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Unisonic im Interview (Juli 2012)

United we rock

Gesprächspartner Mandy Meyer bei der Arbeit

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Eigentlich sollte schon vor dem Release des selbstbetitelten Unisonic-Debüts ein Interview mit den Ex-Helloween-Veteranen Michael Kiske und Kai Hansen stattfinden, die inzwischen bei den Melodic-Rockern wieder vereint sind, doch die Releaseparty in Hamburg, wo sich das Ganze abspielen sollte, fiel bekanntermaßen – genau wie die Releasepartys in allen anderen Städten – aus, weil man aufgrund der großen Nachfrage kaum noch zum Proben kam, aber bei den Shows natürlich den bestmöglichen Standard bieten wollte. Eine dieser Shows – die erste auf deutschem Boden überhaupt – ist jene beim Rock Hard Festival 2012 und gute zwei Stunden zuvor kriegen wir hier endlich unser Interview. Gitarrist Mandy Meyer mag vielen namentlich nicht so geläufig sein wie die Herren Kiske und Hansen, doch ist er ein erfahrener Mucker, der bereits bei einigen bekannten Acts wie Asia, Krokus und Gotthard gespielt hat. Der in Kanada geborene Schweizer ist nicht unbedingt ein sprudelnder Quell der Auskunftsfreude, der liebenswerte Schweizer Dialekt macht ihn aber dafür per se schon sympathisch.

The-Pit.de: Hi Mandy, schön, dass es geklappt hat. Du hast schon in vielen verschiedenen Bands gespielt, daher würde ich als Erstes gerne wissen: Wie war das bei dir mit den Anfängen beim Gitarrespielen, was waren deine Einflüsse damals?

Mandy: Nun, angefangen hat das in der Schule; da hat man halt mal etwas mitbekommen übers Fernsehen oder Radio. Und ohne große Überlegung hat mich das wie so viele andere Musikerkollegen auch fasziniert und dann bin ich da irgendwie reingekommen – erst mit Akustikgitarre, später mit E-Gitarre, dann mit Band. Ganz klassisch sozusagen, wie das eben so ist. Da gab es so eine Weiterentwicklung, eine Band nach der anderen, bis es dann irgendwann ins Professionelle ging.

The-Pit.de: Wie kam es denn schließlich zur Gründung von Unisonic; wie bist du dazugestoßen?

Mandy: Ich war ja mal bei Gotthard und das Management von Gotthard ist auch das von Unisonic und die haben mich angerufen, ob ich Lust hätte, was mit dem Michael Kiske auszuprobieren – und Dennis Ward (Bass; Anm. d. Verf.) kannte ich ja schon, der hat mal unsere Krokus-Platte produziert (er meint das Album „Hellraiser“ von 2006; Anm. d. Verf.), und auch den Drummer Kosta. Aber eigentlich ging das vom Management aus und dann kam eins nach dem anderen und wir haben dann schließlich eine Platte aufgenommen. Der Kai war ja anfangs noch nicht dabei – plötzlich kam auch noch hinzu, dass Michael und Kai sich wiedergefunden haben. Und irgendwie hat es Sinn gemacht, zusammen eine Scheibe aufzunehmen.

The-Pit.de: Was genau bedeutet eigentlich der Bandname?

Mandy: Es war schwer, einen Bandnamen zu finden, wir haben so viele Ideen gehabt und schlussendlich sind wir mit Unisonic verblieben; das ist quasi eine Zusammensetzung aus „united“, also eben „zusammen“, und „sonic“: „Sound“, „Musik“ – so ein Gemeinschaftsspiel, wenn man so will, „united we rock together“ (lacht).

The-Pit.de: Michael Kiske ist in den letzten Jahren sehr kontrovers in der Szene diskutiert worden – wie würdest du ihn so als Typ beschreiben?

Mandy: Sehr amüsierend, sehr guter Humor. Er will immer sein Ding durchziehen, möchte immer (überlegt). Wie soll ich sagen - etwas Spezielles erreichen mit seiner Stimme. Er hat ja auch verschiedene Sachen ausprobiert, zum Beispiel mit dem Vibrato; das hat er jetzt ein bisschen abgeändert. Früher war das immer so ein typisches, langes Heavy-Metal-Vibrato und jetzt ist es halt ein bisschen schneller. Das sind so ein paar Kleinigkeiten.

The-Pit.de: Früher bei Helloween hat er doch sehr hoch gesungen.

Mandy: Das macht er jetzt aber immer noch. Du wirst sehen, bei den alten Sachen, wenn wir die spielen – da ist nichts runtergestimmt! Viele Bands stimmen plötzlich nach 20 Jahren oder so die Gitarren runter, damit der Sänger es bei den hohen Passagen nicht so schwer hat; Michi hingegen hat bis jetzt überhaupt keine Probleme und singt alles in der Originaltonlage.

The-Pit.de: Dass Michael Kiske immer noch die stimmlichen Qualitäten besitzt, davon konnte man sich bereits beim allerersten Track der Vorab-EP „Ignition“ überzeugen: Der nach der Band betitelte Song ist ein echter Kracher, der sofort mitreißt und wohl auch euren härtesten Song markiert.

Mandy: Das ist schon einer der schnelleren, ja. Am Anfang wussten wir noch nicht so recht, ob wir wirklich wieder auf hart machen sollten. Also, ich liebe diese Musik schon noch, aber wir wollten einfach erst mal schauen, was wir eigentlich sind, wo wir stehen. Wir haben jede Menge Songs geschrieben und einiges davon hätte auch von Nickelback oder so etwas sein können. Das passte nicht zu uns, was wir dann im Laufe der Zeit herausgefunden haben. Und als der Kai noch dazugekommen ist, da war der Fall klar: Es ist wieder ein bisschen härter geworden, was auf jeden Fall nicht schlecht ist.

The-Pit.de: Das wäre sowieso meine nächste Frage gewesen: War schon viel Material fertig, als er zu euch gestoßen ist?

Mandy: Das weiß ich auch nicht genau, ob alle Songs, die er gebracht hat, ganz neu sind oder ob er sich da auch auf ältere Sachen gestützt hat.

The-Pit.de: Ich meinte eher, ob er noch viel zum Songwriting auf eurem Debüt beigetragen hat oder ob ihr da schon fast alles fertig hattet.

Mandy: Ach so (überlegt). Ja doch, er hat da schon einiges mit eingebracht. Zum Beispiel auch bei den Texten, denn er macht wirklich gute Texte, finde ich, und nicht nur irgendwelches, nichts aussagendes Larifari. Das ist auch so ein Aspekt, weswegen ich es schon wichtig und gut finde, dass er bei uns seine Kreativität eingebracht hat.

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