Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Accept, Hell, Steel Engraved im Konzert (Straubing, April 2012)

Die alten Herren haben es immer noch voll drauf

Der neue Sänger von Accept überzeugt

Zum Thema

Accept

Nun ist es Zeit für den Headliner des Abends. Accept haben ihre neue Scheibe „Stalingrad“ im Gepäck und bereisen damit die Lande. Vor der Bühne herrscht großes Getummel, bevor das Konzert startet. Viele Fans versuchen sich in eine möglichst gute Position zu bringen. Zum bisher schon auf der Bühne verwendeten Licht gesellen sich zwei Verfolgerscheinwerfer, die während der Umbaupause getestet werden und an der Hallendecke das Gefühl von FLAK-Scheinwerfern vermitteln. Einige, eigens von der Band mitgebrachte Securitys riegeln den Backstagebereich rigoros ab und haben sich in der Halle positioniert, als erwarten sie ein Attentat. Das wirkt eher lustig als bedrohlich.

Indes verändert sich die Bühne. Nachdem die Backline von Hell abgebaut ist, kommt das Drumpodest von Stefan Schwarzmann zum Vorschein. Zwei Rampen flankieren die aus Plexiglas bestehende Schießbude, die aus jeder Menge Becken und Tom Toms zusammengestellt ist.

Als das Intro beginnt, bricht das erste Mal eine Jubelwelle los. Dabei ist von den Musikern noch gar nichts zu sehen. Praktisch von einem Moment auf den anderen springen Accept auf die Bühne und beginnen ihr Konzert mit „Hellfire“. Die recht flotte Nummer wird gut angenommen und es kommt sofort Bewegung im Publikum auf. Die Crowd ist auch eine Erwähnung wert, denn wer annimmt, dass bei Accept nur Fans zu finden sein werden, die die Vierzigermarke schon überschritten haben, der irrt sich. Es sind zwar schon mehr Metaljünger mittleren Alters anwesend, als das der Standard ist, es gibt aber auch genug Anhänger, die noch deutlich unter 30 sind.

Der Band dürfte das gerade egal sein. Nach dem Opener zocken die Musiker um Frontmann Mark Tornillo den Titeltrack des aktuellen Albums. „Stalingrad“ wird lautstark mitgesungen. Vor allem direkt vor der Bühne leicht rechts von der Mitte hat sich ein lautstarker Chor gebildet. Nach der Nummer wird dem Publikum nun die Gelegenheit gegeben, Beifall zu bekunden. Das machen die Fans auch lautstark. Nach den ersten zwei Nummern der aktuellen Scheibe drehen Accept das Rad zurück und holen zum Klassiker-Rundumschlag aus. „Restless & Wild“ macht den Anfang und daraufhin folgt eine Hammernummer nach der anderen. Mark Tornillo macht mit Accept eine sehr gute Figur. Seine Stimme passt perfekt zu den Liedern der Band, vielleicht sogar besser als die von Udo Dirkschneider. Vom 2010 erschienenen Album „Blood Of The Nations“ gibt es die Nummer „Bucket Full Of Hate“, nach der Mark Tornillo dem Publikum wieder kurz Zeit gibt zu applaudieren und er selbst ergreift die Chance beim Schopf und begrüßt die Fans. Nun springt die Band wild zwischen ihren Veröffentlichungen hin und her. „Monster Man“ ist wieder ein Klassiker, der von einem aktuellen Song, „Shadow Soldier“ gefolgt wird.

Inzwischen hat die Band schon eine gute Dreiviertel Stunde gespielt und weder Musiker noch Fans zeigen Ermüdungserscheinungen. Ein Gitarrensolo bremst die allgemeine Feierlaune kurzzeitig etwas ab. Eine Art andächtige Stimmung entsteht. Diese ist genau richtig für den melodramatischen Song „Neon Nights“, der nun ansteht. Fast völlig ohne Unterbrechungen ziehen Accept ihren Gig durch. Kurze Pausen zum Jubeln werden den Fans eingeräumt, das war es dann aber in der Regel auch. Song folgt auf Song und Sänger Mark konzentriert sich lieber auf die Lieder, als sich mit Schwätzereien aufzuhalten. Das wird von den Fans mindestens akzeptiert, wenn nicht sogar hoch angerechnet. Schließlich sind sie zum Musikhören nach Straubing gekommen. Auch ganz alte Lieder werden von der Band immer wieder in die Setlist gepackt. „Loosers And Winners“ vom 1984 erschienenen Album „Balls To The Wall“ ist so eine Nummer. Vor allem die Fans, die die Band seit damals kennen, freut das natürlich sehr. Auf der Bühne bietet Accept ein Spektakel aus Musik und Licht. Auf Pyrotechnik wird vollkommen verzichtet, nur zwei Jet-Streams sind links und rechts neben dem Drumpodest aufgestellt worden. Allzu oft kommen diese aber gar nicht zum Einsatz. Das ist auch gar nicht nötig. Als Zuschauer ist man schon damit beschäftigt, die Musiker, die immer wieder quer über die Bühne flitzen, zu beobachten. Während „Princess Of The Dawn“ ist Basser Peter Baltes an der Reihe, eine Solovorführung zu geben. Vom Publikum wird er dabei tatkräftig unterstützt. Die Stimmung nähert sich dabei fast nebenbei dem Siedepunkt. Immer wieder werden die Zuhörer animiert, lautstark zu singen und zu klatschen, was diese auch gerne tun. Durch die Solo- und Mitsingeinlagen zieht sich das Lied auf fast zehn Minuten. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, wird die Nummer viel umjubelt. Wenn einige dachten, dass mit dem vergangenen Lied auch der letzte Song gespielt werden würde, dann haben sich diese getäuscht. Noch ganze drei Lieder werden angehängt, bevor sich Mark Tornillo von den Fans verabschiedet. 17 Lieder wurden bis dahin gespielt.  

Natürlich lassen die Fans die Band nicht einfach so gehen und somit ertönt ein Pfeifkonzert, das sich gewaschen hat. Nach circa zwei Minuten stehen Accept wieder auf der Bühne, um einen ihrer größten Hits zu zocken. „Metal Heart“ wird mit Entzücken aufgenommen und viele Fans bekommen strahlende Augen. Auch in diesem Lied wird ein großer Mitsingpart eingebaut, der dankbar angenommen wird. Selbiges gilt auch für den allerletzten Song des Abends, „Balls To The Wall“. Eifrig singen die Fans noch einmal mit, bevor nach deutlich über zwei Stunden Accept die Lichter auf der Bühne ausgehen.

Die Band hat ein beeindruckendes Konzert abgeliefert und wirkt in der momentanen Besetzung so harmonisch wie lange nicht mehr - ein wahres Erlebnis in Sachen harter Musik. An diese Leistung kommen sehr viele andere Bands nicht einmal annähernd heran.

Setlist:

  • 1. Hellfire
  • 2. Stalingrad
  • 3. Restless and Wild
  • 4. Living For Tonite
  • 5. Breaker
  • 6. Son Of A Bitch
  • 7. Bucket Full Of Hate
  • 8. Monster Man
  • 9. Shadow Soldiers
  • 10. Neon Nights
  • 11. Bulletproof
  • 12. Loosers And Winners
  • 13. Aiming High
  • 14. Princess Of The Dawn
  • 15. Up To The Limit
  • 16. No Shelter
  • 17. Pandemic
  • 18. Fast As A Shark
  • 19. Metal Heart
  • 20. Teutonic Terror
  • 21. Balls To The Wall
Seite
comments powered by Disqus