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Threshold im Interview (November 2014)

Gremlins und Poker

The-Pit.de: Das Cover passt zu dieser Thematik bzw. zum Albumtitel ebenfalls ziemlich gut mit den Schienen und der Wüste.

Richard: Ich mag diese Andeutung einer Sackgasse, denn es liegt ja Holz auf den Schienen, was ausdrückt: „Du bist am Ende der Reise angekommen, aber du weißt, was zu tun ist“. Und du musst aus dem Zug aussteigen und das nächste Stück zu Fuß gehen. Für mich impliziert das fast, wenn du am Ende des Lebens ankommst, ist dies der nächste Schritt und du hast keine Ahnung, wo es hingeht, du siehst nur das Licht am Horizont. In jedem Fall ist es ein schönes Bild und gleichzeitig ein Cover, das irgendwie perfekt zu Threshold passt.

The-Pit.de: Ihr wart diesmal auch wesentlich schneller mit dem Release eines neuen Albums, nachdem zwischen „Dead Reckoning“ und „March Of Progress“ fünf Jahre lagen. Dies dürfte aber wohl auf die Umstände zurückzuführen sein, denn damals hattet ihr Probleme mit eurem Sänger (Andrew „Mac“ McDermott; R.I.P. – Anm.d.Verf.) und jetzt, nachdem Damian Wilson zurück ist, ist das Line-up wieder stabil.

Richard: Richtig. Damian kam 2007 zurück, als Mac uns verließ. Wir hätten auch damals bereits ein neues Album aufnehmen können, aber wir wollten uns lieber erst langsam an das neue Line-up gewöhnen. Es war eine große Veränderung für uns, als Mac ging – und wie du ja weißt, starb er leider einige Zeit später – und wir brauchten etwas Zeit, uns an die neue Situation, wieder mit Damian als Frontmann, zu gewöhnen. Deswegen spielten wir erstmal nur Shows, um wieder zusammenzufinden, und brachten dann ein 8-CD-Boxset mit Singles, B-Seiten und Neuaufnahmen heraus, was alles etwas länger dauerte als gedacht. Plötzlich war es 2009, dann 2010 und es wurde langsam wirklich wieder Zeit für ein neues Album. Die Zeit vergeht so unglaublich schnell, fünf Jahre wollten wir eigentlich nicht verstreichen lassen. Aber es gab Verzögerungen bei den Aufnahmeterminen und Ähnliches und wir meinten nur: „Lasst uns das dieses Mal bloß nicht wieder machen, das Leben ist zu kurz!“ Von daher haben wir uns sofort, nachdem wir unsere letzte Tour beendet hatten, daran gemacht, Songs für das neue Album zu schreiben.

The-Pit.de: Ich habe mir auch die Linernotes, die im Booklet zu „For The Journey“ stehen, durchgelesen, und es scheint, als sei einiges Material sogar ursprünglich für „March Of Progress“ vorgesehen gewesen.

Richard: Naja, genaugenommen war es ein Song, nämlich „Turned To Dust“. Ich habe noch daran gearbeitet, als wir mit „March Of Progress“ fast fertig waren, deswegen ist er stattdessen einer der ersten fertigen Tracks für „For The Journey“ geworden. Aber so ist es eigentlich immer; ich habe jetzt wiederum noch einiges Material in der Hinterhand, das für „For The Journey“ nicht mehr rechtzeitig fertig geworden ist – vielleicht landet das dann wieder auf dem nächsten Album, man wird sehen.

The-Pit.de: Was ich bei euch überhaupt immer interessant finde: Ihr habt euren eigenen, typischen Sound bereits früh gefunden und schon lange etabliert. Wohl auch deswegen gibt es bei euch immer mal wieder Passagen in Songs, bei denen man denkt, dass man dieses oder jenes schon mal früher so ähnlich gehört hat. Bei vielen anderen Bands würde man sagen: „Die kopieren ja nur noch sich selbst!“ – nicht so bei euch, es funktioniert trotzdem immer.

Richard: Nun, wenn ich mich hinsetze, um einen Song zu verfassen, versuche ich immer, etwas zu kreieren, das anders ist als alles, was ich bisher geschrieben und gehört habe. Aber trotzdem gibt es bei Threshold dieses bestimmte Ding, das wir machen und da können wir uns auch gar nicht gegen wehren. Es ist ein bisschen wie beim Poker, wenn Leute das haben, was man einen Tell nennt, also wenn sie lächeln oder zwinkern, wenn sie eine gute Hand haben. Und mit Threshold ist es ähnlich: Wir haben Tells; wir wissen nicht, was sie sind, aber sie scheinen immer wieder zurückzukommen. Es ist nicht beabsichtigt, wir wollen nicht, dass irgendetwas gleich klingt. Aber manchmal hast du eine Akkordfolge, die dir gefällt, dann einen bestimmten Riffstil – und ehe man sich versieht, sind die Ähnlichkeiten doch vorhanden. Auf der anderen Seite macht das auch Threshold aus – wir wollen uns nicht komplett neu erfinden. Dennoch möchten wir uns natürlich vorwärts bewegen und mit neuen Ideen aufwarten.

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