Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

The Devil's Blood im Interview (Dezember 2011)

Der Pfad ins Verderben

Die Holländer zelebrieren gerne lange Jams auf der Bühne

Zum Thema

The-Pit.de: Hattest du jenes spirituelle Gefühl bereits in dir, als du in anderen Bands bevor The Devil's Blood gespielt hast und kannst es jetzt bei The Devil's Blood quasi endlich ausleben?

SL: Ich habe jahrelang nach einer Art spiritueller Wahrheit gesucht, möglicherweise schon seit meiner frühen Kindheit. Ich habe mich immer sehr für das Okkulte interessiert und alles gelesen, was ich zu diesem Thema gefunden habe. Aber es hat sehr viel länger gedauert, aus dieser Inspiration Kunst zu kreieren. Die Ergebnisse dessen sind – wie man so sagt – Geschichte.

The-Pit.de: Wenn jemand bei The Devil's Blood einsteigen will – ist es Bedingung, dass diese Person eure Einstellung teilt oder könnte derjenige auch mitspielen, wenn er nur die Musik mag?

SL: Nun, da diese Band einem äußerst klaren spirituellen Pfad folgt, ist das Mindeste, was ich von meinen Mitmusikern erwarte, dass sie meine Ansichten respektieren und sie bis zum dem Punkt versuchen zu verstehen, an dem sie in der Lage sind, in ihrer Weise ihr Urteil darüber zu fällen. Sollte dieses Urteil negativ ausfallen, gibt es keinen Platz für sie. Die wirklichen spirituellen Ziele sind von mir und – in kleinerer, aber nicht weniger wichtiger Weise – meiner Schwester gesetzt – wir beide sind The Devil’s Blood.

The-Pit.de: Du hast schon mehrfach erwähnt, dass du, wenn du auf der Bühne stehst, nicht dieselbe Person bist wie im „richtigen Leben“. Könnte man das als „bewusste Schizophrenie“ bezeichnen und könntest du beschreiben, wer oder was diese andere Person ist und was sie fühlt?

SL: Ich weiß wenig von ihr, aber sie versteht und kontrolliert mich in großem Ausmaß. Sie ist die Stimme meiner tiefsten und reptilienhaftesten Natur. Ungebundener Instinkt.

The-Pit.de: Genauso verhält es sich mit dem „Empfangen“ von Songs, wie du es nennst. Musst du dich in eine Art Trance begeben, um die Songs zu empfangen oder dafür Drogen nehmen? Kannst du deinen Zustand beschreiben, wenn du Musik und Texte empfängst?

SL: Es gibt da keine Regel, ich bin nicht derjenige, der entscheidet, die Tore zu öffnen, sozusagen, vielmehr handelt es sich um einen Fluss, der durch einen Damm bricht, und darauffolgende Versuche meinerseits, den Strom der Inspiration in neue Flüsse zu zwingen. So bin ich trotz meiner Versuche durch Meditation, Studien, Selbstverstümmelung, Geschlechtsverkehr und was immer du dir sonst noch vorstellen kannst, immer noch von der Gnade der Götter abhängig.

The-Pit.de: Die nächste Frage mag billig erscheinen, aber: Was erwartest du nach dem Tod?

SL: Feuer.

The-Pit.de: Eure Konzerte sind jetzt schon legendär. Ich habe euch bislang vier oder fünf Mal live gesehen und finde es faszinierend, wie ihr die langen Jamsessions in eure Songs integriert. Passieren diese Jams spontan oder bereitet ihr euch vor euren Ritualen darauf vor?

SL: Selbstverständlich ist das Platzieren jener Jams mehr oder weniger konkret, aber was tatsächlich nachher gespielt wird, bleibt ein Mysterium, bis es passiert.

The-Pit.de: Viele Leute kommen mit den langen Jams nicht klar und empfinden sie als langweilig. Auch wenn es arrogant klingt: Ich denke, diese Leute sind nicht in der Lage, richtig zuzuhören. Wie siehst du das und warum glaubst du, dass The Devil's Blood überhaupt so polarisieren? – Obwohl ich mir die Antwort schon denken kann: Dir ist es egal, was andere sagen oder denken…

SL: Jeder hat das Recht, eine andere Meinung als ich zu haben. Wie du schon sagtest: Es kümmert mich nicht.

Seite
comments powered by Disqus

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen