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Vanden Plas im Interview (Dezember 2011)

„Das ist für uns alle eine Win-Win-Situation“

Frontmann Andy von Vanden Plas

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Musical, Rock-Oper, Progressive? Jaja, nicht immer ganz leicht, sich nicht nur beim Faseln offen zu geben, sondern auch wirklich offen zu sein. Dass man als Künstler nicht verbohrt durch die Welt stiefeln sollte, genau davon liefert Andy Kuntz von Vanden Plas einen Nachweis nach dem anderen – tiefsinnig und kein bisschen gekünstelt. Was es nun mit der Rockoper zum Hohlbein-Stoff „Die Chronik der Unsterblichen – Blutnacht“ auf sich hat, genau darüber gibt Andy ausgiebig Auskunft.

The-Pit.de: Hi Andy, wie geht es dir heute Morgen? Und vor allem: Wie geht es eurem Bassisten? Ist er schon auf dem Weg der Besserung?

Andy: Ich fange mir der zweiten Sache mal an: Torsten hat mir am Sonntag eine Mail geschrieben und ein offizielles Statement ins Netz gesetzt, seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört. Er sagt, er hat momentan nur die Chance, eine Stunde aus dem Bett zu gehen, ihn hat es vollkommen umgehauen. Wenn man eine Grippe hat, dann ist das so, das Problem ist aber, dass er die Grippe eigentlich schon hinter sich hatte und dann urplötzlich das Fieber aus dem Nichts wieder kam. Das ist ein Aufflackern, was die Ärzte sehr kritisch gesehen haben und sie nicht genau wussten, woher das kommt, weil es sehr untypisch ist, und das macht uns schon noch ein bisschen Sorgen. Ich habe ihm gestern noch eine Mail geschrieben, telefonisch ist er momentan überhaupt nicht ansprechbar. Da kann ich leider noch keine komplette Entwarnung geben. Und wenn es nicht ansteckend wäre, dann wäre ich schon längst auch mal hingefahren und hätte mal geguckt, was da los ist, aber als Sänger muss ich da aufpassen. Er macht sich da anscheinend auch selbst Sorgen, er ist ja auch kein Typ, der irgendwie schnell sagen würde, dass er ein Konzert absagen würde. Im Gegenteil. Das war schon andersherum auch schon so, dass er, wenn mal bei uns etwas war - wir hatten einmal wegen Stefan und einmal wegen mit etwas absagen müssen, was dummerweise schon zweimal verlegt wurde, aber es darf ja Jeder mal krank werden - wo er dann sagt: Mensch, da müssen wir uns aber durchbeißen. Das ist eigentlich ein harter Hund, und wenn er dann ein Konzert, wo es auch Geld zu verdienen gab, absagen muss, dann mache ich mir schon Gedanken. Ich selbst war gestern im Krankenhaus, es musste glücklicherweise nichts genäht werden, ich musste aber einmal nachgucken lassen. Ich musste auch heute Morgen zum Arzt. Für die Rolle des Andrej Delãny vom Hohlbeins „Die Chronik der Unsterblichen“ ist es natürlich auch wichtig, dass man ein paar Schwertchoreografien drin hat. Da habe ich mit dem Jörg von Saltatio Mortis einen langjährigen Freund an der Hand, der mir das beibringt. Aber gestern haben wir gesehen, was selbst stumpfe Waffen anrichten können. Das hätte auch locker mal der Finger draufgehen können.

The-Pit.de: Ich muss jetzt ein wenig schmunzeln, also bitte nicht böse sein. Wir bewegen uns alterstechnisch in denselben Breitengraden, und meine Mutter meint immer noch zu mit: Wann werdet ihr endlich erwachsen? Bei solchen Schwertkämpfen hörst du das dann wahrscheinlich auch, oder?

Andy: Das würdest du doch auch für solch eine Geschichte machen, oder? Das mit dem Schwertkampf ist natürlich schon so eine Sache. Ich mache auf der Bühne immer wieder mal Choreografien, bei der letzten Geschichte „Christ 0“ habe ich den Grafen von Monte Christo gespielt, und da musste ich mit dem Degen fechten. Das hatte ich vorher auch nie gehabt, da haben andere natürlich drei Jahre lang eine Ausbildung, wenn sie so etwas als festen Inhalt in der Schauspielschule lernen, da muss ich innerhalb von acht oder zehn Wochen so aufholen, dass ich auf der Bühne nicht irgendwie blöd aussehe. Beim Degen ist das auch noch etwas anderes. Da gibt es solche Waffen, die tatsächlich für die Bühne gemacht sind, wo man auch hört, dass es echtes Metal ist, aber sie sind trotzdem so stumpf, dass man sich nicht verletzen kann. Da holt man sich vielleicht einen blauen Flecken oder so, aber das ist natürlich beim Schwertkampf etwas anderes. Wenn man da will, dass die Klingen auch zu hören sind, dann ist immer eine Gefahr dabei.

The-Pit.de: Wie ist denn Wolfgang Hohlbein auf euch aufmerksam geworden?

Andy: Der erste Berührungspunkt war tatsächlich 2006, da war er bei seinem Agent Dieter Winkler in München, die treffen sich da auch sehr oft, weil der Dieter Winkler auch sein Lektor ist, und wir hatten in München gerade die „Der Graf von Monte Christo“-Aufführung, welche wir im Gärtnerplatz in München spielten, da waren sie bei einer Vorstellung und anschließend sehr begeistert. Herr Winkler hatte dann Kontakt mit mir aufgenommen und fragte, ob wir uns generell vorstellen könnten, irgendetwas aus einem Hohlbein-Stoff zu machen. Das ist für mich natürlich fast unglaublich gewesen, weil ich ein riesiger Hohlbein-Fan bin, damals schon vor 20 Jahren mit „Das Druidentor“ (1993, zählt zu dem erfolgreichsten Roman des Autors; Anm. d. Red.), dann habe ich mir „Azrael 1 & 2“ reingezogen. Seine Fantasy-Sachen kannte ich nicht so gut, muss ich gestehen, aber Hohlbein ist ja auch ein Mystiker, und das kommt mir in den Geschichten, die ich so gerne erzähle, noch viel näher, aber auch in Fantasy steckt ja sehr viel Mystik drin. So kamen wir dann irgendwie ins Gespräch und ich habe natürlich sofort neugierig gefragt, was man denn da machen kann, da meinte er dann, dass es mit „Die Chronik der Unsterblichen“ einen Zwölf-Bänder gäbe, und da hätte Wolfgang die Idee, mit einer Band in irgendeiner Form vielleicht zu arbeiten. Da ist dann im Vorfeld auch schon etwas mit Manowar gelaufen, das fruchtete dann aber nicht so in der Richtung, wie er sich das vorgestellt hatte, da ist wohl eine EP aus einer seiner Kurzgeschichten entstanden. Das ist natürlich durchaus etwas, was sich sehen lassen kann, aber der Manager wollte unbedingt, dass einfach mal ein Hohlbein-Stück groß auf der Bühne aufgeführt wird, so wie er jetzt in Verhandlung ist, das Ganze eben als Spielfilme in die Kinos oder zumindest als Blockbuster an irgend einen großen öffentlich-rechtlichen Sender zu verkaufen. Da sind die Vorbereitungen schon weiter, als er damals mit dem Musical oder der Rockoper war, wo er eben weniger Erfahrung hatte. Deshalb war es beeindruckend zu sehen, dass man da sehr viele Menschen mobilisieren kann, denn es geht ja auch um neue Märkte und Kaufkraft. Im Bereich Rockmusical hat das Theater auch durchaus mal 1000 Plätze, und wenn das Ganze dann in einer Saison dreißig, vierzig Mal gespielt wird, dann hat man natürlich, wenn das Ding gut läuft und gut beworben wird, einfach eine Vervielfältigungsmöglichkeit auch noch mal von 30.000 bis 40.000 Leuten, die er vielleicht anders nicht angesprochen hätte. Natürlich bauen wir bei diesem Stück auch auf Hohlbeins Fans, die sich dieses Stück ansehen, aber es kommen natürlich auch sehr viele Leute die einfach sagen, wir gucken uns eine Rockoper an und wegen der Rockoper würden wir uns auch dem Stoff von Hohlbein nähern.

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