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Threshold im Interview (September 2017)

Mozart und Mysteriöse Initialen

The-Pit.de: Kannst du eine kurze Zusammenfassung der Story geben? Oder möchtest du lieber, dass die Fans die Texte lesen und ihre eigene Interpretation daraus ziehen?

Richard: Nun ja, ich kann dir die Sleeve Notes verraten: Es geht um eine Nation, die versucht, ihren Platz in der Welt zu finden. Gleichzeitig geht es auch um eine Person, die versucht, ihren Platz in der Welt zu finden. Die Frustrationen des täglichen Lebens, alles zu verlieren, ein Neubeginn, für den man kämpfen muss und wie man noch stärker zurückkommt – allgemein gesagt, eine Story darüber, wie man wächst, während man lebt. Das Detail gebe ich dir (lacht), aber keine einzelnen Songbeschreibungen, denn ich finde es netter, wenn die Fans mit den Songs auf ihre eigene Art und Weise eine Verbindung finden und ein bisschen Mehrdeutigkeit vorhanden ist.

The-Pit.de: Da wir gerade dabei sind und du den Song bereits erwähntest: Mein Favorit ist „The Man Who Saw Through Time“, welcher ja auch der längste Song ist. Das ist so ein richtiger Grower, der mit jedem Hören besser wird. So ein typisches Prog-Stück: Zunächst hast du einfach mehrere Teile, die sich mit jedem Durchlauf besser zusammensetzen und Sinn ergeben.

Richard: Danke, gut zu hören, dass es Sinn ergibt… (lacht) Aber über das Stück kann ich dir noch etwas Interessantes verraten: Am Anfang ist da ja diese Stimme zu hören, die immer wieder sagt: „Thursday, Monday, Wednesday, Saturday, Thursday, Tuesday“. Die Initialen dieser Tage in der Reihenfolge sind dieselben wie von „The Man Who Saw Through Time“.

The-Pit.de: Das ist mir noch nicht aufgefallen, sehr cool.

Richard: Ja, ich mag solche Sachen und versuche, so was immer mal einzubauen (lacht).

The-Pit.de: Ein netter Gimmick. Ich finde es übrigens auch sehr schön, wie verschiedene Motive wiederkehren, auch so etwas, das ich sehr an Konzeptalben schätze. Natürlich sind da zunächst mal die drei „The Shire“-Parts, deren Melodie zu Beginn von „The Man Who Saw Through Time“ aufgegriffen wird, ähnlich verhält es sich mit „Stars And Satellites“ und dem letzten Stück „Swallowed“. Diese Vorgehensweise hat mich zum Beispiel ein wenig an Dream Theaters „Scenes From A Memory“ erinnert.

Richard: Ich denke, wenn man ein langes Konzeptalbum macht, ist das sogar notwendig. Man braucht Kontinuität, 80 Minuten, die alle komplett anders klingen, wären etwas zu anstrengend. Bei einer längeren Geschichte muss man auch mal zu bestimmten Punkten zurückkehren, dies zu tun, erschien uns wichtig. Ich erinnere mich auch, als ich „Swallowed“ schrieb, hatte ich „Stars And Satellites“ bereits fertig, und ich wollte ein etwas zynisches Ende haben. So nahm ich den Mittelteil von „Stars And Satellites“, änderte den Text und machte einen Abschluss für das Album daraus. Als Komponist und Texter fand ich das sehr zufriedenstellend, eine sehr nette Art, die Platte abzuschließen.

The-Pit.de: Es ist auch an sich ganz entspannt, wenn man so ein Mammutalbum mit einem leicht zugänglichen, balladesken Song abschließt.

Richard: Ja, zumal wenn man mit einem besonders langen Song wie „Lost In Translation“ unmittelbar zuvor die Geschichte beendet – da ist es in der Tat nett, das Ganze mit einer Art kleinem Epilog abzuschließen. Man muss sich vorstellen, dass der Protagonist in einem Stuhl sitzt, die Landschaft betrachtet und das Treiben der nächsten Generation verfolgt, die dieselben Fehler begeht. Das Album ist also im Prinzip ein Zyklus, man kann vom letzten Song „Swallowed“ direkt wieder zum ersten übergehen – jede Generation macht quasi immer dieselben Fehler.

The-Pit.de: Wie es traurigerweise meistens auch im richtigen Leben der Fall ist…

Richard: Ja, leider allzu wahr (lacht). Ich kann dir übrigens von noch einem verrückten Funfact berichten. Wir hatten uns schon vor einiger Zeit entschieden, das Album „Legends Of The Shires“ zu nennen – und als dann alle Songtitel standen, stellten wir fest, dass jeder Song mit den Buchstaben L, O, T oder S beginnt – also dieselben Anfangsbuchstaben wie von „Legends Of The Shires“. Das ist aber ein totaler Zufall, das versichere ich dir zu einhundert Prozent. Wie so was sein kann… dafür bräuchte ich einen Mathematiker, um mir diese Wahrscheinlichkeit zu erklären. Ein bisschen hatte ich allerdings schon beim Schreiben gestutzt, als ich bemerkte, dass alle Tracks mit einem T oder einem S begannen, und als ich „Lost In Translation“ vorliegen hatte, dachte ich, oh der Titel kann eigentlich nicht stimmen, denn er sollte mit einem T oder einem S beginnen (lacht). Und der letzte Song, der reinkam, war „On The Edge“ von Steven Anderson, der mit einem O beginnt. Da dachte ich dann: Du willst mich verarschen, oder? Völlig verrückt.

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