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Ahab, High Fighter, Mammoth Storm im Konzert (Hamburg, Oktober 2015)

Garantiert geiler als jede Halloween-Party

Feierlich und intensiv: Ahab.

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Ahab

Als eine Viertelstunde später der Headliner antritt, hat sich der Laden erwartungsgemäß wieder ordentlich gefüllt. In Form von „The Weedmen“ haben die Vier gleich mal das längste Stück ihrer bisherigen Geschichte als eröffnende Nummer gewählt. Anderswo würde man sagen, dies sei sehr gewagt, bei Ahab jedoch fügt sich die Komposition genauso gut in die Setlist ein wie jede andere auch, zumal hier wieder so richtig die Wurzeln der Band zu Tage treten, handelt es sich doch um einen besonders schleppenden, langsamen Track.

Die Stimmung ist irgendwie feierlich und doch intensiv – bei einer Combo wie Ahab jedoch lässt sich das grundsätzlich schwer beschreiben: Die einen betreiben Zeitlupen-Banging, andere wiegen sich mit geschlossenen Augen hin und her und ganz vorne finden sich zwei, drei Die-hard-Fans, die wirklich jede Note mit entsprechender Mimik und Gestik abfeiern. Angenehm: Trotz der vielen Zuschauer weit und breit kein Spacken, der meint, in den ruhigen Parts dazwischenquatschen zu müssen. Jeder Außenstehende, der sich noch nie mit (Funeral) Doom beschäftigt hat, wäre garantiert verwundert und würde sich mit Sicherheit tierisch langweilen, doch der Kenner registriert einmal mehr, warum diese Kapelle solch einen kometenhaften Aufstieg erfuhr und als eine der besten Livebands des Genres gilt.

Daniel Drostes gurgelndes Growling ist unerreicht und in puncto Cleangesang hat er sich immer mehr gesteigert und verbessert. Hinzu kommen die übermächtigen Gitarrenwände (allein dieses unfassbar fette Riffing in „To Mourn Job“ – Wahnsinn!) und als Basis Stephan Wandernoths amtlich brummender Bass und Corny Althammers (der Schlagwerker präsentiert sich stilecht im Mammoth-Storm-Shirt) sowohl präzises als auch filigranes Drumming. Anfangs dröhnt der Tieftöner übrigens noch ein wenig zu arg, doch als sich das alles ordentlich eingependelt hat, werden die Zuschauer durch einen einzigartigen Trip in die Untiefen des Nautik Doom Metals gelotst. 

Ansagen sind nicht unbedingt Daniels Sache, nur zweimal spricht er mit den Leuten. „Moin Hamburg, das zweite Mal Bambi Galore, das zweite Mal ausverkauft – vielen Dank fürs Kommen!“, gibt er nach „The Weedmen“ zu Protokoll, um gegen Ende mit „The Hunt“ noch das letzte Stück zu verkünden. Zwischen den Songs ist ansonsten Meeresrauschen zu hören, begleitet von Möwenkreischen, später sind es Unterwassergeräusche. Alles sehr stilvoll und atmosphärisch und zu viel Gelaber zwischen den Songs wäre bei dieser Art von Musik auch unangebracht, dennoch sind die Pausen für meinen Geschmack etwas zu lang.    

Immer wieder stellen die beiden Gitarristen ihre Effektgeräte neu ein – unglaublich, was für ein Arsenal an Tretminen die Herren da auf dem Boden liegen haben – und auch der Hall auf dem Gesang kommt enorm effektiv (was bei den beiden Ansagen fast noch deutlicher wird, da der Soundmann das noch hallende Delay erst mal herunterfahren muss). Über mangelnde Atmosphäre kann man sich also wahrlich nicht beklagen. Das Einzige, was man bemängeln könnte, wäre höchstens die Tatsache, dass nach 75 Minuten Schluss ist; ein, zwei Songs mehr wären sicher noch drin gewesen, die eine oder andere weitere Nummer der beiden Erstlingswerke „The Call Of The Wretched Sea“ und „The Divinity Of Oceans“ hätten nicht wenige wohl gerne noch gehört. Trotzdem ein toller Abend; wer sich im Bambi eingefunden hat, statt auf einer der zahlreichen Halloween-Partys, hat definitiv alles richtig gemacht.

Setlist:

The Weedmen
Antarctica The Polymorphess
Like Red Foam (The Great Storm)
O Father Sea
To Mourn Job
The Hunt

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