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Zodiac im Interview (September 2014)

„Scheiß drauf, dann schreiben wir halt 'ne neue Platte!“

The-Pit.de: Mir ist aufgefallen, dass Nick bei euch fast alle Soli spielt. Wie kommt das? Meistens ist es ja so, wenn der Sänger auch Gitarre spielt, dass er dann eher die Rhythmusparts übernimmt und der andere Gitarrist die Leadgeschichten.

Stephan: (lacht) Ganz einfach: Ich spiele die meisten Rhythmussachen und Nick die Soli, weil er es einfach besser kann. Da hab ich auch überhaupt kein Problem mit, er ist schlichtweg ein großartiger Sologitarrist, der einen wunderbaren Ton und ein geiles Feeling für Soli hat. Da bräuchte ich mich auch gar nicht versuchen mit zu messen oder so, das ist halt so. Ich spiele schon ganz gerne mal Soli so für mich zum Üben, aber bei Zodiac kann das ruhig Nick machen.

The-Pit.de: Da haben wir doch gleich eine wunderbare Überleitung zum neuen Album. Denn von wegen gefühlvolle Soli: ich liebe ja das Solo im zweiten Teil von „Swinging On The Run“, also dem ersten „richtigen“ Song auf „Sonic Child“. Wahnsinnig dynamisch und gefühlvoll gespielt, echt einfach nur geil!

Stephan: Ja, vielen Dank! Ich finde es nach wie vor auch echt geil. Jedesmal, wenn wir den Song proben, haben wir alle so ein Grinsen im Gesicht, weil es einfach Spaß macht. Das ist eben auch die Art von Musik, die wir selber alle geil finden und gerne hören; das hat was Atmosphärisches und so leichte Pink Floyd-Anleihen. Als wir den Song geschrieben und geprobt haben, haben wir uns allerdings schon überlegt, ob man so ein Stück als erstes auf die Platte packen kann oder ob man da zu viel verlangt von den Leuten. Schließlich bricht der Song ja doch ziemlich deutlich an der Stelle; vorher ist es ein klassisches Strophe-Bridge-Refrain-Schema und dann ist die letzten Minuten plötzlich nur noch Solo.

The-Pit.de: Wobei der Bruch bei „Rock Bottom Blues“ ja eigentlich noch krasser ist.

Stephan: Stimmt. Da ist es allerdings genau andersrum, weil der Track ja erst eher ruhig und getragen ist und dann zum Ende hin heavy wird. Aber ja, das ist auch ein recht harscher Bruch.

The-Pit.de: „Sonic Child“ ist schon das dritte Album im dritten Jahr, ihr scheint also sehr kreativ zu sein. Ich finde vor allem auch alle Scheiben sehr gut! Die neue scheint mir von der Stimmung her etwas melancholischer zu sein als die anderen beiden und man hört hier und da immer mal die alten klassischen alten Rockbands raus. Meinetwegen bei „Holding On“ muss ich irgendwie ein bisschen an Uriah Heep denken. Wie siehst du eure Entwicklung?

Stephan: Zunächst mal ist das natürlich richtig – drei Platten in drei Jahren ist ziemlich viel. Aber das hat sich einfach so entwickelt, es stand jedenfalls keiner von der Plattenfirma hinter uns und hat gesagt: „Jetzt macht mal wieder!“, das war unsere eigene Entscheidung und wir hatten einfach schon wieder so viele Songs geschrieben, die auch so gut waren, dass man sie wieder auf eine Platte tun konnte. Hinzu kam, dass wir eigentlich im letzten Jahr eine USA-Tour geplant hatten, die wir jedoch leider absagen mussten, weil wir keine Visa bekommen haben. Daher hatten wir auf einmal viel Freizeit, sodass wir uns gesagt haben „Scheiß drauf, dann schreiben wir halt ’ne neue Platte!“ Wir gucken halt am Ende des Jahres, wie viele Songs wir zusammenkriegen, was für ein Gefühl wir dabei haben und entscheiden dann, ob wir wieder ins Studio gehen oder nicht.

The-Pit.de: Ich musste, gerade weil ihr ja nun auch so Classic-Rock-Mucke macht, an die großen Bands der Siebziger denken: Led Zeppelin, Deep Purple oder Black Sabbath, die zumindest ihre frühen Alben auch in recht kurzen Abständen veröffentlicht haben – die noch dazu auch alle gut waren, das sind ja alles Klassiker! Das ist heutzutage kaum noch so.

Stephan: Da ist was dran, aber das hängt wohl damit zusammen, dass viele Musiker nicht mehr hauptsächlich Musik machen können. Viele müssen halt nebenbei noch arbeiten gehen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und haben somit nicht mehr die Freiheit, sich ganz auf die Musik zu konzentrieren. Oder andersrum, dass viele Bands extrem viel touren müssen, um ihr Geld zu verdienen und dabei geht natürlich auch viel Zeit drauf. Oder dass jemand sagt, nee, also wenn wir eine neue Platte machen, brauchen wir mindestens fünf Jahre, sonst ist das kreativ nicht möglich. Aber was uns betrifft, wir haben uns schon ganz klar gesagt, wenn die Songs nur halbgar sind, dann machen wir das nicht. Weil ich selbst auch, wenn ich mir eine neue Platte von einer Band, die ich geil finde, kaufe, sehr enttäuscht bin, wenn ich dann das Gefühl habe, das ist alles irgendwie halbgar. Natürlich weiß ich jetzt nicht, wie andere unsere neue Scheibe beurteilen, aber wir als Band können zumindest sagen, dass wir ein gutes Gefühl dabei hatten und dahinter stehen können, so schnell eine neue Platte herausgebracht zu haben.

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