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A Chance For Metal Festival Riedstadt

"No Gema"-Festival weiter auf dem Vormarsch

Irgendwo im Nirgendwo, eine Turnhalle am Rande von Riedstadt, den Blick über Felder schweifen lassen – man rechnet eher mit der Einfuhr der Ernte oder dem berauschenden Gülleduft der letzten Düngungsfahrt. An diesem leicht regnerischen Samstagabend aber wird dem Heavy Metal gehuldigt, und unglaubliche 223 Gäste, die gerne die 9 Euro Eintritt beisteuern, lassen sich „am Arsch der Welt“ blicken, dabei ist keine der derzeit so hochgepushten Bands am Start, denn hier regiert der „No Gema“-Stahl in seiner wohl undergroundigsten und trotzdem erfolgreichen Form, was auch in den Umbaupausen zum Tragen kommt, wird doch ausschließlich der „A Chance For Metal“-Sampler gespielt. Auf der Bühne sind aber die bierseligen  Steelpreacher, die Äppler-Bomber Dragonsfire, die besessenen Black Abyss und als erster die derben

Orcus Patera

für den herrlichen Krach zuständig. Knapp 45 Minuten dürfen sie ran und fallen musikalisch ein wenig aus dem sonstigen Rahmenprogramm, kredenzen sie doch eine gehörige Mischung aus Black und Death Metal und greifen dabei auf sonst so schnell verpönte deutsche Texte zurück.

Dazu kommt dann auch noch, dass Frontmann Mo im positiven Sinne einen an der Schraube hat; schade nur, dass seine roten Kontaktlinsen bei der Show nur wenig bis gar nicht zur Geltung kommen. Aber auch so kann er neben seinen fiesen Röchlern die Blicke auf sich ziehen, unterstreicht er die Songs doch recht theatralisch nebst Hut und Schweißerbrille.

Die Mainzer können natürlich prima davon profitieren, dass die halbe Metal-Only-Crew vor Ort gleich die ersten Reihen besetzt, schnell schrauben sich die ersten beiden HeadbangerInnen die Birne ab und auch ein kleiner Moshpit mit Haifischflossenhandkantenschwingen dreht ein paar Runden. Viel wichtiger aber ist der immer wieder aufbrandende Applaus oder die besonders beim etwas schlüpfrigen „Mareine“ – „ich kann französisch“ – einsetzenden Powerfäuste – man kennt sich, man unterstützt sich, aber auch die bisher neutralen Anwesenden können sich der teilweise melancholischen Riffgewalt nicht entziehen. Noch mehr Powerfäuste entlockt dann das abschließende „Krieg“, eine Zugabe ist leider nicht drin, doch Orga-Jan rettet die Situation schnell mit einem „wir stoßen viel zu wenig an“. Ein Prosit also auf den heftigen Opener, der schon einmal die erste gute Stimmung in der Turnhalle entfachen konnte. Wird nur noch Zeit, dass sie endlich einen Silberling an den Start bringen.

Setlist:

Seelenlose Habseligkeiten
Fleischesfluch
Die Schönheit in des Nachbarn Garten
Gedeih und Verderb
Mareine
Gotteskind
Krieg

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