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Alice Cooper im Konzert (Bonn, Juni 2010)

Viermal starb Alice, doch dieser Mann ist nicht tot zu kriegen

Alice mal wieder auf dem Marsch zum Schafott?

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Der Museumsplatz in Bonn als Theater des Todes? Ja, sind denn die ehemaligen Hauptstädter auf einem morbiden Selbsterfahrungstrip oder scheinen gar höhere Mächte im Spiel zu sein? Und überhaupt: Ist denn Bonn so tot, dass gleich mit großem Tamtam theatralisch zu Werke gegangen werden muss? Dabei ist die Erklärung so simpel wie selten: US-Schock-Rocker Alice Cooper klopfte die Mottenkugeln aus den Theaterklamotten und ließ sich für eine einzige Headlinershow in Bonn blicken. Die im Vorprogramm aufrockenden Horror-Punker The Other finden hier leider keine Erwähnung, weil durch stauende Verkehrbedingungen im Raum Köln nur lediglich der letzte Track genossen werden konnte, bevor eine quälend lange Umbauspause Gelegenheit bot, mehrere ausführliche Diskussionen auszuloten.

Alice Cooper

Mr. Cooper selbst erwähnte mal im Interview, dass seine Show ohne die Musik reines Kasperletheater wäre. Schön, dass er so daneben liegen kann, denn was in Bonn auf der Bühne geboten wurde, war ganz großes Kino. Alice ist ein Geschichtenerzähler, und mittels dem Medium Musik in Verbindung mit schauspielerischen Einlagen hält er immer wieder der Gesellschaft einen Spiegel vor das Gesicht, er berichtet von dem Wahnsinn, der Schizophrenie und dem Antagonismus der alltäglichen Auswüchse.

Immer am Rande des genialen Wahnsinns, immer wieder der triebhafte Täter, der nach seiner Bestrafung als reuiger Sünder wieder die nächste Scha(n)dtat im Blick hat – und genau so, wie ihn die Fans lieben. Das alles bekamen sie in Bonn im Theater des Todes geboten. Und dass Alice nicht tot zu kriegen ist, kann an mehreren Fakten festgehalten werden: Schon 1988 bei seinem Touraufenthalt in der Essener Grugahalle starb er auf der Bühne zweimal – die Guillotine sowie der Strick halfen dabei. Das Programm ist ordentlich ausgeweitet worden, denn Bonn litt hier viermal unter dem Tod des Entertainers, konnte aber immer wieder die Auferstehung feiern. Des Weiteren ist der mittlerweile 62-jährige Schock-Rocker reifer denn je und dürfte sich bei solch ausgelassenen Emotionen vor der Bühne jünger fühlen, als er tatsächlich ist. Und drittens hat sich der Sänger mit einer Hintermannschaft (mit Chuck Garric (u.a. DIO, L.A. Guns) am Bass sowie Jimmy DeGrasso am Schlagzeug (u.a. Y&T, Megadeth, Suicidal Tendencies)) nach Bonn begeben, die vor Spielwitz nur so sprühte und viele kleine Akzente neben der Hauptfigur setzen konnte.

Doch vor der Show gab es nach dem Support eine Umbaupause, die nur bedingt auf Zustimmung traf. Die Bühne wurde mit einem riesigen Banner verdeckt, damit ungestört die Bühnenkulisse Form annehmen konnte. Doch angesichts des Umstandes, das am Museumsplatz die Shows schon um 22 Uhr enden müssen, damit keine Ruhestörung eintritt, ließen Alice Cooper und Co. die Fans bis 20:30 Uhr ungewöhnlich lang warten, um dann mit dem Evergreen „School`s Out“ in ein 90-Minuten-Programm einzusteigen.
Über die Setlist ließe sich natürlich lange und ausführlich streiten – viel zu sehr Old School oder zu wenige Songs des aktuellen „Along Came A Spider“-Silberlings, doch am Ende hatten sich alle lieb, und ausnahmslos strahlende Gesichte machten sich auf dem Heimweg. Zuvor wohnten sie dem Tode von Alice bei, als er bei „Poison“ mit einer gigantischen Giftspritze hingerichtet wurde – ja, wenn das mal nicht eine perfekte Persiflage auf die amerikanischen Todeszellenpraktiken darstellt.

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