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Vanderbuyst im Interview (September 2015)

„Ich mag es, wenn die Leute es nicht mögen, dass wir aufhören“

The-Pit.de: Ihr hattet geschrieben, dass ihr mehr nicht mehr erreichen könnt. Was versteckt sich dahinter?

Willem: Das ist nicht einfach zu beantworten.

Barry: Die Musik hat ja jeden privaten Bereich betroffen, egal ob finanziell oder gesellschaftlich, einfach alle Bereiche des Lebens, die man sich vorstellen kann. Wir hatten in den ganzen Jahren einfach eine wundervolle Zeit und es ist jetzt einfach daran, etwas zu ändern.

Willem: Wir spielen ja jetzt schon fast zehn Jahre zusammen und in der ganzen Zeit hat sich sehr viel verändert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in weiteren zehn Jahren noch immer hundert Shows spielen, eher deutlich weniger. In unserem Leben hat sich in der ganzen Zeit sehr viel getan und ich denke auch, dass wir alles erreicht haben, was wir wollten. Wir waren mit Saxon auf Tour, wir veröffentlichten vier Studioalben und wir spielten auch in Japan. All unsere Träume wurden doch Wirklichkeit. Was wollen wir denn mehr?

Jochem: Wenn wir auf die ganzen Jahre zurückblicken, dann denken wir auch an den Rock-Spirit, wofür wir alle sehr dankbar sind.

Willem: Wir wollen auch nicht darauf warten, dass es vielleicht mal nicht mehr so gut läuft und wir uns vielleicht nur noch angiften. Dieses Kapitel im Vanderbuyst-Buch ist so gut wie es ist, deswegen können wir das jetzt auch schließen.

Jochem: Wir sind ja auch keine Band, die einfach einen Gang zurückschaltet. Wenn wir spielen, dann ganz nach dem Motto „alles oder nichts“. Wir wollen auch nicht nur eine Show gar in einem Halbjahr spielen oder auch nur eine im Monat, dies würde nicht mehr das repräsentieren, wofür die Band steht. Genau das bedeutet für uns alles oder nichts. Natürlich könnte man fragen: Warum macht ihr nicht einfach mit der Arbeit für die Fans weiter? So haben wir uns das aber nicht vorgestellt.

The-Pit.de: Wie ihr schon angedeutet habt, immer voll Pulle. Das findet ihr ja auch immer in meinen Liveberichten, denn dort erwähnte ich ja immer wieder kraftvolle magische Energie auf der Bühne... Vor einigen Wochen hatten ein paar Freunde und ich eine Diskussion über die heutige Rock- und Metalszene. Es ging darum, ob man auf der einen Seite viel Leidenschaft einbringt oder auf der anderen Seite eher ausgenutzt wird. Was würdet ihr spontan antworten?

Willem: Wie ich ja eigentlich schon gesagt habe: Es hat sich einfach sehr viel verändert. Wenn eine Plattenfirma in den Siebzigern und Achtzigern eine Band für sich entdeckt hat und zu der Auffassung kam, dass sie mit der Band etwas anfangen und auch etwas verdienen könnte, dann konnten die Musiker sich nur noch auf ihre Musik fokussieren, kreativ sein und der eigenen Passion folgen. Und genau das gibt es ja nicht mehr. Keine Plattenfirma investiert in eine Rock'n'Roll-Band. Das ist einfach vorbei. Wenn man sich diverse Bands bei den richtig großen Plattenfirmen anschaut – das sind das alles keine Rock'n'Roll-Bands mehr, die Zeiten sind halt vorbei.

The-Pit.de: Sehr schade, diese Entwicklung...

Willem: ...nicht unbedingt. Es gibt heute so viel großartige Musik aus den Siebzigern und Achtzigern, was doch sehr schön ist.

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