Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Tankard im Interview (Januar 2011)

Neues Album, noch immer Thrash, und dann auch noch „Sturm der Liebe“

Gerre noch etwas beleibter live im Kölner Underground, September 2009

Zum Thema

The-Pit.de: Gleich drei Songs auf der neuen Scheibe haben die Sechs-Minuten-Marke gesprengt, und das ist ja schon ungewöhnlich. Habt ihr euch in einen Rausch gespielt und kein Ende gefunden?

Gerre: Na ja, wir mussten ja die fünfzig Minuten voll machen… nein, Spaß beiseite. Da haben wir uns überhaupt nichts bei gedacht. Die Songs entstehen so aus dem Bauch heraus, und dann sind sie halt so lang wie sie sind. Bei dem ersten Song kannst du die ersten eineinhalb Minuten abziehen, weil es ja eigentlich schon ein Intro ist. Bei den anderen Songs die so lang sind („Condemnation“, „Weekend Warriors“), haben wir uns eigentlich nix größeres dabei gedacht. Der Andy und ich haben uns auch immer hingesetzt und den Aufbau gemacht, dann schlafe ich mal eine Nacht drüber, dann rufe ich ihn am nächsten Tag an: "Hey, du musst noch mal beikommen, wir müssen irgendwie noch etwas ändern… so gefällt mir das besser…" und so ist das dabei herausgekommen. Da war überhaupt keine Intention von uns, lange Songs zu schreiben oder irgendetwas künstlich in die Länge zu ziehen. Ich denke auch nicht, dass sich das bei den längeren Stücken so anhört. Bei „Weekend Warriors“ hast du ja auch ein kleines Outro, da kannst du beim ersten und letzten Song kleine Abstriche machen. Das war aber nichts, worüber wir groß nachgedacht haben. Ein Song ist dann so lang wie er halt ist, wenn er in sich sinnvoll und geschlossen ist.

The-Pit.de: Die Bild-Zeitung hatte über den Kampf gegen deine Pfunde berichtet. Verarbeitest du deine Kilos in dem Song „Fat Snatchers“?

Gerre: Äh, woher weißt du das? In der Bild stand das?

The-Pit.de: Ja hallo, das braucht man nur bei Google eingeben.

Gerre: Das ist ja echt cool. Ja klar, im Zeitalter des Internets… Die ursprüngliche Idee, deswegen heißt der Song ja auch in Klammern „The Hippo Effect“… das ist ja einer der Songs, der einen witzigeren Hintergrund hat auf der Platte. Bei Tankard ist es ja schon fast traditionell so, dass wir neben den Fun-Geschichten natürlich auch ernsthafte Themen haben, also immer so einen Mix aus ernsthaften und an Fun-Texten machen. Wenn man mit offenen Augen durch die Welt läuft, dann kann man nicht nur immer über Party schreiben und lustige Sachen, die natürlich zu uns als Band ganz passen, aber nichtsdestotrotz haben wir auf jeder Tankard-Scheibe auch ernsthafte Themen.

The-Pit.de: Wenn wir über ernsthafte Themen sprechen, dann können wir ja mal den Track „Black Plague“ herauspicken. Korn hatten ja mal zum Boykott eines Ölmultis aufgerufen. Was wollt ihr mit eurem Song ausdrücken?

Gerre: Bei „Black Plague“ haben wir ein kleines Wortspiel eingebaut – „Black Plague“ bedeutet „BP“ – mal schauen, ob wir verklagt werden – einfach nur mal diese größte Ölkatastrophe, die es je gab, kritisch beäugt, und natürlich geht es immer nur um Profit, Gier usw. Umwelt und der ganze Rest, wie viele Arten an Lebewesen im Wasser verrecken, alles scheißegal, und da fanden wir es dann ganz passend, „Black Plague“ meets BP, deswegen haben wir das BP auch in Klammern.

The-Pit.de: Ich finde es klasse, dass ihr solche Sachen zum Thema macht, denn häufig findet man ja auch Bands so komplett ohne Aussage.

Gerre: Das war dann auch die größte Ölkatastrophe, die es je gab, das war dann jeden Tag in den Schlagzeilen, und mit einem Mal hörst du da gar nichts mehr von, und bei den Leuten ist das wieder vollkommen aus dem Gedächtnis raus. Dasselbe Phänomen hast du auch mit der Love Parade-Geschichte. Drei Wochen Dauerfeuer jeden Tag, jeder hat dem anderen die Schuld in die Schuhe geschoben, gut, ich war nicht dabei und habe mich nicht hundert Prozent damit befasst, aber ich denke mal, da hat jeder seine Teilschuld beigetragen. Als ich das im Nachhinein gesehen habe, 300.000 Leute durch einen Tunnel zu manövrieren, das ist ja Irrsinn. Aber nach drei Wochen hört die Berichterstattung auf, und das Thema ist weg aus den Köpfen. Die ganze katholische Kirche hat wahrscheinlich vier Kreuze gemacht, als diese ganze Tunnelgeschichte passiert ist, denn dann war sie erst auch aus den Schlagzeilen raus mit ihrem Kindesmissbrauch. Ich bin jetzt zwar ein bisschen vom Thema abgewichen, aber das zeigt auch ein bisschen die Schnelllebigkeit, in der wir leben. Drei Wochen Dauerfeuer in allen Medien, und dann hörst du gar nichts mehr davon.

The-Pit.de: Mit den Medien setzt ihr euch ja auch auseinander, Stichwort „Condemnation“, da bekommen die Medien ihr Fett weg…

Gerre: Ja genau. Da geht es darum, was gerade die Boulevardpresse teilweise treibt, da geht es ein bisschen um die Vorverurteilung, dass Menschen vorverurteilt werden, auch wenn sie nachher freigesprochen werden, bleibt immer irgendwie ein Stück Dreck dran kleben und dran haften. Den bekommst du nicht mehr weg. Das haben wir dann auch einmal ein bisschen kritisch hinterfragt.

Seite
comments powered by Disqus

Waldbühne lädt bei freiem Eintritt ein

Von Erinnerungen, Rückblicken und Genuss

Wolken mit Gesichtern oder Jesus auf einem Pfannkuchen

Hinzu kommen Borknagar, Wolfheart und Hinayana

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin