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The-Pit.de: Kommen wir jetzt zum merkwürdigsten Moment auf der Bühne.

Chris Vega: Auf der Bühne? Oh, diverse.

 The-Pit.de: Oder hinter der Bühne. Das merkwürdigste Catering oder etwas vergleichbares.

Chris Vega: Besonders merkwürdig war es, als ich vor einem Jahr knapp mit Lucy Diakowska von den No Angels in Berlin für Ferrari gespielt habe - da haben die ein neues Auto präsentiert. Und es war wirklich so eine Promi-Party: Das Who is who lief dann darum und auch irgendwelche Sternchen und Möchtegerns, das war sehr bizarr. Wir haben da irgendwie so ein Unplugged-Set gespielt mit Percussion und Klavier und Akustikgitarre und Lucy halt. Und Leute, die viel Geld haben - da waren wirklich schweinereiche Leute am Start - die sind in der Regel viel viel asozialer als der Ruhrpott-Asi, der im Nord am Tresen sitzt. Das war unfassbar. Die haben sich dann wirklich irgendwie so halb ausgezogen, auf dem Auto geräkelt, und dann irgendwie vor anderen Leuten Drogen konsumiert. Das war wie in so einem schlechten Film, wo ich so dachte: „Wo bist du denn hier gelandet?“. Und das grade da wo Geld war, wo man eigentlich denken würde, da sei ein bisschen Contenance. Das waren die schlimmsten. Das war also sehr skurril und sehr merkwürdig. Ansonsten, könnt ihr überlegen ob ihr das so schreibt: Als wir mal mit Stefanie Heinzmann gespielt haben, ist diese die ganze Zeit vor einem Gig gehumpelt, hat sich über Schmerzen im Bein beklagt und dann ungelogen 20 Minuten - es war ein Open Air Fest - 20 Minuten lang einen Baum umarmt und mit dem gesprochen. Dann hat sie sich von dem Baum losgeeist und ist dann nicht mehr gehumpelt. Da hat sie die Schmerzen nämlich auf den Baum übertragen. Der hat ihr das abgenommen. Sie hat sich dafür auch bedankt. Das war auch sehr skurril. Aber ansonsten war die total nett.

The-Pit.de: Wie war es am Donnerstag beim Bochum Total plötzlich ohne Schlagzeug dazustehen und die Entscheidung, das dann durchzuziehen?

Chris Vega: Also vorab: Die Frage hätte sich für mich nie gestellt, ob ich das durchziehe oder nicht. Ich hätte das notfalls auch alleine gemacht. Aber ich hatte gar nicht soviel Zeit, darüber nachzudenken. Also, abgezeichnet hat es sich auf dem Weg dahin, weil wir auch schon so lange dahin gebraucht haben. Ähm... War okay so, man denkt sich, jetzt nicht ausrasten, weil alle anderen sind schon ausgerastet. Einer musste die Ruhe bewahren. Das war in dem Fall glaube ich ich. Ich war auch nicht irgendwie sauer, weil es war wirklich irgendwie eine unglückliche Verkettung blöder Ereignisse. Und was ich aber bis heute, so lange ist es noch nicht her, aber was ich immer noch nicht geschluckt habe: Es war Bochum Total! Es war ja nicht so irgendwie Jugendzentrum Schlagmichtot. Es war Bochum Total. Fucking Bochum Total. Und da haben wir ohne Schlagzeug gespielt. Ich hab mir sagen lassen, man hat es mir gar nicht so angemerkt auf der Bühne, aber innerlich war ich schon ein bisschen am brodeln. Aber wie gesagt, ich war jetzt auf niemanden sauer oder sowas. Es war einfach so „Fuck, es ist Bochum Total und du stehst hier und musst jetzt irgendwie den Kasper machen“. Das war echt bitter. Weil das auch für uns in der Vita wichtig war. Ich meine, in fünf Jahren können wir immer noch sagen „Wir haben aufm Bochum Total gespielt“ und da sagt wahrscheinlich keiner mehr „Die haben ohne Schlagzeuger da gespielt“, aber ich weiß es halt. Vor allem für ein paar Leute, die da waren, die auch aus geschäftlicher Sicht interessant gewesen wären, für die sind wir in zwei Jahren „Ach, das waren doch die, die irgendwie zu spät kamen und deren Schlagzeuger gar nicht aufgetaucht ist“. Das ist natürlich ärgerlich. Ansonsten kommen da wahrscheinlich erst so Nachwehen in ein paar Wochen, dass ich das wirklich geschnallt hab, was da eigentlich passiert ist. Noch hat sich das nicht gesetzt. Ich hab auch noch keine Zeit gehabt, darüber nachzudenken. Gestern gespielt und heute auch wieder hier.

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