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Ahab, High Fighter, Mammoth Storm im Konzert (Hamburg, Oktober 2015)

Garantiert geiler als jede Halloween-Party

Konnten bereits ordentlich Publikum ziehen: Mammoth Storm.

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Die Erfolgsstory von Ahab hat die Band selbst wohl am allerwenigsten so vorhergesehen: Eigentlich rottete man sich nur zusammen, weil man Bock hatte, ein waschechtes Funeral-Doom-Album aufzunehmen. Doch das Debüt „The Call Of The Wretched Sea“ aus dem Jahre 2006 wurde mit überwältigender Euphorie aufgenommen und seitdem entwickeln die Süddeutschen ihren Stil kontinuierlich weiter. Das gefällt nicht immer allen, aber ein erneut ausverkauftes Bambi Galore in Hamburg-Billstedt (vor rund einem Jahr gastierte das Quartett schon einmal hier) beim dritten Termin der „Tour Of The Glen Carrig“, bei der das nun vierte Studioalbum live vorgestellt wird, spricht für sich und gibt den Nautik-Doomern in allen Punkten recht. Mit dabei haben die Jungs ihre Labelkollegen von Mammoth Storm sowie die Lokalmatadoren High Fighter – diese beiden Bands stehen noch am Anfang ihrer Karriere, aber Potential, dass hier was Längerfristiges entsteht, ist definitiv vorhanden.

Mammoth Storm

Gerade die Schweden (wer ist eigentlich auf diesen grandiosen Bandnamen gekommen?) haben das Interesse bei vielen Zuschauern geweckt. Dafür, dass die offiziell als Trio geltende, live um einen Rhythmusgitarristen verstärkte Truppe ihr Debütalbum „Fornjot“ erst in wenigen Tagen herausbringen wird und gerade mal eine EP vorzuweisen hat, kann sie eine Menge Leute vor die Bühne locken. Bereits jetzt stehen die Fans dicht an dicht und nach ein paar Tönen verwundert dies auch wenig: Mammoth Storm bieten hypnotischen Doom, durchaus mit psychedelischem Anstrich versehen; sicher nicht so langsam und dynamisch wie beim heutigen Headliner der Fall, aber atmosphärisch absolut fesselnd und damit zumindest wesentlich deutlicher am Sound der Heidelberger als die später noch auftretenden High Fighter.

So dauert es nicht lange, bis das Publikum warm geworden ist und die ersten Anwesenden den Schädel auf und ab bewegen. Schon clever, wie die Skandinavier ihre zumeist langen Songs aufbauen: da wird viel wiederholt und variiert, aber so effektiv arrangiert, dass es nicht langweilig wird, im Gegenteil: die Leute sind total in den Bann der Musik gezogen und applaudieren immer frenetischer zwischen Epen à la „Augurs Echo“, „Vultures Prey“ oder „Ancient Apocalypse“. Fix zeigt sich, dass die Schweden nicht nur hergekommen sind, um sich Höflichkeitsklatschen abzuholen, nein, die Band gewinnt hier ganz klar neue Fans hinzu und räumt amtlich ab.

Einer ihrer neuen Fans ist der Verfasser dieser Zeilen, dem im Interview vor der Show mit Ahab-Fronter Daniel Droste und Schlagzeuger Corny Althammer (das demnächst bei uns zu lesen sein wird) letzterer noch ganz dringend riet, sich unbedingt Mammoth Storm zu Gemüte zu führen. Eine gute Empfehlung und man kann gar nicht anders, als sich anschließend sogleich die Debüt-CD zu kaufen, die die Formation bereits am Merchstand anbietet, wie Bassist/Sänger Daniel Arvidsson die Zuschauer in einer seiner wenigen Ansagen informiert.

Dieser röhrt ansonsten wie ein Elch, was wie die Faust aufs Auge zur Musik passt, und bangt in den Instrumentalteilen ordentlich – dabei verfängt er sich mit seiner Matte einmal fast in der Mechanik des Gitarrenhalses von Leadgitarrist Christer Ström. Jener Mann mit dem langen Bart wirkt hingegen sehr schüchtern und wagt es kaum einmal, von seiner Klampfe auf- und ins Publikum zu sehen. Angesichts der überzeugenden Darbietung ein ziemliches Understatement. Mit einem Spruch lockert Daniel in der Mitte des Sets das Ganze noch ein wenig auf und kann ein paar Lacher einheimsen: „Bitte kauft unser Zeug, damit wir wieder nach Schweden zurückkönnen!“, bittet er verschmitzt und fügt noch hinzu, dass es hier in Deutschland nämlich so teuer sei. Wäre mir zwar neu, dass es hier teurer ist als in Schweden, aber sei’s drum: Das hier war großes Kino und obwohl die Band eine ganze Stunde Spielzeit zugesprochen bekommt (für den ersten Supportact schon recht ordentlich), branden danach immer noch Zugaberufe auf. Allein das sagt alles!

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