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The Hellboys im Interview (Oktober 2019)

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“

Interviewpartner Eulinger

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The-Pit.de: Ist das einer der Gründe, warum ihr euch an Jörg Müller und sein kleines, feines Label ftwctp Records gewandt habt? Wie seid ihr auf Jörg gekommen?

Eule: Das hat sich irgendwie ergeben. Die eine Hand hat die andere gehalten. Eigentlich war das auch eher Zufall.

Smai-Lee: Wir kennen Jörg halt schon lange. Er hat mal Fotos für uns gemacht und er fand die „Fire! Fire! Fire!“ total super, darüber kam der erste Kontakt zustande. Er kam häufig auf unsere Konzerte, hat in The-Pit.de über uns geschrieben. Und er hat auch ein sehr besonderes Foto von uns gemacht, das wir lange genutzt haben. Wir kennen uns halt schon lange und ich hab dann gedacht, als ich mitbekommen habe, dass er ein Label macht, dass wir eigentlich dahin gehören. Wir könnten jetzt auch noch eine witzige Anekdote aus dem Studio erzählen. Es war im Endeffekt so, dass wir beide, Eule und ich unabhängig voneinander den Gedanken hatten Jörg zu kontaktieren…

Eule: … und ihm das vorzuspielen. Ich hab ihn an irgend einem Sonntag mal versucht zu kontaktieren, aber er war an dem Tag komplett durch den Wind, weil er auf irgendeinem Festival gewesen ist. Ich habe jedenfalls versucht, ihn ins Studio einzuladen. Dann könnte er mal die neuen Hellboys-Songs hören, auch wenn die noch nicht ganz fertig abgemischt sind. Er hat mit zwei dicken, weinenden Augen abgesagt.

Smai-Lee: Als wir dann irgendwann danach gepostet haben, dass wir im Studio sind, hat Jörg uns gefragt, wann er denn die Songs endlich mal zu hören kriegt.

Eule: Aus eigener Kraft wäre es uns wahrscheinlich zu teuer gekommen, die neue Scheibe in Vinyl und CD aufzulegen. Wir sind ja nicht unbedingt eine Band, die in den letzten Jahren mit gut finanzierten Auftritten gesegnet ist. Von daher ist es schön, dass wir letztlich bei Jörg gelandet sind.

The-Pit.de: Damit sind wir beim Thema neues Album. Es wird auf jeden Fall eine Vinyl-Pressung geben, 250 Stück, von denen schon viele vorbestellt sind.

Eule: Es sind schon sehr viele vorbestellt, Jörg hat nur noch Herzchen und Sternchen in den Augen.

The-Pit.de: Genau, das Ding läuft schon ganz gut. Nun muss man aber auch sagen, dass die Scheibe ein echter Kracher ist. Es gibt tatsächlich nur gute Stücke. Mein persönlicher Favorit ist der Song, der sich um den Mann dreht, der unter anderem Grönland kaufen will. Wie seid ihr auf diesen Song gekommen, „The Fattest Cowboy Of The U.S.A.“?

Smai-Lee: Bei uns gab es eigentlich immer das eherne Gesetz: no politics. Da habe ich mich jahrelang dran gehalten. Aber die typischen Rock‘n‘n Roll-Texte werden ja auch irgendwann langweilig. Da haben wir ja auch einige von, aber auch da habe ich dann oft eine Doppelbödigkeit und doch mal andere Themen mit einzubauen. Ich hatte für den Song schon die komplette Melodie ausgearbeitet und habe die ganze Zeit über ein Thema nachgedacht. Und hab mich gefragt, was mich gerade beschäftigt. Das war die Zeit, in der ich mich Tag für Tag über diesen Typen aufgeregt habe und ich bin drauf gekommen, dass ich doch ein Ventil für diesen Ärger habe. Ich arbeite lange an meinen Texten, damit Wort und Musik schön in eine Einheit kommen, aber den habe ich doch ziemlich schnell runter geschrieben. Auch die kleinen Bögen und Spitzen, die kamen so raus. Und den anderen habe ich es dann einfach so verkauft, dass ich ihnen gesagt habe, dass das ein Rock‘n'Roll-Thema ist, einen so ätzenden Typen einfach mal so süffisant darzustellen.

Eule: Solange das jetzt nicht ausartet und schärfer wird, ist das okay. Wir nehmen ihn ja schön auf die Schippe. Es ist ja nicht so, dass wir wirklich Politik damit verarbeiten, er wird halt nur ein bisschen verarscht. Wir sind nicht Bob Dylan und wir brauchen keinen erhobenen Zeigefinger, wir sind 'ne Rock'n'Roll-Band…

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