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The Vision Bleak im Interview (Oktober 2010)

„Ich denke, dass unsere Musik rauer und atmosphärischer als der normale Gothic Metal ist.“
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The-Pit.de: Habt ihr dann mit der aktuellen CD auch genau die Stimmungen und Gefühle eingefangen, die gerade tief in euch stecken?

Ulf Theodor Schwadorf: Auf jeden Fall. Ich meine, das ist bei jeder Platte so. Man gibt ja immer sein Bestes für jede Platte, und für uns ist die aktuelle Scheibe unser absolutes Masterpiece, und wer weiß, ob man in einem Jahr nicht wieder etwas anders darüber denkt. Die neue Platte ist ja noch so nah, weil wir wirklich bis Ende Januar noch daran gearbeitet haben, am Layout, am Bonus-Material. Ich bin immer noch mitten im Entstehungsprozess mittendrin, das dauert noch mindestens ein halbes Jahr, bis ich meine Ruhe gefunden habe, zumal wir ja einen Teil der Songs auch live spielen. Ruhe hilft dann dabei, um besser reflektieren zu können, hey, das war wirklich gut, oder was man hätte besser machen können, das dauert dann. Mir fällt es immer total schwer, das Loslassen, weil die Möglichkeiten bis zur Deadline immer unbegrenzt sind, dann machst du noch etwas neu, und noch etwas. Da ist die Deadline gut, denn dann muss alles stehen, dann muss man auch sagen: Hey, jetzt ist wirklich alles gut. Das ist das Beste, was wir jetzt gerade machen konnten, so muss es bleiben.

 

The-Pit.de: Nach dem Album ist vor dem Album (fünf Euro in das Phrasenschwein – die Red.) – wie geht es dann weiter bei The Vision Bleak? Habt ihr schon die ersten Ideen zusammen getragen?

Ulf Theodor Schwadorf: Jetzt wollen wir erst einmal diese Platte promoten, die Tour spielen, im Sommer kamen Festivals hinzu. Kleine Teilchen werden mit Sicherheit entstehen, wenn man auf Tour Gitarre spielt, aber richtig an die nächste Platte rangehen werden wir erst nach den Touren.

 

The-Pit.de: Bleibt noch zum Schluss eine meiner Lieblingsfragen nach guter alter Fanzine-Tradition: Was sind deine Top 5 musikalisch gesehen?

Ulf Theodor Schwadorf: Da muss ich jetzt erst einmal kurz in mich gehen und überlegen – auf jeden Fall Dead Can Dance, die „Best Of Dead Can Dance“ nehme ich dann auch stellvertretend für alle Dead Can Dance-Alben, weil ich einfach alle abgöttisch liebe und für mich die atmosphärischste Musik ist – keine andere Band kann Bilder entstehen lassen, wenn ich die Augen schließe. Unglaublich, und der talentierteste Sänger für mich – Brendan Perry und Lisa Gerrard – besser geht es nicht. Dann würde ich die Metallica „Kill 'Em All“ nehmen, weil in meiner Jugend das eine der Platten war, die ich gekauft habe an dem Tag, als sie herauskam, da war ich noch ein ganz junger Kerl, ich war noch in Italien mit meinen Eltern im Urlaub, und bis heute ist sie Metallica-Platte, die ich am meisten mag. Jetzt muss ich überlegen. Dann nehme ich noch Darkthrone mit „Transylvanian Hunger“, weil das für mich die Essenz von Black Metal ist. In den neunziger Jahren war ich sehr in der Black-Metal-Szene involviert, weil die Szene so unglaublich extrem war, der Sound und die Monotonie, total atmosphärisch, sehr gut geworden. So – ich sag dir, das ist verdammt schwer. Zehn wären ja die Hölle. Ich nenne noch mal eine Black-Metal-Platte, die mir aber eigentlich erst heute wieder wahnsinnig viel bedeutet – Mayhem mit „De Mysteriis Dom Sathanas“, weil die Platte für mich die finsterste Platte ist, die je gemacht wurde. Ich kenne keine andere Platte, die eine so unfassbare negative Energie hat, der absolute Archetyp einer perfekten Black-Metal-Platte. Und jetzt nehme ich noch eine Platte von einer Band, die wahrscheinlich kein Mensch kennt – Landberg aus Schweden ist eine Progessive-Rock-Band, Neo Prog Rock, und ihre erste Platte hat eine total eigene Atmosphäre, sehr bizarr, eine Mischung aus Volksfest und schwedischer Folklore – eine wahnsinnig schöne Platte, und die höre ich bis heute noch total gerne.

 

The-Pit.de: Herzlichen Dank, dann sind wir eigentlich durch – wenn du noch letzte Worte loswerden willst…

Ulf Theodor Schwadorf: Also, ich hoffe, dass alle Leser von The-Pit.de The Vision Bleak 'ne Chance geben und nicht voreilig in die Gothic-Schublade packen. Natürlich muss man auf düsteren atmosphärischen Metal stehen, aber ich denke, wenn das der Fall ist, dann wird man mit uns gut bedient sein.

 

Da kann man sich nur anschließen – der Band einfach eine Chance geben, denn mit „Set Sail To Mystery“ legten The Vision Bleak ein metallisches Düsteralbum erster Kajüte vor. Der Dank für dieses Interview geht natürlich an unseren Gesprächspartner Ulf Theodor Schwadorf, der sich vor der Show reichlich Zeit nahm, sowie an Stefan von Prophecy Productions, der dieses Interview erst ermöglichte.

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