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Mosh It Up 2011
Thrash Metal im Aachener Musikbunker macht Lust auf mehr
Draußen ist es fast Sommer. Die Sonne strahlt mit voller Kraft und vertreibt auch die letzte Wolke. Wer nicht arbeiten muss, sucht sich ein gemütliches Plätzchen im Freien, um den Frühling zu begrüßen. Nur ein paar schwarz gekleidete Menschen, vorzugsweise mit langen Haaren, schleppen kistenweise ihre Cases in einen dunklen Bunker. Die dicken Gemäuer des Musikbunkers in Aachen wirken feucht und kalt. Je tiefer man die Treppen hinabsteigt, desto stärker wird der muffige Geruch aus altem Gemäuer und kaltem Zigarettenrauch.
Eigentlich zieht es einen sofort wieder an die Erdoberfläche ans Tageslicht, aber in Anbetracht der Bands, welche die Veranstalter des Mosh It Up 2011 an Land gezogen haben, arrangiert man sich durchaus gerne mit dem nicht sehr verlockenden Kompromiss keine Sonne, aber dafür gute Bands. Doch auch diese sind erstaunlich hungrig - nicht nur nach Sonne, sondern vor allem nach Fleisch. Einige Meter von dem Musikbunker entfernt haben sich einige Mitglieder der Bands und Freunde auf einem Stückchen Wiese niedergelassen und treiben dort ihre Grills an. Für die ersten Bands geht es schon sehr zeitig los - immerhin wollen die Veranstalter der Aachener Band Scornage an diesem Abend zehn Bands auf die Bühnen schicken. Dabei wird es zugehen wie im Taubenschlag, denn während die eine Band auf einer der beiden Bühnen spielt, ist auf der anderen Bühne zeitgleich der Soundcheck. So kann diese Band gleich anfangen zu spielen, sobald die Klänge der zuvor spielenden Band verstummt sind.
Blood Moon Under
Trotz des wirklich guten Wetters vor den schweren Türen des Musikbunkers füllt sich dieser recht schnell. So haben die Opener des 2011er Mosh It Up es nicht allzu schwer und können einigen musikbegeisterten Aachenern ein wenig „Death N‘Groove“, wie sie ihren Musikstil selber betiteln, um die Ohren hauen. Die Rede ist von den Aachenern Blood Moon Under, die es sich zu viert auf der kleinen Bühne in dem Raum, der schlicht und einfach als Kneipe bezeichnet wird, gemütlich gemacht haben. Vor der Bühne finden gerade mal sechs Menschen einen Platz, aber die Atmosphäre ist durchaus gemütlich, während am Sound zu der Zeit noch ein wenig gefeilt werden muss.
Auf der Bühne wirken Blood Moon Under beinahe etwas zurückhaltend, und gehen nicht gleich in die Vollen. Fronter Till, der zugleich auch eine Klampfe in der Hand hält, bemüht sich stets um ein paar Ansagen, die nicht nur das übliche „Jetzt kommt…“ beinhalten. So erwähnt er zum Beispiel, dass der Song „Aries“ ihm selber gewidmet ist. „Aries“ bedeutet übersetzt Widder und entspricht seinem Sternzeichen. Till feiert auf dem Mosh It Up in seinen Geburtstag rein und hat später geplant mit den Fans anzustoßen.
Während Blood Moon Under und ihre Musik zu Anfang noch ein wenig träge wirken und der Funke nicht vollständig überspringen will, scheinen die vier Aachener zum Ende hin nicht nur ihre Setlist, sondern auch sich selber aufgewärmt zu haben. Zwischendurch moshen und singen auch ein paar Fans des doch noch recht überschaubaren Publikums. Während sich der Auftritt dem Ende zuneigt, bewegen sich die ersten schon durch den engen Gang zur zweiten Bühne.
Setlist:
1. Libertè
2. Bridges Burned
3. Despair
4. Aries
5. Wash These Hands
6. 3rd World Order
Sarah Fleischer











