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The Very End im Interview (Februar 2013)

„Selbst wenn man sich im Underground wohl fühlt, kosten die Sachen Geld“

Frontmann Björn

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Ohne Übertreibung kann man die Behauptung aufstellen, dass das Ruhrgebiet ungebrochen ein Schmelztiegel für den Metal ist, in allen Facetten, Subgenres und sonstigen Schubladen. Eine dieser Bands macht nun schon seit Jahren durch bärenstarke Releases immer wieder auf sich aufmerksam, und auch das aktuelle dritte Album „Turn Off The World“ macht da keine Ausnahme. Einmal mehr stand Frontmann Björn von The Very End bereit, um sich den Fragen zu stellen – einmal mehr allein schon deswegen, weil er bereits vor einiger Zeit ausführlichst wegen seines Broterwerbs Killustrations Rede und Antwort stand.

The-Pit.de: Hi Björn, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu einer saugeilen Scheibe, was ich dir ja aber auch schon persönlich gesagt habe. Meiner Meinung nach habt ihr viel mehr in die Breite komponiert und setzt dabei nicht mehr so stark auf Ohrwürmer, auch wenn ihr viele melodische Parts habt. Was hat sich an der Arbeit zum dritten Album geändert?

Björn: Eigentlich nicht wirklich viel. Es klingt vielleicht ein wenig ausgelutscht, aber wir haben vielleicht die Extreme ein bisschen weiter ausgenutzt, was durchaus keine falsche Behauptung ist. Die Arbeit aber hat sich nicht geändert, aber da wir ja einen Line-Up-Wechsel an Schlagzeug und Gitarre hatten, war das Songwriting auf jeden Fall noch ein bisschen breiter gefächert. Bei uns hat generell jeder das Recht auf kreativen Input, auch wenn sich das eigentliche Songwriting auf die Gitarristen und ab und zu auch auf den Bassisten beschränkt, aber z.B. der erste Song des Albums, der Track „Splinters“, stammt größtenteils vom Alex, unserem neuen Gitarristen, und auch der letzte Song „To Feed On Hope“ stammt komplett aus seiner Feder. Das trägt sicherlich zum Eindruck noch dazu bei, dass alles noch ein bisschen breiter ist, wie du gerade gesagt hast. Wir haben durchaus brandneues Material oder wir haben auch eine alte Kamelle in neuem Gewand aufgenommen, „Gravity“ zum Beispiel, der war ja schon auf der 2007er EP „Soundcheck For Your Funeral“ am Start. Das war auch der einzige Song der EP, der noch nicht anderweitig verwurstet wurde, die anderen beiden („Flatline“ und „The Loss Theory“; Anm. d. Red.) sind ja schon auf dem Debütalbum „Vs. Life“, da war es halt mal an der Zeit, diesen Song auch mal mitzuverwursten. Das trägt natürlich unterm Strich alles dazu bei, dass der Eindruck entsteht, dass die Scheibe durchaus noch ein bisschen breiter angelegt ist als die letzte „Mercy & Misery“.

The-Pit.de: Stimmlich hast du meiner Meinung nach aber auch viel mehr ausgereizt. Bei „Orphans Of Emptiness“ schreist du fetten Melodic Death, bei „Maelstrom Calling“ bist du mehr rockig angelegt. Wie siehst du das?

Björn: Das liegt wahrscheinlich einfach in der Natur der Sache, dass, wenn du einen durchaus aggressiven, nach vorne peitschenden Song wie „Orphans Of Emptiness“ hast, du da eben auch gut drauf abröcheln kannst, und einen Song wie „Maelstrom Calling“, der ja letztendlich so etwas wie eine Halbballade ist, hatten wir ja eigentlich noch nie, weswegen diese Facette meines Gesangs auch noch nie wirklich zum Tragen kam. Da gibt dann das eine das andere und die verschiedenen subjektiven Eindrücke schaukeln sich hoch, so ist es dann.

The-Pit.de: Mischt sich bei „Maelstrom Calling“ auch ein bisschen ein, dass du auch anderweitig aktiv bist? Schließlich hast du ja jetzt auch wieder The Rules am Start.

Björn: The Rules sind eigentlich nicht neu aktiviert, da bekommt man nur phasenweise was mit, weil da nicht wirklich viel passiert. Ich sag mal so: The Rules sind für mich an sich ein ganz guter Gegenpart zu The Very End, weil die Arbeitsweise da halt natürlich viel lockerer ist. Wenn ich nur The Rules hätte, dann wäre mir das wahrscheinlich zu locker, aber da es bei The Very End schon sehr diszipliniert zugeht, entsteht dadurch ein ganz guter Gegenpart. The Rules bringen mir gesanglich gesehen relativ viel, weil ich dort nur melodisch singe, weil wir da im Proberaum relativ viel improvisieren, da wird nicht so „verkopft“ rangegangen wie vielleicht bei einer Metalband, da wird einfach erst drauflos geschrubbt, weil es sich letztendlich auf Rock’n’Roll einreduzieren lässt. Da kannst du halt fast alles drauf singen und dieser Jamcharakter hat durchaus den Faktor, dass es ein gutes Training ist. Ich versuche mich natürlich bei The Very End von Album zu Album zu verbessern, aber letztendlich steht und fällt das natürlich mit dem Songmaterial. Wenn wir jetzt eine Scheibe hätten, die ganz klassisch von vorne bis hinten im Thrash-Bereich wäre oder im Melodic Death, dann sähe das anders aus. Bei Night In Gales bin ich ja auch immer aus dem normalen Death-Metal-Korsett ausgebrochen, aber auch nur bei den entsprechend ruhigeren Sounds. Bei The Very End ist das Material noch etwas breiter gefächert und somit das gesamte Spektrum halt auch.

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