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Zeraphine im Interview (Juni 2010)

"Ich glaube, es gibt nichts durchweg Positives"

Freuen sich auf die kommende Tour: Zeraphine

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The-Pit.de: Und ihr seid damit auch zufrieden, gut. Kommen wir jetzt direkt zum neuen Album. Die obligatorische Frage zuerst: Wie kam es zum Titel „Whiteout“? Man kann das Wort ja als „Korrekturflüssigkeit/Tipp-Ex“, meteorologisch als „Weißblendung“ oder – wenn man sehr weit geht – kann man auch Parallelen zu „wipeout“ ziehen. Was steckt wirklich dahinter?

Sven: Also eigentlich meinen wir natürlich nicht Tipp-Ex, das ist klar (lacht), wir meinen schon dieses Naturphänomen in einer sonnenbestrahlten Schneelandschaft, wo der Horizont einfach weg ist und du keinen Unterschied zwischen dem Boden und dem Himmel mehr siehst. Das fand ich als Bild einfach super passend, durch einen äußeren Einfluss nimmst du bestimmte Sachen nicht mehr so wahr, wie sie sind und das finde ich ist ein super Bild. Wenn eben einfach Konturen verschwimmen, sodass du einfach nicht mehr sehen kannst, wie die Situation jetzt wirklich ist. Das ist etwas, das in meinen Texten auch relativ häufig vorkommt, wo sich Sachen einfach auf eine individuelle Wahrnehmung beziehen, die aber auch schon bei einer Person innerhalb von verschiedenen Zeitabschnitten so unterschiedlich ausfallen kann. Das fand ich großartig.


The-Pit.de: Bei dem Phänomen kommt es auch häufig zu Desorientierung oder Beeinträchtigung des Gleichgewichtssinns. Steht das Album auch dafür?

Sven: Na ja, klar, ich meine, es geht auch in meinen Texten immer um eine gewisse Art von Balance. Es ist natürlich jetzt nicht eins zu eins die Vorkommnisse aus dem Phänomen, denn das sind ja Sachen, die den Körper betreffen. Aber auch einen Gleichgewichtssinn, wenn man ihn jetzt nicht davon abhängig macht, ob man umfällt oder stehen bleibt (lacht), kann man ja auch auf eine eher psychische Ebene transportieren. Und eine Desorientierung hat ja so ziemlich jeder, ich kenne zumindest kaum Leute, die so stabil sind, dass sie nicht von Zeit zu Zeit die Orientierung verlieren (lacht).


The-Pit.de: Optisch ist die bisher auffälligste Veränderung ja eure Homepage. Noch nicht lange her, noch zu „Still“-Zeiten war sie ja komplett schwarz, heute weiß. Hat die Farbe eine Rolle oder liegt das am Titel?

Sven: Nein, ich weiß auch nicht, das hat eigentlich gar keinen wirklichen Grund. Das hat auch eigentlich nichts mit „Whiteout“ zu tun, ich fand es einfach irgendwie passend, auch zur Musik. Ein bisschen was Grelles, was einen auch leicht blendet. Wir haben bisher immer schwarze Hintergründe gehabt, immer, und, mein Gott, das kann man ja auch mal umkehren (lacht). Einfach nur aus Spaß, wenn man so will. Es ist auch irgendwie lustig, die Reaktionen im Gästebuch: „Huch, ist ja hell hier, hast du das Licht angemacht?“ und so (lacht).


The-Pit.de: Um beim Optischen zu bleiben, woher kommen die Risse auf dem Cover?

Sven: Das hat tatsächlich den Hintergrund, dass ich ein Objekt darstellen wollte – in dem Fall mich, ich habe mich auch noch eine Weile dagegen gewehrt, aber irgendwie habe ich nicht dagegen ankommen können (lacht) – das irgendwie kaputt ist, aber auf eine Art kaputt ist, dass man versucht, dahinter zu schauen. Wie, wenn man eine Ebene abreißen und reingucken will. Das war meine Intention.


The-Pit.de: Und was findet man dahinter?

Sven: Ja, das sieht man ja noch nicht (lacht).Das ist eben einfach diese Versuchung, die man verspürt, das wollte ich darstellen.


The-Pit.de: Okay, kommen wir jetzt einmal zu den Songs. Ihr habt ja letztes Jahr bereits vorab einige neue Songs gespielt, war das da eine Feuerprobe für die?

Sven: Ja, auf jeden Fall. Ich meine, unser letztes Album kam 2006 raus, und wir konnten seitdem keine neuen Songs spielen, weil wir einfach keine hatten. Als die ersten Songs fertig waren, dachten wir: „Hey, lasst uns einfach probieren, das mal live zu spielen, auch für die Leute, damit die das als Signal mitbekommen, dass es weitergeht.“ (lacht) Die kamen immer extrem gut an und da bleibt zu hoffen, dass der Rest der Songs auch so gut ankommt.


The-Pit.de: Ich habe jetzt keinen Überblick, was ihr da genau gespielt habt – ist irgendeiner davon letztlich nicht aufs Album gekommen?

Sven: Wir haben „Louisa“ und „I Will Be There“ gespielt und die sind auch beide drauf. Das waren auch die ersten beiden, die fertig waren.


The-Pit.de: Gut. Wo du gerade „Louisa“ ansprichst – das sticht irgendwie ein bisschen heraus, nicht nur weil es in der Mitte des Albums steht, sondern weil es auch quasi nach einer Person benannt ist. Gab es Louisa wirklich?

Sven: Nein, also nicht tatsächlich. Ich erzähle ja zum Glück keine Geschichten aus meinem Leben in den Songs. Es gibt natürlich eine Person, um die es da geht, aber die heißt weder so noch ist der Text tatsächlich an ihre Geschichte angelehnt, da ist sehr viel umgewandelt. Aber es gibt eine Inspirationsquelle, ja.

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