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Uncle Acid & The Deadbeats im Interview (Dezember 2018)

Gefangen in der Einöde

Uncle Acid & The Deadbeats 2018, v.l.n.r.: Kevin Starrs, Vaughn Stokes, Justin Smith, Jon Rice.

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In Hamburg hat es wegen Krankheit nicht sollen sein, doch wenige Wochen später im knapp 250 Kilometer südwestlich gelegenen Osnabrück kann das Interview mit Kevin Starrs, Sänger, Gitarrist und Songwriter bei Uncle Acid & The Deadbeats, dann glücklicherweise noch nachgeholt werden. Hauptthema war natürlich die aktuelle Scheibe „Wasteland“, doch auch die Anfänge der Band und allgemein das Thema Horrorfilme fanden Berücksichtigung.

The-Pit.de: Hi Kevin, schön, dass es nun doch noch geklappt hat.

Kevin: Ja klar. Freut mich, dass du wieder gesund bist und jetzt extra hier runter gefahren bist. Das weiß ich sehr zu schätzen.

The-Pit.de: Sehr gern, ich freu mich ja auch wirklich total aufs Konzert. Meine erste Frage wäre gleich: Wie bist du auf den recht ungewöhnlichen Bandnamen Uncle Acid & The Deadbeats gekommen?

Kevin: Der ist von einer Band namens Cactus übernommen. Deren Sänger Rusty Day hatte später eine Band, die „Uncle Acid And The Permanent Damage Band“ hieß. Und ich dachte einfach nur: Uncle Acid, das klingt gut, ich nehme das jetzt einfach.

The-Pit.de: Als du die Band gegründet hast, gab es da eine Art Plan dahinter? Denn mir scheint das Ganze sehr durchdacht zu sein, wie als Konzept.

Kevin: Nun, ich wollte eine Balance zwischen Heaviness und Dunkelheit sowie Licht und Melodie, weswegen alles eben sehr düster und hart auf der einen Seite ist, auf der anderen aber auch melodisch und licht. Die Lyrics sind teilweise sehr gewalttätig und aggressiv, aber die Songs sind meist doch eher melodisch, teilweise fast poppig, mit mehreren Harmonieschichten übereinander – es gibt also einen großen Kontrast zwischen dem, was man hört und was man liest.

The-Pit.de: Wenn wir schon von den Lyrics sprechen: Es geht in der Tat oft um Horrorgeschichten, Serienkiller und solches Zeug (Kevin lacht zustimmend). Wer ist denn dein Lieblings-Horrorautor?

Kevin: Hm, ich mag zum Beispiel die alten John Carpenter-Filme… (überlegt) Ich habe eigentlich keinen tatsächlichen Favoriten… ich sehe mir alles Mögliche an…

The-Pit.de: Auch Bücher?

Kevin: Ehrlich gesagt weniger.

The-Pit.de: Auch nicht die Klassiker wie H.P. Lovecraft oder Edgar Allan Poe?

Kevin: Ich kenne da schon ein bisschen was, aber bin da jetzt nicht so sehr drinnen.

The-Pit.de: Und was Filme angeht, stehst du doch bestimmt auch auf Alfred Hitchcock?

Kevin: Ja, absolut, ich liebe Hitchcock, bin ein großer Fan. Er ist vielleicht der beste Regisseur aller Zeiten, er war unfassbar gut.

The-Pit.de: Unglaublich, dass er nie einen Oscar gewonnen hat…

Kevin: Ja, das ist wirklich verrückt. Was haben die sich nur gedacht? (lacht)

The-Pit.de: Würdest du gerne mal den Soundtrack zu einem Horrorfilm schreiben?

Kevin: Oh, sehr gerne. Aber ich glaube nicht, dass mir jemand so was anvertrauen würde (lacht). Aber wenn jemand verrückt genug wäre, mir solch eine Aufgabe zu geben, würde ich es definitiv versuchen…

The-Pit.de: Dann wenden wir uns doch lieber deiner aktuellen Musik zu. Über das letzte Album „The Night Creeper“ gab es einen schönen Promotext, da hieß es, das Album könnte „seine Existenz als billiger Groschenroman, wie man sie an Bahnhofskiosken kaufen kann, beginnen, um dann in einen Film Noir adaptiert zu werden, der zwanzig Jahre später als brutaler Slasher-Film ein Remake erfährt.“ Wie würdest du das neue Album „Wasteland“ umschreiben?

Kevin: Es ist eine Art zertrümmertes Speichermedium, das gefunden und zusammengesetzt und dann gekapert wird. Es soll dich von der brutalen Realität der täglichen Einöde entführen, der Tortur und der Hölle dieser Einöde. Du hörst das Album und es soll dich davon entfliehen lassen, aber am Ende wirst du doch gefangen und bist selbst Teil davon und kannst niemals entfliehen.

The-Pit.de: Es soll also schon eine Art Konzeptalbum sein.

Kevin: Ja, genau.

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