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Vamacara im Interview (Dezember 2017)

"Ich mache im Grunde all das, worauf meine Kollegen bei Ctulu keinen Bock haben und was immer schon mal aus mir raus musste."

Neues Material von Vamacara liegt bereits bereit

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The-Pit.de: Die letzte Ctulu-Platte ist ja auch schon wieder ein Jahr alt. So umtriebig wie du bist, hast du doch sicherlich schon neue Ideen und Pläne für Vamacara und Ctulu… Touren zum Beispiel oder neue Scheibchen? Kannst du mir da schon ein bisschen was verraten?

A: Eine richtige Tour steht nach wie vor nicht an und wird sicherlich noch lange auf sich warten lassen. Bei beiden Bands schreiben wir neues Material und sehen mal, wohin uns die Reise führt. Ctulu wird nächstes Jahr das erste Mal in der Slowakei auf der Bühne stehen und wir können uns wieder Vader geben, mit denen wir da spielen. Nach dem, was die beim PartySan dieses Jahr abgeliefert haben, kann ich das kaum abwarten.

The-Pit.de: Abgesehen von deinen beiden Bands bist du, A., auch noch bei Schloff Guitars&Basses zugange – erzähl doch mal, wie und wann du überhaupt in die Firma gekommen bist.

A: Der Weg war ziemlich lang und holprig. Um 2010 herum habe ich eine Gitarre bei einer italienischen „Custom“-Firma bestellt, die absolut zu Recht mittlerweile nicht mehr existiert. Die haben zwei Jahre gebraucht, um etwas abzuliefern, das sie offensichtlich innerhalb weniger Tage zusammengeschraubt haben. Funktionsfähigkeit zweifelhaft und Neuwertigkeit nicht zu erkennen. Die habe ich dann noch fast verklagt, bin regelmäßig zum Verbraucherschutz, den ich an dieser Stelle als Zeitverschwendung bezeichnen darf, und habe irgendwann 2/3 des Kaufpreises von meiner Rechtsschutzversicherung zurückbekommen. Danach habe ich eine Gitarre bei Ebay gekauft, die mir der Händler dann nicht zugeschickt hat und stattdessen das Geld zurücküberwiesen hat, weil er „die Gitarre doch behalten wollte. Das habe ich jetzt schon mehrfach gemacht. Ich bringe das einfach nicht übers Herz.“ An der Stelle ist mir der Kragen geplatzt und ich habe mich selbst drum gekümmert: Hölzer bestellt, Hardware bestellt, mich eingelesen und dann war der Plan, mit einem befreundeten Zimmermann mein Design zu bauen. Wir waren beide ziemlich grün hinter den Ohren und wussten gar nicht so recht, wie wir loslegen sollten. Ich habe dann durch Zufall mitbekommen, dass es in Kiel Schloff Guitars& Basses gibt und habe dem Inhaber Michael angeboten, seine Webseite zu machen und zu übersetzen, wenn er mir beim Bau hilft. So haben wir 2013 dann angefangen, die Moonbeast zu bauen und ich bin irgendwann am Bürostuhl kleben geblieben, so dass ich bis heute bei Schloff bin.

The-Pit.de: Welche Services bietet ihr an, wie können Interessierte euch kontaktieren? Wie kann man sich einen „Arbeitstag“ bei Schloff vorstellen?

A: Wir bauen Customgitarren und -bässe, verkaufen von uns aufgemotzte Akustikgitarren, haben eine Linie klassischer Shapes, die wir auf Basis von vorgefertigten Industrieteilen veredeln, verleihen Akustikgitarren mit anständiger Saitenlage für Kinder, richten ebensolche E-Gitarren für Anfänger her und warten, reparieren und modifizieren, was immer man uns vorbeibringt. Da wir in erster Linie eine Werkstatt sind, kontaktiert man uns am besten per Mail oder Telefon, um einen Termin abzusprechen. Da wir so viele verschiedene Arbeitsfelder haben, gleicht im Grunde kein Tag dem anderen. Mal geht der ganze Tag drauf, um Produktvideos zu filmen, schneiden und zu untertiteln, mal stehen wir in der Werkstatt und richten Gitarren ab (das heißt wir bringen die Bünde auf exakt die gleiche Höhe – Grundlage, um überhaupt eine gute Saitenlage einstellen zu können), mal sind wir auf Messen und stellen unsere neuesten Gitarren aus, mal stellen wir mit Kunden deren Wünsche für ein am Reißbrett entworfenes Instrument zusammen und sitzen dann die nächsten Tage mit Bleistift und Papier, bzw. AutoCAD am Schreibtisch.

The-Pit.de: Inwiefern kannst du deine Arbeit bei Schloff für dein Musiker-Dasein nutzen?

A: Michaels Wissen und Einfluss ist auf den letzten Ctulu-Scheiben und auf der Vamacara-EP deutlich zu hören. Einmal durch die Moonbeast, die durch ihre Tonabnehmer stark den Sound des Albums beeinflusst, andererseits durch die bloße Philosophie, die hinter Schloff steckt und damit auch die EP beeinflusst hat. Ich war nie ein Freund von sterilen Klängen, von Mesa Boogie, von EMG-Pickups und dergleichen. Wir setzen auf den Grundsound des Instruments und versuchen den so transparent wie möglich auch im verzerrten Zustand durchzusetzen. Sowohl bei Ctulu, als auch bei Vamacara nutze ich Gitarrensounds mit vergleichsweise sehr wenig Verzerrung und Kompression, dafür aber mit viel Dynamik. Ich kann modernen Metal mittlerweile nur noch schwer ertragen. Alles zurechtgerückt, Schlagzeug aus der Konserve, Gitarrensound komplett totkomprimiert, alles immer überall gleich laut. Das ist für mich das Gegenteil von extrem. Das ist einfach nur langweilig auf die Dauer. Mit dem Vamacara-Sound sind wir nach wie vor unheimlich zufrieden, da es an allen Ecken und Enden rumst und knarzt, aber trotzdem der Druck gegeben ist, den wir für nötig erachten. Da haben Ali Orhan und Jörg Uken wirklich großartige Arbeit geleistet.

The-Pit.de: Wie immer gehören die letzten Worte euch – danke vielmals!

A: Danke für deine Zeit!

Vielen herzlichen Dank an N. und A. für die ausführliche Beantwortung und den Einblick in die Arbeit an einer der Bands, die sicherlich auch 2018 noch einige spannende Dinge hervorbringen werden – wir freuen uns sehr auf neues Material!

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