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Warbringer im Interview (Dezember 2012)

Über die neue Besetzung, Gary Holt und Manowar

Drummer Carlos Cruz erweist sich durch sein Engagement als immer bedeutenderes Kernstück der Band

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The-Pit.de: Siehst du Warbringer ebenso als eine dieser "Thrash Revival"-Bands?

John: Na ja, mir gefällt der Begriff "Revival" nicht, denn das lässt das Ganze nach Nostalgie aussehen. Ich mag es einfach nicht, wenn Leute Metal betrachten nach dem Motto "Oh, erinnerst Du dich noch an damals...". Ich persönlich habe in der Zeit ja gar keinen Heavy Metal gehört, ich bin zum Metal der 80er Jahre erst in den frühen 2000ern gekommen. Und nicht aufgrund von Nostalgie, da scheiß ich drauf, sondern weil es geile Musik ist. Ende der Geschichte. Mich interessiert es nicht, in welcher Zeit diese entstanden ist, ich liebe einfach Zeug, das rockt. Das ist der Grund, warum ich Metal höre.

Somit sehe ich es nicht als "Revival", denn das bedeutet ja, dass Thrash Metal zu erst einmal tot gewesen ist und das ist es nicht. Die Leute hören immer noch Thrash Metal aller Art, und ich denke, die neuen Bands, die rauskommen und diesen Stil wieder spielen, sind bloß ein Ausdruck davon, was die Leute wollen. Metalheads kommen zusammen und machen Thrash Metal, weil es eben das ist, was sie spielen wollen.

The-Pit.de: Absolut wahre Worte. Aber wenn du auswählen müsstest, was würdest du bevorzugen? Die klassischen 80er Jahre oder die neue Welle von Thrash Metal?

John: Nun ja, es ist natürlich hart, mit etwas wie "Reign In Blood" mitzuhalten und selbst wenn es sich anfühlt, als hätten wir ein großartiges Album rausgebracht, würde ich niemals sagen, dass es besser als "Reign In Blood" sei. Wenn jemand so etwas behauptet, auch wenn er ein klasse Album aufgenommen hat, würde ich im sagen "Verpiss dich, du Penner!". (lacht) Daher muss man es dem 80er Thrash Metal überlassen. Ein Vorteil, den diese Bands beim Schreiben ihrer Alben hatten ist, dass Metal zu diesem Zeitpunkt noch nicht erkundet wurde. Um auf Gold zu stoßen, ist es vorteilhaft, der erste zum Graben auf dem Hügel zu sein. Das bedeutet nicht, dass man kein Gold mehr finden kann, nachdem schon eine andere Person welches gefunden hat, aber es ist nicht mehr so einfach.

Metal allgemein, nicht bloß Thrash Metal, ist nach über 40 Jahren weitestgehend ausgekundschaftet. Ich denke, die wirkliche Entfaltung des Metal-Sounds ist ungefähr seit den späten 90ern erschöpft und jetzt ist es mehr wie eine Veredelung, indem die Leute verschiedene Parts vereinen und kombinieren. Für mich ist das eine interessante Herangehensweise, es ist so, als würde man anstatt eine neue Maschine zu erfinden versuchen, sie mit einer anderen zu verknüpfen und sie besser, schneller und stärker zu machen. Mit Warbringer versuchen wir den Thrash Metal zu kreieren, den wir aktuell im Jahr 2012 hören wollen, weißt Du? Du hast "Reign In Blood" gehört und weißt wie es klingt, es ist großartig, aber wirst du die gleichen fünf Alben für den Rest deines Lebens hören? Nein, du brauchst ebenso neue Musik und so kannst du neue Musik hören, die dir dieselben Adrenalinstöße verpasst.

The-Pit.de: Lass uns zu einem anderen Punkt übergehen. Ihr habt drei Alben im Kasten soweit. Wenn du an Warbringer in, sagen wir zehn Jahren denkst, was glaubst du in diesem Augenblick, welche der Songs von euren bisherigen drei Alben ihr immer noch spielen werdet und welche Songs sich sozusagen als Evergreens herausgestellt haben könnten?

John: Ich weiß es nicht so genau. Es hängt davon ab, was die Leute wollen. Ich sage dir einfach mal die Songs, die wir im Set haben, seitdem wir angefangen haben. Wir haben stets "Total War" und "Combat Shock" vom ersten Album gespielt, "Living In A Whirlwind" und "Severed Reality" vom zweiten Album und seitdem die aktuelle Platte draußen ist, haben wir so ziemlich auf jeder Show "Living Weapon" gespielt. Das sind ein paar der Songs, aber wir werden sehen, wie es in Zukunft aussieht.

The-Pit.de: Klar, das kann man sicherlich nie vorhersagen. Wo wir schon über eure Alben reden, da gibt es etwas, das ich dich fragen möchte. Die Produktion und folglich auch der Sound eurer Musik scheint von Album zu Album zu variieren. Euer Debüt "War Without End" klingt eher rau und Old School, euer Zweitwerk "Waking Into Nightmare" hingegen hat einen weitaus aggressiveren Ansatz, und auf der letzte Platte "Worlds Torn Asunder" habt ihr euch darum bemüht, einen authentischen und echten Sound zu bekommen. Ist das richtig und wenn ja, denkst du, dass sich die Produktion des nächsten Warbringer-Albums wieder komplett anders anhören wird?

John: Das ist schwer zu sagen, wir haben das Album ja noch nicht mal geschrieben. Die Produktion hat sich zuvor stets verändert, da wir nicht einfach immer gleich klingen wollten. Dass unser erstes Album so einen rauen Old-School-Sound hatte, war einerseits unsere Wahl und lag andererseits daran, dass wir noch nicht viel Erfahrung im Studio hatten. Die meisten Thrash-Bands spielen auf ihren Debütalben so schnell wie überhaupt nur möglich, sind dabei allerdings nicht sehr tight, und so war es auch bei "War Without End". Bei der nächsten Veröffentlichung lief das schon ganz anders. Manche Leute sind nach unserem zweiten Album sogar zu uns gekommen und haben gesagt "Ihr spielt ja gar kein Old School mehr", weil wir darauf tight gespielt haben. Das ist jedoch dieselbe Entwicklung, die alle Old-School-Bands machen zwischen ihrem ersten und den darauffolgenden Alben, sie werden tight. Bei solchen Bands spielt der Drummer auf den neuen Alben genau auf den Beat, ganz egal, wie schnell es ist, während es auf dem ersten Album viel chaotischer zugeht.

Mit Warbringer versuchen wir einfach, stets unseren Sound zu verbessern und ich denke, mit der aktuellen Platte haben wir eine Produktion, mit der ich endlich mit beinahe allen Komponenten glücklich bin. Das heißt keinesfalls, dass wir diesen Sound einfach zukünftig nachbilden werden, denn das ist alles andere als interessant. Wenn man mit dem Klang nicht ein wenig experimentiert, schreibt man das gleiche Album zweimal und das geht nicht gut aus. Wir könnten für das kommende Album einen anderen Producer haben, wir könnten auch denselben haben, aber es wäre irrelevant, jetzt darüber zu diskutieren, denn zuallererst einmal müssen wir das Album schreiben und dann können wir weiter sehen.

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