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Accept, Steelwing im Konzert (Köln, Februar 2011)

Köln brodelte - vor Lust wegen des Anwärters auf das "Konzert des Jahres"

Accept haben nun auch den letzten Kritiker in Köln überzeugt

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Accept

Einfach nur geil – alles andere können angesichts dieser fantastischen Vorstellung nur Füllworte sein. Die Live Music Hall in Köln war eigentlich ausverkauft, denn bis in die hintersten Ecken quetschten sich die Fans jeglicher Couleur – vom beinharten Napalm Death-Verehrer bis hin zum Old-School-Kuttenträger war alles vertreten. Schon letztes Jahr beim Rock Hard Festival 2010 standen die Mäuler offen wegen der unglaublichen Energie, die sich dort von der Bühne ausbreitete und jeden gefangen hielt.

So auch in Köln, denn die freudig erwartungsvollen Gesichter strahlten schon in der Umbaupause fröhlich vor sich hin. Was aber für eine brachiale Show auf die Fans einprasseln würde, damit konnte nun wahrlich keiner rechnen, auch wenn aus den anderen Locations dieser Tour immer wieder neue Superlative in die virtuelle Welt gespült wurden.

Die erste Erholungspause, die erste Möglichkeit zum Durchatmen eröffneten Accept spät, denn es wurde durchgezockt – folglich stand „Breaker“ als Wahrzeichen der ersten Pause fest. Bis dahin hatten die Wahl-Amerikaner schon alles gezeigt, wonach das Metallerherz gierte: Wolf Hoffmann glänzte nicht nur mit seinem Gitarrenspiel, sondern griente bei jeder Pommesgabel mit sich selbst um die Wette, und da immer wieder hunderte dieser Ehrbekundungszeichen aufflammten, hatte er reichlich zu grienen. Peter Baltes schaute mehr als einmal wie verdutzt und konnte sich offenbar diesen ausgelassenen Enthusiasmus der Fans kaum vorstellen. Hermann Frank hatte auch zahlreiche Posen im Petto und konnte schon fast als ruhender Pol in einem Starensemble ausgemacht werden. Doch die meisten dürften auf die Stimme gewartet haben – Mark Tornillo, saucool und lässig, aber vor allem souverän wirkte das, wie er mittig der Bühne sich präsentierte, ständig mit den Fingern im Takt schnippte und dabei trotz leichter Erkältung eine 1A-Performance hinlegte. Udo war vergessen – denn mit einer Mischung aus fünfzig Prozent Brian Johnson und der anderen Hälfte Udo hatte Mark die Fans im Nu überzeugt.

Accept hatten bei diesem Überzeugungsspiel aber auch keine Gegenwehr, nur allzu gerne wurden die Matten zu „Son Of A Bitch“ oder „Aiming High“ geschwungen, ungezählte Pommesgabeln tanzten invasionsartig im Takt, und kaum ein Fan ohne Textkenntnisse war vorhanden und ließ die Mitklatsch- und Mitsingspiele bei „Princess Of The Dawn“ aus.

Der Abend ließ dann mehrere Erkenntnisse zu: Mark hat den ehemaligen Frontmann mehr als würdig ersetzt und strich so ganz nebenbei auch die Sorge „Vokalwechsel live“ ein, was ja Ende der Achtziger schon einmal gehörig in die Hose ging. Accept legten eine Lockerheit an den Tag, die nur aus dem starken Selbstbewusstsein herrühren kann, nicht mehr auf verfurzte Egotrips angewiesen zu sein, und dass man sich auch auf der Bühne gegenseitig respektiert nach dem Motto: Fünf Freunde sollt ihr sein.

In ganz kleinen Punkten hatten Accept sogar die Setlist gegenüber den anderen Spielstätten geändert – so wurde in Köln „Demon’s Night“ ausgepackt, aber auch das Ganze um einen Song gekürzt. Doch das war egal, denn als die dritte Zugabe in Form der Identifikationshymne „Balls To The Wall“ durch das Gemäuer krachte, gab es eh kein Halten mehr und selbst der Ältestenrat im Publikum fühlte sich nun endgültig wieder jung – der Gang zum Chiropraktiker dürfte als einzige negative Randerscheinung übrig geblieben sein.

Accept sind in dieser Form und mit solch starken Songs in der Hinterhand live eine Macht, und das haben sie zum wiederholten Male nun auch in Köln dermaßen stark unter Beweis gestellt, dass die Tour in Deutschland um einige Dates erweitert werden musste. Und beim nächsten Mal sind alle wieder dabei – ganz sicher!

Setlist:

Teutonic Terror
Bucket Full Of Hate
Starlight
Love Child
Breaker
New World Comin’
Restless And Wild
Son Of A Bitch
Demon’s Night
Metal Heart
Neon Nights
Bulletproof
Losers And Winners
Aiming High
Princess Of The Dawn
Up To The Limit
Burning
---------------------
Fast As A Shark
Pandemic
Balls To The Wall

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