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A Pale Horse Named Death im Konzert (Bielefeld, Februar 2012)

Bielefeld awaits your return

Ohne Starallüren: A Pale Horse Named Death

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Lausig kalt ist es an diesem Samstagabend in der Ostwestfälischen Metropole Bielefeld. Eigentlich ist dies genau die passende Temperatur für die Vollbedienung, welche den geneigten Hörer heute Abend im Forum erwartet, denn inhaltlich und auch musikalisch verspricht der Fünfer aus Brooklyn/NY eine Mischung aus Melancholie und Selbstzerstörung, schließlich sind mit Sal Abruscato und Johnny Kelly zwei ehemalige Mitglieder der Legende Type O Negative im Line-Up. Aber auch Matt Brown, welcher der zweite kreative Kopf neben Sal ist, hat mit Seventh Void, Supermassiv und Uranium 235 die düstere Seite der Musik gepachtet.

Die Voraussetzungen für eine Show sind nicht gerade optimal: Einige Tage zuvor ist im Tourbus die Heizung ausgefallen - natürlich just in der Zeit, als die Kältewelle Westeuropa erreicht. Bisweilen ist aber der Bus ausgetauscht und damit ein kleines Problem beseitigt worden, denn einige der Musiker haben gar keine Wintersachen eingepackt. Man braucht nicht zu erwähnen, dass es zur Zeit in New York frühlingshafte 20 Grad Celsius sind. Und durch die lange Tour hat auch die Stimme von Sal Abruscato gelitten, so dass er vor der Show dick vermummt mit Schal und heißem Tee bewaffnet am Merch-Stand steht und nur sehr kurze Konversation betreibt. 

So sind die ca. 100 zahlenden Gäste gespannt, was da wohl kommen möge. Aber bevor das Publikum in die düstere Welt des Sal Abruscato eintauchen kann, muss sie erst einmal die Bielefelder Band Mir Zur Feier überstehen. Und das ist, gelinde ausgedrückt, eine harte Probe. Mit ihrem „Pussypopthrashcoremetaldeathpunk“ und musikalischen Interpretationen der Texte des Dichters Rainer Maria Rilke liegen sie eigentlich komplett neben der Spur der anwesenden Hörerschaft. Das liegt aber nicht an den Inhalten, denn die deutschen Texte versteht man auch bei bestem Willen nicht und die Musik macht stellenweise den Eindruck, als würde jedes Bandmitglied ein anderes Lied spielen. Das ist eigentlich schade, denn „intellektuelle“ Musik kann bisweilen auch unterhaltsam sein. 

Nach einer gefühlten Ewigkeit und dem einen oder anderen Applaus wird schnell umgebaut, so dass endlich A Pale Horse Named Death die Bühne betreten können. Und das tun sie mit Macht, denn bereits das Intro, welches stellenweise an Auszüge des Type O Negative-Classics „Slow, Deep And Hard“ erinnert (an welchem Sal Abruscato auch mitgewirkt hat), kommt so druckvoll rüber, dass die Gesichter in der ersten Reihe schon mit weit aufgerissenem Mund aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Lediglich im hinteren Teil des Forums wird dem Spektakel etwas verhaltener zugeschaut. Hier bestätigt sich das weitläufige Vorurteil, dass die Westfalen im Allgemeinen (und die Ostwestfalen im Besonderen) recht schwer zu knacken seien, was die Feierlaune angeht. Und so feuert der Fünfer Song um Song aus den Boxen und geht mit einer Spielfreude ans Werk, die ihresgleichen sucht. Basser Eric ist immer knapp über den Bühnenbrettern am Posen, während halb hinter ihm Neuzugang Eddie Heedles, der den Biohazard-Axeman Bobby Hambel ersetzt, seine Soli in die Menge feuert. Aber auch Matt Brown am rechten Bühnenrand bangt und hüpft umher und ist sichtlich motiviert. Hinter allem „thront“ Johnny Kelly und drückt der Rhythmus-Sektion seinen unvergleichlichen Stempel auf. Zwischen den Songs ist immer wieder Zeit für einen kleinen Witz. Nur als einmal kurz ein „You Suck“-Zwischenruf aus dem Publikum ertönt, kriselt es etwas und Sal kontert mit einem Verweis auf die Größe seines Gemächtes, was auch diesen Zwischenruf schnell verstummen lässt. So langsam taut auch das Publikum auf und geht mit den Songs mit. Witzig wird es noch einmal, als eine sichtlich angetrunkene Besucherin versucht, Eddie und die Band darauf aufmerksam zu machen, dass doch ein Geburtstagskind anwesend sei. Dies wird mit einem „You want me to interupt my show for your birthday?“ und “Oh, happy birthday to you!” quittiert. Viel zu schnell ist die gute Stunde auch schon vorbei und sämtliche Songs des Debüts “And Hell Will Follow Me” gespielt. Das Publikum ist sichtlich begeistert und belagert nach dem Set den Merchandise-Stand, an welchem die Band steht und bereitwillig Smalltalk hält, Autogramme gibt und Fotos macht. Es gibt keinen Anflug von Starallüren und alle Fans freuen sich, ihren Idolen so nah zu sein. Zwei aus Hannover angereiste Fans, welche bereits fast zwei Stunden vor Einlass vor dem Forum standen, bestätigten die Meinung der meisten Anwesenden: „Wir kommen wieder!“ This goes out to you Sal, Johnny, Matt, Eric and Eddie: „Bielefeld awaits you return (and Machete will be there again, too!)!“

Setlist:

  • Intro/ Ground Zero Brooklyn
  • To Die In Your Arms
  • Devil In The Closet
  • When Crows Descend Upon You
  • Heroin Train
  • Meet The Wolf
  • As Black As My Heart
  • Pill Head
  • Cracks In The Walls
  • Serial Killer
  • Die Alone
  • Bath In My Blood (Schizophrenia In Me)
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