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Vanderbuyst im Interview (September 2015)

„Ich mag es, wenn die Leute es nicht mögen, dass wir aufhören“

Eine Tradition will gepflegt werden, wenn Vanderbuyst schon nach Essen kommen. Sicherlich gibt es immer ein paar Worte zu wechseln, doch irgendwie habe ich mich da wohl ein bisschen vergaloppiert, war es irgendwie noch nie so schwer, ein paar Fragen zu finden, ohne dass ständig dieses „Endzeitdrama“ in der Luft schwebt... Und doch ist genau der Abschied der holländischen Hard Rocker vom Musikzirkus auf diesen Bühnen der Grund für das Zusammentreffen. Willem, Jochem und Barry, also alle drei, nehmen sich die Zeit, um sich kurz nach dem Soundcheck den Fragen zu stellen.

The-Pit.de: Hi, ihr Drei, noch nie ist es mir so schwer gefallen wie dieses Mal, ein paar Fragen zusammenzustellen, ohne dass es immer zu sehr nach Abschied klingt. Wie geht ihr mit den ganzen Rückmeldungen auf euer Ende hin um?

Willem: Ich denke, es ist alles soweit im Rahmen. Ich bin davon ausgegangen, dass es ein wenig ausufernder, dramatischer wird und natürlich sind ein paar Leute sehr enttäuscht, einige haben sogar geweint, die meisten aber haben dafür Verständnis. Wir haben die ganze Zeit auch versucht, das Ganze positiv darzustellen. Wir haben sehr viele sehr schöne Erinnerungen, wir haben zusammen großartige Erfahrungen sammeln dürfen und am Ende dieser Ära, oder wie auch immer man das nennen will, sollte man dann immer lieber das Positive als die Kehrseite sehen.

Barry: Ich denke, dass es nicht wirklich komisch ist, wenn dir Leute sagen, dass wir uns schämen sollen, anstatt zu sagen, dass es schade ist, dass wir aufhören. Eigentlich ist es doch gut, denn wir hören anscheinend genau zum richtigen Zeitpunkt auf. Ich mag es, wenn die Leute es nicht mögen, dass wir aufhören. Es wäre doch schlimm, wenn man noch ein paar Jahre weitermacht und eben dann aufhört, aber niemand interessiert sich mehr wirklich dafür. Und genau das ist doch ein gutes Gefühl.

The-Pit.de: Interessanter Ansatz... (und alles muss lachen)...

Jochem: Ich kann nur sagen, dass diese Band ein wirklich schönes Kapitel in meinem Leben ist und war. Man kommt irgendwann an einen Punkt, wo man mal alles auf den Prüfstand stellt und ich komme hier zu dem Schluss, dass es einfach der passendste Moment dafür ist, aufzuhören.

The-Pit.de: In eurem letzten schriftlichen Statement habt ihr auch mit einigen bildlichen Darstellungen klargemacht, dass „das Musikbusiness ein sehr dorniger Weg“ ist. Ich bezeichne das auch ganz gerne als Haifischbecken. Wollt ihr auf diesem Wege gar ein bisschen abrechnen?

Willem: Nein, nicht wirklich. Ich hab ja gesagt, dass das Musikgeschäft ein sehr dorniger Weg ist. Das Business ist ja nur ein winziger Teil des Ganzen. Musik, das ist unser Handwerk, das ist unser Hauptanliegen, und der Teil war doch wirklich hervorragend, da haben wir wahrlich jede Minute genossen. Wenn man aufhört, dann beendet man ja auch das Verhältnis mit den Geschäftsleuten. Es ist ja nicht wie vor dreißig Jahren, als es leichter war, von der Musik zu leben, sodass man sich zu hundert Prozent auf die Musik konzentrieren konnte. Das alles ist heute viel schwieriger. Wir gehen ja alle auch noch neben der Band arbeiten und wir haben ja alles der Band untergeordnet, was nicht immer einfach war.

Barry: Eine Band und ihre Musik sind ja automatisch Teil des ganzen Business, und wenn man Musik machen will, dann muss man sich mit vielen Dingen auseinandersetzten, woran man vielleicht vorher nicht gedacht hat.

The-Pit.de: In Essen könnt ihr euch ja schon fast wie zu Hause fühlen. Steht heute eher eine Abschiedsparty an oder fließen mehr Tränen der Rührung?

Willem: Wir wollen auch heute Abend einfach nur schöne Gefühle wecken. Wir wollen eine Party feiern, wir wollen unsere Musik „zelebrieren“, die Band feiern, lieber eine große Party als eine Beerdigung. Es soll kein negativ behafteter Abschied sein.

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