre sie nie dagwesen. Dass der Sänger hoch oben auf der Bühne aus dem Jahrgang ´54 ist, mag ihm an diesem Abend niemand abnehmen.
Bei „I Die For You Today“ kocht die Grotte über und die Stimmung wird nur noch getoppt, als der neue Song „Song For No One“ gespielt wird. Es lässt sich klar erkennen, dass Alphaville weiter gemacht haben und die heute anwesenden Fans dieses Weitermachen beobachtet haben: Der Text sitzt wie so viele an diesem schönen Frühlingstag.

Natürlich geben Alphaville auch heute ihre Klassiker zum Besten und „Forever Young“ schließt dann den offiziellen Part des Abends. Das rote Licht erlischt, Alphaville bedanken sich brav und verschwinden nach hinten. Seit den 80er Jahren hat sich aber eines auch nicht verändert und so erklingen viele laute Stimmen und verlangen eine Zugabe. Die gibt es und die hat es in sich. Marian erklärt, dass sie nun einen Song spielen werden, der nur auf der B-Seite ihrer ersten Single erschienen sei und das in englischer Sprache, denn das habe einfach besser zur A-Seite gepasst. Nun aber wollen sie ihn auf deutsch performen. Gesagt, getan - und Marian legt los, auch jetzt hat der Mann eine Power, von der sich viele junge Bands echt eine Scheibe abschneiden können. Am Schluss des Songs kommt Marian nicht umhin zu erklären, dass dem Song doch sehr gut anzuerkennen ist, in welcher Zeit er erschienen sei: die Zeit der Neuen Deutschen Welle. Um dies zu unterstreichen, macht er die hakeligen Hand-Arm-Bewegungen nach und lacht. Nun kommt der geforderte Hit „Big In Japan“ und Marian erklärt, dass sie aufgrund der Ereignisse in Japan diesen Song umgetextet haben. Zudem steht am Ausgang eine Spendenbox für das gebeutelte Land.

Die Menge wird einmal mehr in Trance versetzt und den Refrain braucht Alphaville überhaupt nicht zu vertonen, hier übernimmt das Publikum. Dann, einen Song weiter, verschwindet Alphaville wieder von der Bühne und es wird wieder gerufen und gefordert und Alphaville kehren einmal mehr zurück. Als Betthupferl gibt es dann noch „Dance With Me“ nur am Keyboard begleitet. Dass Marian Spass an dieser Rückkehr hat, lässt sich auch hier wieder erkennen. Immer wieder streut er Sätze in den Song ein, weist auf seine nun nur noch spärlichen Haare hin, die damals viel dichter waren. Hier steht jemand auf der Bühne, der für diese lebt und der weiß, wie das Publikum zu unterhalten ist.

Hier ist dann wirklicher Schluss, aber die Grotte leert sich nur widerwillig. Gut ist, dass der Schwenkgrill versucht, mit frisch Gegrilltem und frischen Salaten Trost zu spenden. Raus muss jetzt noch niemand. Das will der Großteil irgendwie auch nicht.

Setlist:

End Of The World
Call Me
Dance With Me
Gravitation Breakdown
Heaven On Earth
Carry Your Flag
Call Me Down
I Die For You Today
Jet Set
Song For No One
Sounds Of A Melody
Guardian Angel
Golden Feeling
Monkey In The Moon
The Deep
Iron John
Victory Of Love
SLAM
Forever Young

Leben Ohne Ende
Big In Japan
Apollo

Dance With Me (unplugged)

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