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Warfield Within im Interview (September 2012)

"Hey, ich war am Wochenende auf einem Konzert und hab eine Band gesehen, die hießen Warfield Within und die waren geil!"

Bei den Texten der Band stehen neben persönlichen Anliegen auch politische Themen im Mittelpunkt

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The-Pit.de: Ihr hab stets betont, dass eure Texte im Gegensatz zu anderen Vertretern des Genres vor allem durch einen persönlichen Hintergrund geprägt sind und einen reflektiven Charakter haben. So steht beispielsweise auch euer Bandname und der gleichnamige Song "Warfield Within" für die inneren Konflikte der menschlichen Natur, falls ich das richtig verstanden habe.

Sebastian: Genau. Ich muss dazu allerdings auch sagen, dass sich die Textinhalte im Laufe der Zeit verändern, was einfach daran liegt, dass ich derjenige bin, der die Texte schreibt und ich selbst verändere mich ja auch als Person und nehme die Dinge anders wahr, nehme mich und auch die Umwelt anders wahr. Generell sage ich immer ungerne was zu den Lyrics, denn ich bin der Meinung Rock- bzw. Metal-Texte sind meist kryptische Werke. Das heisst, solche Texte bieten immer einen großen Interpretationsraum und ich möchte den Leuten ungerne ihre eigene Interpretation vorweg nehmen. Sicherlich habe ich eine Intention und einen klaren Gedanken, warum ich das schreibe, was ich schreibe. Aber ich finde es auf jeden Fall immer gut, wenn die Leute sich selbst Gedanken zu den Texten machen, denn was für mich gelten muss, kann ja jemand anderes auch ganz anders wahrnehmen. Generell kann man meine Texte allerdings in zwei Ebenen einteilen. Zum einen gibt es eben diese Texte, die, wie du gerade schon gesagt hast, einen sehr persönlichen Charakter haben und in denen es um Dinge geht, die in meinem eigenen Leben geschehen. Da nutze ich die Texte auf jeden Fall, um mich ein Stück weit reflektieren zu und negative Dinge in meinem Leben bewältigen zu können. Zum anderen gibt es Texte, die sich eher auf Dinge richten, die in der Welt geschehen und die politischer werden. Gerade Songs wie "Elegy" oder "World War III", da geht es letzten Endes um politische Belange, was unsere Regierungen in der Welt gerade alles treiben. Ich will da jetzt auch gar nicht so genau drauf eingehen, da soll sich jeder mal selber Gedanken drüber machen, wenn er denn will, aber man kann ganz klar sagen, dass solche Texte schon einen gewissen Anti-Kriegs-Charakter haben. Wenn du dir mal anschaust, was die westlichen Regierungen in der heutigen Zeit so treiben, angefangen vom Irakkrieg, Afghanistankrieg oder auch was gerade in Syrien abgeht oder die Sachen im Iran, da liegt schon lange in der Luft, dass die westlichen Regierungen intervenieren wollen. Und ich bin der Meinung, bei diesen ganzen Kriegen geht es nicht darum, irgendwelchen Ländern im Nahen Osten Demokratie und Frieden zu bringen, ich bin da eher der Meinung, dass das Ganze auf einen größeren Konflikt hinausläuft und dass das, was die Politiker den Menschen erzählen, vorgeschobene und keine tatsächlichen Gründe sind. Es gibt halt Leute, die sagen immer, Metal sollte nichts mit Politik zu tun haben und umgekehrt, aber ich finde es gerade in der heutigen Zeit schwierig, keine politische Meinung zu haben.

The-Pit.de: Also kann man sagen, dass du dich in deinen Lyrics neben deinem persönlichen Leben auch vor allem durch politische Ereignisse inspirieren lässt?

Sebastian: Ja, auf jeden Fall. Es gibt halt viele Dinge, die heute abgehen und die mich anpissen. Dazu gehören eben diese Kriege, die ich aufgezählt habe, aber man kann da genauso auch innenpolitisch argumentieren. Wenn du mich fragst, ist beispielsweise unsere Gesellschaft gerade dabei, sich in einen Polizeistaat zu entwickeln, wenn du dir allein mal die Datensammlung von Facebook anschaust und wie sich Datenschutzgesetze verändern. Die ganzen Leute meinen immer, dass wir heutzutage bedenkenlos Unterhaltungsmedien nutzen können, wobei es natürlich gut ist, dass es diese gibt, doch man sollte auch kritisch bleiben. Ich sag mal so: In der DDR gab es die Stasi und heute wird die Technologie unter anderem in Form von Facebook gegen uns eingesetzt. Solche Sachen halte ich eben für durchaus kritisch und negativ behaftet und das sind Dinge, die ich auch in meinen Texten verarbeite. Ich fokussiere mich nicht mehr bloß auf mein Leben und das, was mir Negatives widerfährt, sondern habe versucht, meine Wahrnehmung zu öffnen und auch andere Dinge einfließen zu lassen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich denke halt, dass die westlichen Regierungen zunehmend daran arbeiten, uns unsere individuellen Rechte und Freiheiten wegzunehmen und auf einer noch höheren Ebene eben Kriege legitimieren, die meines Erachtens nach nicht rechtens sind. Ich finde auch, dass Metal irgendwie immer noch ein Stück weit Rebellion ist da liegt es auf der Hand, in einem Death-Metal-Kontext Dinge zu thematisieren wie Krieg, Freiheit und persönliche Rechte.

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