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Threshold im Interview (November 2014)

Gremlins und Poker

The-Pit.de: Hast du bestimmte Lieblingsstücke auf dem neuen Album?

Richard: Alle. Ich liebe dieses Album wirklich sehr. Für mich ist es – zumindest momentan – das Beste, was wir je aufgenommen haben. In zehn Jahren sehe ich das vielleicht anders, aber zurzeit, weil es sich so neu und frisch anfühlt, finde ich es fantastisch und bin sehr glücklich damit.

The-Pit.de: Interessant finde ich übrigens auch Pete Mortens (Gitarre; Anm.d.Verf.) Songwriting. Er ist ja noch nicht so lange in der Band, aber man hört seinen Stil sofort raus. Als ich den letzten Song der regulären Version des Albums, „Siren Sky“, hörte, wusste ich ohne Credits gelesen zu haben, sofort, dass der aus seiner Feder stammen muss, denn so einen ähnlichen Stil hatten auch „Coda“ und „Divinity“ auf der vorigen Platte.

Richard: Er ist tatsächlich sehr gut, denn er hat seinen eigenen Stil, aber schreibt dennoch Threshold-Songs, wenn er nicht gerade Material für seine eigene Combo (in My Soliloquy singt er und spielt Gitarre; Anm.d.Verf.) komponiert. Das wissen wir sehr zu schätzen und wir haben auch hart an dem Track gearbeitet; unseren Sound über das gestülpt, was er geschrieben hat, und zugesehen, dass das mit den Riffs, Keyboards und Gesangsharmonien passt. Letzten Endes ist die harte Arbeit aber belohnt worden, denn ich denke, „Siren Sky“ ist einer der besten Songs auf „For The Journey“.

The-Pit.de: Auf jeden Fall, mir gefällt das Stück auch sehr. Ich finde außerdem, auch Johanne James (Drums; Anm.d.Verf.) dürfte gerne mehr Songs schreiben. Gerade heute Morgen hab ich mir den Bonustrack „Wish I Could“ angehört, den ich ebenfalls ziemlich stark fand und den er ja verfasst hat.

Richard: Nun ja, er schreibt hauptsächlich für seine eigene Band Kyrbgrinder, bei der er auch singt. Das ist schon ein etwas anderer Stil, doch dieser Song kam Threshold einigermaßen nahe, weswegen wir beschlossen haben, ihn zu covern. Ursprünglich stammt er nämlich von einem Kyrbgrinder-Album („Cold War Technology“ von 2010; Anm.d.Verf.). Es ist etwas knifflig für ihn, in unserer Band zu schreiben, denn normalerweise schreibt er eben mit den Kollegen aus seiner anderen Gruppe. Mit uns hat er sich noch nie hingesetzt, um Material zu schreiben, aber vielleicht sollten wir das in Zukunft mal versuchen. Wir können uns wirklich glücklich schätzen, so viele Talente in der Band zu haben, die nicht nur allesamt ihre Instrumente beherrschen, sondern auch gute Sänger und Songschreiber sind.

The-Pit.de: Und dass alle gute Sänger sind, ist wegen der vielen Gesangsharmonien natürlich kein unwichtiger Faktor. Nehmen wir zum Beispiel mal „Lost In Your Memory“: Wie viele Gesangsspuren ihr da aufgenommen habt, würde mich mal interessieren.

Richard: Zu viele (lacht). Auf jeden Fall zu viele, um sie alle live zu reproduzieren. Wir spielen das Stück live, aber etwas abgespeckter; das eins zu eins wiederzugeben, ist ja auch unmöglich. Das wäre so, als würde man von Queen erwarten, „Bohemian Rhapsody“ mit allen Spuren wiederzugeben.

The-Pit.de: Wir haben ja bereits das Thema Texte angerissen. Ihr habt so viele Bereiche abgedeckt und meistens recht tiefgängige und bedeutsame Lyrics. Fragst du dich manchmal, ob die Leute tatsächlich verstehen, wovon in den Songs die Rede ist, oder sich Gedanken darüber machen?

Richard: Eine gute Frage, aber ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Denn wenn ich Musik höre, widme ich den Texten nicht so viel Aufmerksamkeit. Ich höre sie zwar, aber achte mehr auf die Musik und die Produktion. Ich hab da noch nie drüber nachgedacht; alles was ich weiß, ist, wenn ich mich hinsetze, um einen Text zu schreiben – ich bin der Haupttextschreiber bei uns – gibt es tausende von Worten, die ich auf ein Album packen kann. Und du willst natürlich, dass das gut rüberkommt. Wenn ich also etwas Persönliches schreibe, sollte es von der Seele kommen, oder wenn ich etwas Politisches schreibe, befasse ich mich ausgiebig mit dem Thema, damit ich letztlich auch etwas schreibe, das wahr ist und nicht irgendwelchen Blödsinn. Oder die schon angesprochene Ausdauer: Darüber habe ich Songs geschrieben, weil es Zeiten in meinem Leben gab, in denen ich wegen bestimmter Sachen durchhalten musste. Ich schreibe also viel von meinen eigenen Erfahrungen und kann nur hoffen, dass dies auch jemand anderem etwas bedeutet (lacht). Wobei wir gelegentlich auch E-Mails von Fans bekommen, die uns schreiben, was sie über die Songs denken und dass sie dieses oder jenes Stück berührt hat. Manchmal hilft das den Leuten, aber ich versuche natürlich nicht, den Berater zu spielen, ich bin nur ein Songwriter (lächelt).

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