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Warbringer im Interview (Dezember 2012)

Über die neue Besetzung, Gary Holt und Manowar

John Kevill live in Aktion

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The-Pit.de: Es gibt ja eine ganze Menge neuer Thrash-Metal-Bands dieser Tage, aber was mich immer an Warbringer fasziniert hat ist, dass ihr stets euren eigenen markanten Stil beibehalten konntet, etwas, das sich vom Rest abgehoben hat wie beispielsweise die Black-Metal-Parts in "At The Crack Of Doom" oder "Living In A Whirlwind", die andere konventionelle Thrash-Bands einfach nicht aufzuweisen hatten. Ist das eine Wirkung, die ihr bewusst erzielen wolltet, euren unverkennbaren Sound zu kreieren, oder etwas, das einfach passiert ist?

John: Ich denke, das ist eine Mischung aus beidem. Wir haben immer versucht, nicht bloß wie jede andere Thrash-Metal-Band zu klingen, denn wenn man seinen Sound nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner ausrichtet, ist das einfach nicht interessant. Ich bin ein großer Thrash-Metal-Fan, aber ich will nicht irgendeinen Thrash Metal hören, ich möchte guten und interessanten Thrash Metal hören, der sich unterscheidet von etwas, das ich bereits gehört habe. Gleichzeitig sollten die Merkmale, für die ich die Musik in erster Linie mag, beibehalten werden. Man behält die Geschwindigkeit bei, die Aggression, das Headbanging und alles was dazu gehört, es gibt Riffs, Riffs und mehr Riffs die ganze Zeit über, aber eben auf unterschiedliche Weise. Thrash Metal ist eigentlich ein ziemlich breitgefächertes Genre, manches ist zum Beispiel eher melodisch und manches ist halt in keinster Weise melodisch, manche Vocals reichen vom traditionelleren Metal-Gesang bis hin zu Death-Thrash-Vocals. Ich denke, dass die Art und Weise, in der ich singe, zumindest wiedererkennbar ist und sich von anderen Stimmen unterscheiden lässt. Meiner Meinung nach ist es wichtig für jede Band, eine persönliche und individuelle Stimme zu haben.

In unserer Musik nehmen wir gewissermaßen unsere Lieblings-Parts aus dem Thrash Metal und alles, bei dem wir denken, das es dazu passen könnte. Wir versuchen immer, das, was bestmöglich zum Song passt, zu finden und einzubauen. "At The Crack Of Doom" zum Beispiel soll dieses raue, böse Black-Thrash-Feeling haben und deshalb haben diese Sorten von Riffs, die dazu passen, im Song Platz gefunden. Dann haben wir andere Songs, die überhaupt keine Black- oder Death-Metal-Einflüsse haben und einfach puren Old-School-Thrash darstellen, dann haben wir eher in Richtung Death-Thrash gehende Songs, wir versuchen halt einfach, interessante und vielseitige Songs zu kreieren.

Darüber hinaus finde ich, dass eine Menge der neuen Thrash-Bands in die Falle laufen, bloß zwei oder drei verschiedene Beats zu haben beziehungsweise nur auf bestimmte Elemente zu vertrauen und sich so selbst ein Stück zu weit einschränken. Als moderne Thrash-Combo ist es nötig, dass, wenn der Hörer die Platte einschmeißt, nicht denkt "Oh, das hört sich ja genauso an wie Exodus", sondern eher "Oh, was ist das, das klingt nach richtig gutem Thrash Metal". Man sollte nicht zu sehr nach irgendeiner anderen Band klingen. Eine andere Sache ist auch, dass viele neue Thrash-Metal-Bands, die wirklich gut sind, unfairerweise in Verbindung mit alten Bands gebracht werden, denn wenn die Leute Thrash Metal hören, denken sie automatisch an alte Bands. Daher passiert es immer, wenn man diesen Stil heutzutage spielt, dass die Leute bestimmte Riffs mit denen von Gruppen wie Exodus vergleichen. Selbst wenn es sich dabei nur um ein einziges Riff in einem bestimmten Song handelt, aber schon verlieren sie die Aufmerksamkeit und bemerken nicht, dass das nächste Riff ganz anders klingt.

Viele Leute beharren auch einfach darauf, Vergleiche zu ziehen. Daher ist es wirklich schön, jemanden zu hören, der sagt "Ich merke, wie ihr euch von anderen Bands unterscheidet", denn meistens bekommen wir so etwas zu hören wie "Ich kann eure Einflüsse von dieser und jener Band erkennen". Klar mögen wir coolen Metal, aber wir versuchen, unseren eigenen coolen Metal zu spielen.

The-Pit.de: Ja, und ich finde, das ist euch ziemlich gut gelungen. Auf jedem Album klingt ihr so Old School wie nur möglich, aber zur gleichen Zeit vereint ihr so viele Elemente in eurer Musik, dass ihr euren eigenen charakteristischen Sound prägt.

John: Ich denke, dieser Old-School-Sound, nach dem die Leute suchen, muss nicht unbedingt der direkte alte Metal-Klang sein, sondern ich glaube, dass die Leute einfach nach dem altem Feeling und nach der Atmosphäre suchen. Beispielsweise haben manche unserer Platten eine moderne Produktion und dennoch werden wir als eine Old School klingende Band betrachtet. Wegen des Feelings dabei und auch, weil wir uns um einen natürlichen Sound bemüht haben. Wir versuchen nicht, unsere Drums zu triggern und ähnliches, sondern machen das Ganze eben so, wie es früher bei den alten Metalbands üblich gewesen wäre.

The-Pit.de: Auf den Sound eurer Platten werde ich später noch mal genauer eingehen. Was hältst du eigentlich von dieser ganzen "Thrash Revival"-Geschichte, die zurzeit aufkommt, mit Bands wie Suicidal Angels, Fueled By Fire oder Toxic Holocaust, die sich an Old-School-Thrash-Bands aus den 80ern orientieren?

John: Ich finde das verdammt cool, denn es gibt eine Menge guter Platten von diesen Bands.

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