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Threshold im Interview (November 2014)

Gremlins und Poker

The-Pit.de: Gerade in diesem Jahr gäbe es ja unendlich Material für politische Texte, mit den ganzen Krisen in der Welt: Der Nahe Osten, Syrien, die Ukraine und Russland, das Ebola-Virus.

Richard: Tatsächlich gibt es im Album-Opener „Watchtower On The Moon“ eine Textzeile, die das zusammenfasst, was ich denke: „There is always bad to find, so push it from your mind, and let it all unwind“. Es gibt so viele schlimme Dinge auf der Welt und am Ende des Tages kannst du sowieso nichts dagegen tun. Wir können schimpfen, uns ärgern, uns verrückt machen und Herzattacken bekommen – es ändert nichts. In der Bibel heißt es irgendwo sinngemäß: „Alles was gut, schön und wahr ist: Fokussiere dich darauf und nicht auf die schlechten Dinge, denn die werden dir nicht gut tun“. Deswegen gibt es auf der neuen Platte kaum politische Themen, weil wir uns sagten: Konzentrieren wir uns auf die guten Dinge. Bringen wir uns selbst in Ordnung anstatt zu versuchen, die Welt zu verbessern.

The-Pit.de: Dennoch habt ihr einen Song auf der Platte namens „The Mystery Show“, über den es in den Linernotes von deiner Seite aus heißt, dies sei ein Song darüber, „In einer Welt, die uns beigebracht hat, nicht zu sehen, nach der Wahrheit zu suchen“. Das klang für mich gleich nach der NSA und Edward Snowden.

Richard: Es ist witzig: Wenn du, sagen wir, Religion betrachtest, gibt es so viele Leute, die sagen, Gott würde nicht existieren. Und dann betrachtest du die Wissenschaft und Evolution, und du siehst die Beliebigkeit einer Zeitperiode – seien es tausende oder Millionen von Jahren. Und du entdeckst, dass die Kohlenstoffdatierung eigentlich ungenau ist und dass man in Wirklichkeit gar nicht weiß, wie lange irgendetwas gedauert hat. Aber keine der Geschichten ergibt einen Sinn, und sobald du versuchst, die Wahrheit herauszufinden, will sie dir keiner verraten, weil alle zu sehr damit beschäftigt sind, das, was sie glauben herauszuschreien. – Darum geht es tatsächlich in dem Song: Dass es sehr schwer ist, die Wahrheit herauszufinden, da jeder eine starke Meinung hat und scheinbar niemand aufgeschlossen ist.

The-Pit.de: Okay... Wie steht es mit einer neuen DVD/Blu-ray – habt ihr da mal drüber nachgedacht?

Richard: Das wäre auf jeden Fall cool. Allerdings jetzt mit YouTube usw. erwarten alle, alles umsonst zu bekommen, und eine „traditionelle“ DVD zu machen, kostet viel Geld. Kommerziell gesehen würde es keine Logik ergeben, jetzt eine zu machen. Aber natürlich wäre es schön, einen Konzertfilm in guter Qualität zu haben.

The-Pit.de: …gerade auch, wo Damian wieder in der Band ist…

Richard: Ja, absolut, und wir lieben unsere Livegigs zuletzt. Wir sind der Meinung, dass wir gerade live nie besser waren, und es wäre toll, das einzufangen. Für CDs kann man das leicht machen, aber mit einer DVD wäre das schon was anderes. Es wäre wirklich schön und ich würde es gerne machen, aber ich weiß momentan keine Antwort darauf.

The-Pit.de: Dann werden wir wohl abwarten müssen. – Das Jahr neigt sich schon wieder dem Ende zu: Gab es dieses Jahr irgendwelche Alben von anderen Bands, die dir besonders gefallen haben?

Richard: (überlegt) Puh, wohl nicht in diesem Jahr (lacht). Ich bin sehr langsam, was das Entdecken von neuer Musik angeht, ich bin zu sehr damit beschäftigt, selbst zu schreiben. Und ich tendiere eher zu älterem Zeug, aus den Siebzigern oder Achtzigern. Von daher bin ich wohl der Falsche, wenn es um neue Musik geht. Da musst du jemand Jüngeres fragen, der sich mit neuer Musik auskennt (lacht).

The-Pit.de: Na gut. Eine Frage hätte ich noch: Ihr habt diesen Wettbewerb zum Song „Staring At The Sun“ veranstaltet, bei dem Fans ein Video dazu drehen und einschicken sollten. Das, was in dem Clip des Gewinners passiert, hab ich aber immer noch nicht verstanden. Wie geht es dir da?

Richard: Hahaha, frag mich nicht. Die haben uns das nie erzählt… Obwohl – ich hab mal mit dem Regisseur gesprochen und er hat mir ein bisschen was erklärt, aber das ist schon wieder lange her. Rein visuell allerdings finde ich es fantastisch. Viele Fans haben viele Clips eingeschickt, aber der hier war schlichtergreifend schon ein Schritt weiter. Einfach wunderbar gefilmt und wir fanden es so toll, dass wir den Regisseur fragten, ob wir unseren Sänger hineinschneiden durften, damit es mehr nach uns aussieht. Schließlich schickten wir Damian nach Österreich; als sie das damals filmten, war Sommer und es war entsprechend heiß, doch als Damian runterfuhr, war Winter und es herrschte gerade mal ein Grad Außentemperatur. Aber sie wollten natürlich, dass das Material zusammenpasst und sagten ihm, er solle nur ein T-Shirt tragen. Er hatte also eine harte Zeit, musste alles noch mal und noch mal singen, während er sich in der bitteren Kälte ordentlich einen abfror. Aber er hat einen guten Job erledigt, wir mögen das Video.

Das neueste Musikvideo von Threshold wurde übrigens zum Song „Unforgiven“ gedreht – hier hat man es sich allerdings etwas einfacher gemacht und es ist lediglich die Band beim Performen zu sehen.

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